



Wir schreiben das Jahr 1972; in einem Artikel der Deutschen Zeitschrift ‘Der Spiegel’ mit dem delikaten Titel “Die Macht der Gnomen von Zürich” findet sich ein, für die aktuelle Situation der Schweiz, interessantes Zitat:
“Wenn wir uns in der Schweiz nicht total ändern”, befürchtet deshalb Sozialdemokrat Hubacher, “werden wir uns eines Tages wiederfinden: moralisch versaut und aussenpolitisch isoliert.”
(Helmut Hubacher war danach von 1975 bis 1990 Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.)
Viele Jahre später, wir schreiben Heuer das Jahr 2010, scheinen sich die Worte Hubachers immer mehr zu bewahrheiten. Das traurige aber ist auch, der gealterte Hubacher hatte gegen Ende 2009 eine neue Botschaft, diesmal auch an die SPD-Parteikollegen in Deutschland gerichtet:
“Noch unter Regierung von Helmut Kohl wurden die ganz Reichen, die oberen Zehntausend, stärker besteuert als heute. Unter der rot-grünen Regierung von Schröder ist der Höchststeuersatz für die Reichen gesenkt worden, das war symptomatisch für seine neue Mitte.”
“Von der Unternehmenssteuerreform haben die ganz grossen Konzerne am meisten profitiert. Bei der Regierung Schröder war keine sozialdemokratische Handschrift mehr erkennbar. Schröder ist derart bis Mitte-rechts abgerutscht, dass die SPD ein Stück weit ihre Seele verloren hat. “
“Man kann es sich in keiner Schweizer Partei vorstellen, dass nach einer solchen Niederlage der Verlierer am Wahlabend mit Beifall ins wichtigste Amt geklatscht wird, das war grotesk, ja gespenstisch. Das zeigt, dass die SPD krank ist. “
Generell: Die europäische Sozialdemokratie «nicht in guter Form»
Aus Sicht des Schweizer Narr hat sich seit den Worten Hubachers aus dem Jahr 1972 eine ganze Menge geändert, moralisch versaute sich, nach den Zürcher Gomen, die gesamte westliche Wirtschaftspolitik.
Die neoliberale Seuche des Thatcherismus hatte nach Willy Brandt auch die Sozialdemokratie erreicht. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise stürzten sich die Wähler daher keineswegs auf die Roten, weil sich deren Führer mehr und mehr als die schlimmsten der neoliberalen Wirtschaftskapitäne entpuppt hatten. Den krönenden Abschluss dieser exzessiven Finanzpolitik geschah denn auch unter Peitschen -Peer Steinbrück, welcher die Deutschen an die Banker verkauft hatte.
Die Sozialdemokratie hatte ihre Seele wie bei ‘Faust’ an den Teufel verkauft, wurde zu seinem dienenden Advokaten. Als SP -Bundesrat Moritz Leuenberger, die ersten Zeichen der Finanzkrise waren bereits deutlich zu erkennen, in öffentlich zur Schau gestellten ‘Gedankenspielen’ mit der Privatisierung der Schweizerischen Bundesbahn orakelte, da begann ich auch über die Sozialdemokraten der Schweiz zu zweifeln. Ein Glück dass die Sozialdemokraten in der Schweiz im Provinz-Stil der Entwicklung in Deutschland stets etwas hinterher hinkte.
Während sich also die Sozialdemokraten, bzw. die Demokraten in den USA immer mehr mit der Reaganomics versauten, drifteten die Parteien zur Rechten in fschistoides Gedankengut ab. Wie Hubacher korrekt bemerkt, waren die letzten Jahrzehnte nicht solche der Sozialdemokraten. Während die Sozialisten sich zu Knechten der Finanzlobby verführen liessen, eröffnete die Rechte Politik Dinge wie Guantanamo bis Abu Ghraib. Schmutz, Dreck, Kriege, Verwahrlosung der Gesellschaft.

Trete gegen die Gnomen von Zürich an. 'MS-DOS' Computerspiel
Zu diesem Bild: Der Begriff ‘Die Gnomen von Zürich’ wurden in den 70er Jahre und danach vor allem im englischen Sprachraum bekannt. Dieses Computer- Spiel für die erste PC Generation symbolisiert wie kaum etwas anderes, die neoliberale Transformation der angelsächsischen Gesellschaft. Der Gnom verwandelte sich zuerst zum Krieger gegen die UDSSR (kein Zufall die Sovjet-Flagge im Hintergrund), danach wurde der Gnom zum Vorbild für eine Gesellschaft erhoben, welche insgeheim von der Finanzlobby regiert wird und so für Wohlstand sorgt. Der neoliberal geprägte ‘Freie Markt’ ist ein Markt in welchem die Gnome das sagen haben. Dass der Begriff verschwand danach, faustisch ins positive transformiert, in den Boomjahren der Wirtschaft aus dem Gedächtnis der Menschen. Erst in jüngster Zeit, nach dem Beinahezusammenbruch der Märkte und nachdem die Finanzlobby nur mit staatlicher Unterstützung gerettet werden konnte, taucht der Begriff Gnom wieder in den Medien auf. Die Gnomen sitzen zwar noch immer auch in Zürich, aber in Wirklichkeit ist inzwischen eine globalisierte Kreatur und Wirtschaftskultur mit einer durchaus auch angelsächsischen Fratze geworden. Der Gnom hat inzwischen auch Schlitzaugen erhalten und er ist überhaupt zu einem Symbol der an mechanische Marktregeln verkauften Menschseele mutiert.
Der Westen hatte sich seit dem Zusammenbruch der UDSSR zu sehr auf jene Kräfte verlassen, welche für den Niedergang der kommunistischen Imperialmacht sorgte: Den Kapitalimus. Inzwischen hat nämlich dieser Marktmechanimus ganz im Stile Marxscher Voraussagen, begonnen seine eigenen Eltern zu verspeisen. Die Chinesen nutzen nun diese Mechanismen geschickt aus, um den Finanzbubble nach Asien zu verlocken.

Margaret Thatcher, der Britische neoliberale Gnom, wurde Thatcherismus genannt
Der Westen dachte zu sehr, dass die Globalisierung für ihn arbeiten würden, solange man der Wirtschaft nur möglichst frei Bahn lasse. Hilflos und unter immer grösseren Staatschulden stöhnend muss der Westen zusehen wie der Spekulationsblase Schlitzaugen wachsen.

Ronald Reagan, der US-Gnom mit britischem Thatcher-Gnom, wurde Reaganomics genannt.
Ja sicher, die Schweiz gerät ins Abseits, wird isoliert, die Superreichen wandern ab in die neue Blasenwelt in Asien. Ja sicher, die Zürcher Gnomen habe inzwischen ein neues Steckenpferd, die Massen-Xenophobie, wie sie sich in der Minarettinitiative zeigte. Doch ein Blick in die Foren des Nordens nach Deutschland zeigte….Bravo Schweizer, wir wollen auch die Xenophobie wählen.
Überall Dreck und Schmutz, Invalide werden wie Tiere behandelt, psychisch terrorisiert und mit dem Abbruch ihrer langjährigen Renten bedroht.

Geht es der neoliberalen Wirtschaft gut, geht es woanders schlecht
Es kommt vielleicht soweit dass die Menschen ihre eigene Rente beschneiden in der Schweiz. Angst macht sich breit, eine Angst die nicht unbegründet ist, denn das Erdöl wird bald nicht mehr für alle reichen und die Welt steht vor dem finanziellen Kollaps.

Der sozialistisch-neoliberale Schröder- Gnom und Freund Putin-Gnom
Zum Bild: Mit dem Zuger Briefkastenfirmen-Onkel und Kanzler Gerhard Schröder hatte die Gnomenwelt die Sozialdemokratie erreicht und mit Putin erreichte die Gnomengesellschaft auch die Russen. Müntefering , Peer Steinbrück und andere Sozialdemokraten in Deutschland, festigten die Gnomenwelt in ihrer eigenen Partei.
Der Aufschrei Steinbrücks war gross, als er den faustischen Pakt der Gesellschaft mit der Gnomenwelt bemerkte und schlug wild auf die Schweizer Gnomen ein, allerdings ohne zu bemerken selbst der Ober-Gnom zu sein. Zuletzt hat es noch am Rande die Grünen, mit Gas-Joschi Fischer erwischt und in der Schweiz wurden die Grünliberalen Gnomen gegründet.

Die Gnomenwelt erreicht China und infisziert die Kommunistenwelt
Es wäre für die Sozialdemokratie Zeit sich ihrer Wurzeln zu besinnen und nie mehr dem Finanzkapitalismus nebenher zu laufen. Wer genauer hinsieht, der erkennt, nicht nur die Schweiz ist immer mehr isoliert, die westlichen Staaten entsolidarisieren sich gegenseitig, Protektionismus macht die Runde. Wer bleibt Sieger, der US$ oder der Euro, fragen sich schleimige Spekulanten, während sie selbst Gold bunkern. Überschuldete Staaten schicken Hacker und Diebe aus, um genau das was sie früher jahrelang tolerierten und sogar mitprofitierten, wieder zurückzuholen, aber die Banker schwimmen trotzdem in ihren Gehältern, wie noch nie zuvor.

Die Zürcher Gnomen in China, der Kreis schliesst sich
Zum Bild: Mr. David Li, Chairman of UBS China, Mr. Simon Jin, President of UBS Beijing Branch, Ms. Anna Chan, Managing Director of SOEA, Ms. Zhang Weidong, Headmaster of Tong Zhou Special School with Zhang Ziyi and SO Athletes
eines Tages werden sich alle so wiederfinden: nicht nur inzwischen moralisch versaut und aussenpolitisch isoliert. Wir werden in ein sozialdarwinistisches gesellschaftliches Neusprech einmünden, wo das Wort Entsolidarisierung zum positiven Kult erhoben wird, das Wort Gutmensch anstelle von Seele verwendet wird.
Mehr als die Hälfte der gesamten Wertschöpfung der Banken entfällt auf die Vermögensverwaltung. Dies entspricht gut 25 Mrd. CHF oder über 6% des Schweizer Bruttoinlandproduktes.


More Options ...
Categories
Tag Cloud
Blog RSS
Comments RSS


Void « Default
Life
Earth
Wind
Water
Fire
Light 
Lieber Swissnarr,
Wenn das so weitergeht werden in nicht langer Zukunft eine handvoll
Gnomen auf dem Planeten herumirren, die das gesamte
Weltvermögen an sich gerissen haben. Sie werden jedoch keine
Ruhe finden da sie immer in mannischer Angst leben, es könnte
ihnen jemand etwas wegnehmen.