16 Feb 2010 @ 3:13 PM 
 

Es ist soweit, die Welt wird auf hohe Inflation vorbereitet

 
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josef_dagobock

In einem meiner letzten Blogbeiträge habe ich die Verfahren beschrieben mit welchem Staaten vor hoher Staatverschuldung und Arbeitslosigkeit saniert werden sollen. Einer dieser Massnahmen wurde vom neoliberalen “Ökonom des Teufels”, Assar Lindbeck, bereits vorgeschlagen:

- Durch eine ‘Überraschungsinflation’

Umgekehrt kommt es für den Schweizer Narr daher, entgegen Presseblättern wie dem Spiegel oder der ‘Süddeutschen’ alles andere als überraschend was Heute der IWF ankündigt. Es soll nämlich das Ziel der Notenbanken auf ein langfristiges Ziel von 4% Inflation heraufgesetzt werden.

Unter dem Begriff Rethinking Macroeconomic Policy steht überhaupt kein neuartiger Gedanke, sondern ein sehr alter, nämlich mittels Inflationierung des Papiergeldes aufgetürmte Schulden abzubauen. Gleichzeitig bedeutet dies auch die Vernichtung von Vermögen der Sparer.

Dies bewirke auch, dass die Reallöhne der Arbeitnehmer gesenkt werden und so verursacht werde, dass die Arbeitgeber zusätzliche Arbeitnehmer einstellen könnten. Es werde dann gemäss Lindbeck, durch die Einstellung von billigen Arbeitslosen ein ‘arbeitgeberfreundlicher Lohndruck’ auf alle Arbeitnehmer ausgelöst und die Arbeitslosigkeit abgebaut.

Nachtrag vom 03.03.2010: Soeben wurde bekannt (statistisches Bundesamt) dass in Deutschland die Brutto-Reallöhne das erste mal seit 1949 im Jahr 2009 insgesammt über alle Branchen rückläufig waren. Das Resultat kam aber nicht über Lohnsenkungen der Arbeitnehmer zustande, sondern es sei infolge Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden entstanden.

Da aber die  Lohnanteile bereits im Verhältnis zum realen totalen Volkseinkommen seit Jahren stark abgesunken sind, werden kaum neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Effekt der Globalisierung des Warenhandels und der Finanzmärkte führt nach wie vor zur Auslagerung von Arbeitsstellen, so dass eine hohe Inflation im Westen lediglich zur Verarmung der gesamten arbeitenden Bevölkerung führen dürfte.

Während sich die Finanzeliten wie niemals zuvor über die Rettungspakete mit Kapital vollpumpen konnten, sie inzwischen damit in reale Werte geflüchtet sind oder sich gegen Inflation abgesichert haben, dürfte die Geldentwertung aber vor allem die Durchschnittsbürger hart treffen.

Würde es den Notenbanken gelingen eine doppelt so hohe Geldentwertung wie zuvor angestrebt zu erreichen, so könnten sich die Menschen nur dadurch dagegen schützen, indem in Sachwerte wie Immobilien,Land oder Rohstoffe geflüchtet wird. Dies wird zu einer weiteren Umverteilung von Vermögen führen, denn die meisten Menschen werden hierzu nicht in der Lage sein. Die Politik soll gemäss der neoliberalen Ökonomen, zu denen auch  Olivier Blanchard vom IFW gehört, die Gewerkschaften schwächen. Diese sind aber Heute bereits stark geschwächt infolge der Globalisierung.

Man muss sich also auf etwas ganz anderes als eine stabile Zukunft einstellen, der IWF hat nun das Tor zur Hölle der Geldentwertung weit genug geöffnet um zum Beispiel FED Chef Beranke die Möglichkeit zu verschaffen die Welt für die US-Staatsverschuldung und den neuen Sozialismus für Reiche, bezahlen zu lassen.

Nachtrag 25.02.2010 : Bundesbank-Chef Axel Weber: “IWF riskiert Glaubwürdigkeit

Nachtrag 04.03.2010:  Mark Schieritz von ‘Der Zeit’ kritisiert Axel Weber:  ‘Inflation ist gut für die Demokratie’, behauptet er.

Nachtrag 03.03.2010: Inflation aus ungeahnter Richtung: Mit der angestrebten Anpassung des ‘Bankenregelwerkes” Basel II, kann mit Basel III, zumindest im Bankengeschäft, schon bald mit hohen Teuerungsraten gerechnet werden. Unter dem Motto das mehr Sicherheit etwas koste, werden kaum die Banker ihre Gehälter oder Gewinnziele senken, vielmehr ihre Bruttowertschöpfung erhalten wollen und damit eine Teuerungsrate von bis zu 33% pro Jahr lostreten.

“Jedenfalls würde die Aufrechterhaltung des RoE-Niveaus auf 13,3 Prozent eine Preiserhöhung von 33 Prozent erfordern. Eine Preiserhöhung, die sich in erster Linie im Kommerz- und Investmentbankgeschäft niederschlagen würde. Insgesamt würden die Banken laut der JP Morgan-Studie 221 Milliarden US-Dollar (162 Milliarden Euro) zusätzliches Kapital benötigen.”

 

Responses to this post » (2 Total)

 
  1. Das Problem der Arbeitslosigkeit wird uns in Zukunft immer stärker treffen. Spätestens in der nächsten Krise werden wieder Arbeitsplätze wegfallen die nicht wieder aufgebaut werden können.

    Das Problem wird nicht durch Änderungen in der Geldverteilung und Erhöhung des Drucks auf Arbeitslose gelöst. Auch ist die massive Ausweitung des Billiglohnsektors und Stützung durch die Grundsicherung nicht der richtige Weg. Uns brechen die Einnahmen weg.
    Also verschuldet uns die Regierung immer weiter. Die nächste große Krise wird folgen.

    Doch die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller. Leider glauben die meisten Menschen das, dass so sein müsste. Das ist aber ein Trugschluss.

    Uns müsste es eigentlich immer besser gehen, da wir mit so wenig Aufwand wie noch nie immer mehr produzieren können.

    Uns geht es aber immer schlechter, statt immer besser.
    Eigentlich sollten wir immer weniger arbeiten müssen. Jede Produktivitätssteigerung sollte uns eine bessere Lebensqualität bringen.

    Gehen wir endlich die Ursachen der Arbeitslosigkeit mit dem Arbeitsguthaben System an.

    http://www.arbeitslosigkeit-besiegen.de

  2. Samuel says:

    Vielleicht steigt ja auch das allgemeine Interesse an den Hintergründen, wenn’s plötzlich an die eigene Geldbörse geht. Vielleicht ja auch nicht und man prügelt einfach auf jemanden ein, bis man sich wieder besser fühlt…

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