17 Feb 2010 @ 3:37 PM 
 

Wenn das Erdöl knapp wird kommt die Inflation des Geldes

 
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peak_oil_mensch

In nicht mehr ferner Zukunft gerät die Menscheit in einen Zustand, welchen man durchaus als ein neues Zeitalter beschreiben könnte.

Das Zeitalter wird damit beginnen, dass der wichtigste Faktor für die globale Energieversorung immer teurer wird.

Wissenschaftler benennen den Punkt wo die maximale Ausbeutungskapazität von Erdöl überschritten wird, als Peak Oil.

Dieser Zeitpunkt bedeutet, dass Erdöl für die breite Masse der Erdbevölkerung nur noch teurer werden kann, weil es ab diesem Zeitpunkt immer schwieriger wird die verbleibenden Ressourcen zu erschliessen.

Zwar wird es das Erdöl noch viele Jahrzehnte weiterhin geben, aber es wird in wenigen Jahren für viele Menschen zu teuer werden um es für den Zweck von Verbrennungsmotoren, Heizungen etc. zu verwenden.    

Das Ende des billigen Erdöl heisst aber auch, jedes Produkt welches diesen Rohstoff benötigt um es herzustellen, ebenfalls verteuert. Die meisten chemischen Erzeugnisse lassen sich aus ca. 300 Grundchemikalien aufbauen. Diese Molekülverbindungen werden heute zu ca. 90 % aus Erdöl und Erdgas gewonnen!

Die gesamte Marktwirtschaft ist von billiger Energie abhängig, damit die Märkte wachsen können. Energiesparmassnahmen können zwar auch nach ‘Peak Oil’ noch eine Weile lang die Teuerung kompensieren, aber nicht sehr lange.

Es gibt bisher fast kein Produkte die ohne den Rohstoff Erdöl auskommen, daher wird die entstehende Teuerungsrate gegenüber den Währungen nicht zu kompensieren sein. Es ist völlig egal welche Strategie die  Notenbanken fahren werden, Geld wird unkompensierbar real inflationieren, wenn die Ressource Erdöl knapper wird.  

Was viele nicht wissen ist, dass die tiefen Energiekosten ab der ersten Hälte des letzten Jahrhunderts ausschlaggebend waren für die Menschen im Westen, um an ‘billiges Geld’ zu kommen.  Die Abkoppelung des Geldes vom Rohstoff Gold war notwendig geworden, damit der Staat genügend Geld für alle drucken konnte. Doch der reale Wert des Geldes bleibt letztlich von den verfügbaren Ressourcen der Erde abhängig, auch wenn man es loslöst von der Goldbindung.

In Wirklichkeit basiert der reale Wert des Geldes Heute also auf den verfügbaren Rohstoffen, vor allem auf dem nicht nachhaltigen Rohstoff Erdöl.

Der Staat könnte soviel Geld drucken wie er will, der Rohstoff Erdöl wird sich dadurch nicht vermehren und die realen Förderkosten ebenfalls nicht.

Der reale Wert von Geld kann Heute (trotz dem Begriff Fiat Money) mit dem Arbeitsaufwand verglichen werden um eine bestimmte Menge Energie zu erzeugen.  ( Fiatgeld wird Geld, indem es von den gesetzgebenden Organen eines Staates dazu erklärt wird. Heutiges Zentralbankgeld, wie beispielsweise Euro oder US-Dollar, ist Fiatgeld.)

Die Entkoppelung von Geld vom Goldwert heisst aber nicht dass sich der Wert von Geld real von jeglichen Rohstoffwerten ablösen könnte. Wenn der Staat mehr Geld herausgibt erhöhen sich damit natürlich nicht die verfügbaren realen Ressourcen und der Aufwand um diese zu verarbeiten. 

Früher, als die Menschheit vorwiegend aus dem Agrarbereich über die Nahrungsprodukte Werte schöpften, war der Wert des Geldes indirekt eher an den Arbeitsaufwand gebunden um eine bestimmte Kalorienmenge zu produzieren mit welchem der Organismus Mensch überleben konnte.

Während Zeiten mit schlechten Ernten musste mehr Gold oder Silber ausgegeben werden, um ein Stück Brot zu kaufen. An Gold und Silber gebundene Währungen inflationierten oder deflationierten im Einklang mit dem Produktionsertrag der Agrarwirtschaft. Im Einklang mit der technologischen Entwicklung der Anbaumethoden, der verfügbaren Landflächen und der Umweltbedingungen stiegen oder sanken die Arbeitsaufwände um Nahrung zu erzeugen.

Der reale Wert des Geldes ist Heute aber indirekt an die realen Kosten von Erdöl gebunden, weil der Agrarsektor im Westen einen immer kleineren Anteil am BIP hat. Zwar ist der Wert von Geld letztendlich noch immer auch an Nahrung gebunden, weil dies der elementarste Wert für die Menschen ist. Denoch wird auch dies dadurch relativiert, dass Heute Nahrung unter Einsatz von mit Erdöl betriebenen Maschinen geschieht. Auch das Verpackungsmaterial für Nahrung, die Produkte der Lebensmittelchemie, überall wird Erdöl eingesetzt.

Erdöl ist derzeit durch nichts Gleichwertiges (oder gleich Günstiges) zu ersetzen. Derzeit werden rund 85% des globalen Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt.

Der Weltenergiebedarf steigt derzeit stark an. Bis 2030 wird eine Bedarfssteigerung um etwa die Hälfte auf 160.500 TWh, bis 2060 in etwa eine weitere Verdoppelung auf 321.000 TWh prognostiziert. Hauptgrund ist, dass sich voraussichtlich bis dahin der Lebensstandard in aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern – allen voran China und Indien – stark dem Lebensstandard in den westlichen Industrienationen angeglichen haben wird. Durch die begrenzten fossilen Ressourcen kann der wachsende Energiebedarf nicht annähernd gedeckt werden.

So lässt sich Heute durchaus mahnen: Wenn der Rohstoff Erdöl knapper wird, dann muss der Wert von Geld inflationieren, und zwar REAL.

Da Heute sämtlichen Devisenmärkte der grossen Industrienationen miteinander globalisiert verbunden sind, kann zwar das Fiat Money- Geld einer Währung im Wert ansteigen, aber dafür muss eine andere Währung im Gegenzug fallen. Die Verschiebungen geschehen anhand von Spekulationen oder dann sind sie an die Effizienz der Währung ausgebenden Nationen gebunden. Letztlich entspricht der Gesamtwert aller Wärungen höchstens dem Gegenwert aller zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbaren Ressourcen. Dass der reale Wert des Geldes (pro Kopf verteilt in Form der Nettolöhne) bereits seit Jahren in Deutschland asymetrisch einbricht, zeigen die neusten Daten des Armutbericht.

Armut: Vorboten globaler Ressourcenknappheit?

Zunehmende Armut: Vorboten globaler Ressourcenknappheit?

Alle Währungen gemeinsam können in ihrem Wert am Rohstoff gemessen werden, den Arbeitskosten welche benötigt werden sie zu fördern. Werden die Rohstoffe knapp, steigt der Aufwand und damit die Arbeitskosten. Nur die technologische Entwicklung und die Vorsorge Erdöl durch alternative Energieformen zu ersetzen oder zu sparen, können den Aufwand zur Energiegewinnung senken oder den Bedarf absenken. Die steigende Anzahl Menschen auf der Erde vernichtet aber solche Massnahmen zunehmend wieder.

Kein Staat der Welt vermag  aber durch höhere Liquidität, durch billige Kredite, grössere Geldmengen, die real vorhandenen Rohstoffreserven zu ersetzen.

Wenn die Staaten dies versuchen, wird der Wert des Geldes durch den Umstand des sich dann verknappenden Rohstoffangebots inflationiert. Es ist dann nicht möglich die Löhne der Arbeitnehmer zu erhöhen, denn die Grenze ist eine physikalische Grösse. Werden die Löhne nach dem globalen Peak Oil dennoch erhöht und der Inflation angepasst, entsteht eine globale unkonntrollierbare Hyperinflation. 

Die Aufwertung von Gold, welche seit einigen Jahren anhält, bedeutet in Wirklichkeit eine schleichende Entwertung der weltweit führenden Währungen gegenüber dem Rohstoff Gold, welcher den ‘peak gold’ für diesen Rohstoff bereits überschritten hat. 

Das Verhältnis von US-Dollar Index zum Gold Futures Kontrakt.

Das Verhältnis von US-Dollar Index zum Gold Futures Kontrakt.

Die Entwicklung der Geldwertbindung an Erdöl schreitet weiter voran, einhergehend mit der Produktions-Automatisierung und Rationalisierung überall auf der Welt, weiter über die Ausdehnung des Marktkapitalismus bis China und Indien, Afrika. Je mehr Menschen Anteil am Konsumstil des Westens teilhaben und mit diesem den Finanzmarkt teilen, desto weniger bleibt nach Peak Oil noch für den Einzelnen übrig. Wenn es eine physikalische Grenze der Ausbeutung der Rohstoffe gibt, muss sich die Kaufkraft der Bevölkerungen den Bedingungen anpassen. Die Wachstumsgrenze wird voraussichtlich in wenigen Jahren erreicht, wenn dies nicht bereit der Fall ist.

Menschen welche von Geld zum Rohstoff Gold flüchten sei gesagt, Gold lässt sich letztendlich genausowenig in Erdöl oder Energie umrechnen wie in Nahrungsmittel. In Krisenzeiten kann es vorkommen dass der Staat den Handel mit Gold zu unterbinden versucht.  Trotzdem, Gold ist immerhin ein Rohstoff, welcher sich nicht wie Fiat Money in beliebiger Menge drucken lässt.  Anzumerken wäre noch, dass Gold im Gegensatz zu Erdöl eher gelagert als verbraucht wird, wass die Auswirkungen von peak oil gegenüber peak gold durchaus real für den Durschnittsbürger dramatischer werden lässt.

Nach dem ‘peak oil’ wird Rohöl gegenüber Fiat Money genauso ansteigen wie dies gegenwärtig nach ‘peak gold’ zu erkennen ist. Und weil die Nahrungsgewinnung derzeit stark an den Erdölpreis gekoppelt ist, werden auch die Produktionskosten für Nahrungsmittel steigen.

Wer den Rohstoff Erdöl kauft, der scheint auf der sicherern Seite wenn es knapp wird, aber durch die Produktionsverteuerung von Nahrung und anderen wichtigen Produkten, reicht auch dies nicht aus um den gegenwärtigen Wert zu erhalten. Da die fossilen Energieträger definitiv endlich sind, nutzt es auch nicht für Einzelne um Vorräte zu halten, da die durch Energieverknappung bedrängte Politik sich im Notstand irgendwann auch gegen solche Spekulanten richten wird. 

Warum trat bisher noch nie ein solcher Umstand ein der so relevant ist wie peak oil?  Raten Sie mal, noch nie wurden die Erdressourcen derart überfordert, daher war bisher für den Markt über weltweite Expansion immer wieder Wachstum als Ausweg aus den vielen Krisen der Vergangenheit möglich.

Peak Oil wird übrigens einen ähnlichen Effekt haben wie es bisher zu beobachten ist wenn Spekulanten Reserven bunkern. Weil aber entgegen dem Gold das Erdöl vor allem verbraucht wird, wird entgegen der Fluktuation bei Spekulation ein permanenter Anstieg des Preises zu beobachten sein.  Während Gold gegenüber dem Welt-Fiat Money seit dem Jahr 2000 etwa fünfmal teuerer wurde, so könnte dies bei Erdöl durchaus zu einer ähnlichen Entwicklung führen.

 

Responses to this post » (One Total)

 
  1. tin says:

    Für die Anhäger von Verschwörungstheorien ist die Nachricht, dass das Erdöl knapp werden könnte, gelogen, um den Preis künstlich hoch zu treiben.

    Hier ein Beispiel mit sogenannten wissenschaftlichen Bestätigungen: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/01/wissenschaftler-bestatigen-erdol-ist.html

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