



“In den nächsten drei, vier Generationen wird die Menschheit Gefahr laufen, auszusterben. Es gibt keinen Plan B. Aber es gibt eben die Hoffnung, dass nicht Aggression, sondern Mitgefühl das Bewusstsein des Menschen bestimmt. Dass Kooperation und nicht Konkurrenz unser Denken dominieren wird. Wenn das so ist, dann haben wir eine Chance.”
“Wir haben den Pro-Kopf-„Peak-Oil“ erreicht. Es gibt heute noch eine Kontroverse darüber, wann der „Peak-Oil“ – also das Förder-Maximum in der Öl-Produktion – erreicht sein wird. Die Pessimisten glauben, was dies zwischen 2010 und 2020 der Fall sein wird. Die Optimisten sagen: 2030. Doch den viel wichtigeren Indikator – nämlich Pro-Kopf-„Peak Oil“ – haben wir bereits 1979 erreicht. Was ich damit sagen will: Wenn man das gesamte verfügbare Öl auf die Weltbevölkerung verteilt hätte, dann hätte man im Jahr 1979 das Maximum erreicht.”
“Zwei Schlüsselereignisse der vergangenen Monate haben das Endspiel des fossilen Zeitalters markiert. Vor 18 Monaten, im Juli 2008, hat der Ölpreis einen Höchststand erreicht: 147 Dollar pro Barrel. In 30 Ländern gab es Brot-Revolten. Die Autoverkaufs-Zahlen stürzten in den Keller. Der ökonomische Motor der industriellen Revolution stotterte und starb schließlich ab. Dann der Kollaps der Finanzmärkte 60 Tage später: das war das Nachbeben. Wir werden eines Tages auf diesen Juli 2008 als wichtigen Moment der Geschichte zurückblicken. Das war der Monat, wo das letzte Kapitel der industriellen Revolution begann. Ich nenne das „Peak-Globalisation“.”
US Soziologe Jeremy Rifkin, in einem Interview mit Thomas Seifert von DiePresse.com
Der Schweizer Narr ist in seinem Artikel “Wenn das Erdöl knapp wird kommt die Inflation” zu ähnlichen Resultaten gekommen.
Rifkin glaubt, dass der Mensch als soziales Wesen miteinander kooperieren würde, wenn sich die Auswikungen des ‘Peak Oil’ abzuzeichnen beginnen. Der Schweizer Narr glaubt dies leider nicht anhand der Entwicklung. Ich vermute eher das Gegenteil, dass in der Gesellschaft bereits jetzt eine dramatische Entsolidarisierung stattfindet.
Eine Grafik des Schweizer Forschungsinstitutes KOF bestätigt “Peak Globalisation”, allerdings nur was die Soziale Globalisierung anbetrifft. Leider sind in der Grafik nur Daten bis 2008 erfasst, der globale wirtschaftliche Einbruch ab Juli 2008, von dem Rifkin spricht, ist noch nicht enthalten.

Entwicklung der weltweiten Globalisierung
Das KOF misst die Globalisierung zudem zuwenig anhand der Nachhaltigkeit, eine solche Kurve müsste seit 1979 kontinuierlich negativ verlaufen sein. Indirekt bestätigt sich dies aber mit der Tatsache, dass seit den 7oer -Jahren die Anzahl hungernder Menschen trotz Anstrengungen angestiegen ist. Etwa einem 1/7 der Menschheit ist es seither nicht mehr gelungen in ihrem Lebensraum genügend nachhaltige Ressourcen aufzubauen um unabhängig überleben zu können. Auffällig ist es, dass bis zum Jahr 2005 noch niemals ein Rückgang der sozialen Globalisierung zu beobachten war. Wenn diese Entwicklung oftmals auch eine Weile stagniert hatte, so gab es hier dennoch immer einen Anstieg.
Wichtig ist es zu erwähnen, dass die soziale Globalisierung für den Grossteil der Menschheit der wichtigste Wert darstellt, ohne soziale Globalisierung ist die wirtschaftliche Globalisierung nur noch für die sogenannten HNWIs von Bedeutung.
Hinweis: Dies sind Menschen mit einem Vermögen über 1 Millionen US$. Weltweit gibt es gemäss dem Forschungsinstitut Capegemini ca. 10 Millionen davon. Diese Menschen verfügten gemeinsam über ein Vermögen von 32 Billionen US$ im Jahr 2008. Zu erwähnen ist hier noch, dass es innerhalb dieser HNWIs Superreiche gibt, welche über ein Vermögen von 30 Millionen US$ oder mehr verfügen. Die Superreichen stellen zwar nur 0,9% der HNWIs (ca. 9000 Menschen), verfügen aber über 34,7% des weltweiten HNWI -Vermögen. Im Jahr 2003 wurden über die Schweiz 30% allen Vermögens verwaltet, welche die HNWI im Ausland angelegt hatte (ca. 25% ihrer Vermögen legen HNWI im Ausland an). Die gegenwärtige Entwicklung ist mir nicht konkret bekannt, jedoch dürfte für die Schweiz damals der Höhepunkt erreicht worden sein und der Anteil seit Ausbruch der Finanzkrise sprunghaft abgenommen haben.
In Deutschland zum Beispiel profitieren die Nettolohnempfänger seit mehreren Jahren nicht mehr von der wirtschaftlichen Globalisierung, die Nettolöhne sind gegenüber dem gesamten Brottonationaleinkommen eingebrochen. Die wirtschaftliche Globalisierung verhalf den Reichen zu mehr Vermögen, wohingegen die Lohnempfänger Verluste am Brottonationaleinkommen hinnehmen mussten. Die negative Entwicklung verlief beängstigend Synchron mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas. Wenn die Nettounternehmenseinkommen als Anteil des Brottonationaleinkommens gestiegen waren, so bestätigt dies indirekt die Tendenz zu ungleicher Vermögensverteilung.

Die Sozialleistungsquote gibt darüber Auskunft, welchen Anteil die Sozialleistungsempfänger am Bruttoinlandprodukt eines Landes haben. Dieser Anteil ist zum Beispiel in der Schweiz rückläufig.

In der sehr stark globalisierten Schweiz stiegen die Vermögen der Reichen, stagnierten die Löhne der Arbeitnehmer und gingen die Leistungen für die sozial Schwachen zurück. Die globalisierte Finanzwirtschaft, so zeichnet es sich ab, wird in wenigen Jahren nicht nur in Europa und den USA nur noch einer positiven Vermögensentwicklung der Reichen dienen, auch in Ländern wie China wird sich die im Moment noch durchaus positive soziale Entwicklung stoppen. Ursache dafür werden dann ebenso ‘Peak oil’ sein als auch der Abschluss der letzten Wachstumsmöglichkeiten der wirtschaftlichen Globalisierung.
Die Menschheit wird dann zum letzten aber sehr rücksichtlosen Raubbau an den letzten Ressourcen der Erde ausholen. Ich glaube nicht daran, dass der Mensch in der Lage sein wird auf Schwache Rücksicht zu nehmen, denn Rücksicht wäre nur zu erwarten, sofern irgendwoher Rettung für Alle in Sichtweite wäre. Die Menschen in Haiti können solange auf Hilfe hoffen, solange es irgendwo auf der Welt entbehrliche Ressourcen und keine Katastrophen gibt, wenn diese Ressourcen Weltweit aufgebraucht sind und überall die Erdölpreise steigen, wird es irgendwann zum globalen Kollaps kommen müssen, egal ob die Menschen soziale Wesen sind oder nicht.
Ich denke auch, dass die letzten Chancen um eine zukünftige katastrophale Entwicklung aufzuhalten, bereits verspielt ist. Die Erschöpfung der Ressourcen kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, Sparmassnahmen und alternative Energien können die Kapazität des Erdöls nicht mehr schnell genug ersetzen. Die Politiker sind grösstenteils Angehörige von Lobbys, welche wiederum im Auftrag der HNWI’s die Regierungen und die Medien beeinflussen. Die Banken werden gerettet, nicht aber hungernde Menschenmassen. Deutschland hat seine Entwicklungshilfen genauso zurückgefahren wie viele andere ehemals reiche Länder. Die Schuldenberge sind nur ein Ausdruck davon, dass die Politiker zu reinen Marionetten einer Ökonomie des Raubbaus geworden sind, genauso wie sich die Menschen im Westen daran gewöhnt haben auf Kosten der dritten Welt und der Erdressourcen zu existieren. Die Zunahme der politischen Globalisierung hat scheint sich inzwischen konträr zur sozialen Globalisierung zu entwickeln, vermutlich eine Auswirkung der Reagan- Bush Regierungen und vermutlich über die Ratschläge der neo-liberalen Ökonomen beeinflussten Staatsregierungen.
Würde Herr Rifkin nicht im Westen leben, so würde er kaum mehr von einem Menschen träumen wo Mitgefühl das Bewusstsein des Menschen bestimmt. Vielleicht wird diese Entwicklung irgendwann geschehen, aber kaum bevor der grösste Teil der Menschheit von diesem Planeten verschwunden sind. Es gibt viele solcher emphatischer Menschen, wozu sich der Schweizer Narr zählen möchte, aber ich bin recht sicher dass derzeit 75% der Menschen in der Schweiz dieses Bewusstsein nicht haben oder nicht haben wollen.
Der Umgang mit sozial schwachen Menschen ist im Westen generell im Rückgang begriffen, dies wird voraussichtlich erst dann gestoppt, wenn sich der Staub der Verwüstung wieder gelegt hat. Die Überlebenden des Holocaust müssen keineswegs jene Menschen sein, auf deren Empathie andere Opfer des globalisierten Raubbau hoffen dürfen. Überlebende von Katastrophen sind auch nicht unbedingt die guten Menschen von Morgen. Wenn Weltweit nichts mehr zu verteilen ist, dann werden die Zustände in Nahost wie das Paradies erscheinen.
Narren hoffen nicht auf die emphatische Entwicklung der Menschheit durch Öl-Schock und infolge der Zerstörung der Natur, sonst wären sie nicht zu Narren geworden, sondern zu Clowns.
Der Mensch ist zwar (manchmal) Emphatisch, aber nur wenn er genügend zum Fressen findet. Je weniger vorhanden ist und je gefangener er sich fühlt, desto eher kommen seine anderen Eigenschaften zum Zug. Empathie ist leider auch ein relativer Begriff. Es empfanden sich damals Ärzte, welche den Genozid an Invaliden empfahlen, durchaus als emphatisch fühlende Wesen, sie fühlten für das Wohl der Gesellschaft zu handeln, einer Gesellschaft die in wirtschaftliche Not geraten war.


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