28 Jan 2010 @ 1:12 PM 
 

Phantasieloser Clown Sarkozy

 
Vorlesen mit webReader
Nikolas Sarkozy der Clown

Nikolas Sarkozy der Clown

Die Rede des französischen Präsidenten Nikolas Sarkozy vor dem WEF offenbarte dem Schweizer Narr eindrücklich, wie phantasielos, doppelbödig und gar Grotesk widersprüchlich die ökonomische Vorstellungskraft führender Politiker Heute wieder ist. Zwischen vergangenem Verhalten und den öffentlich zur Diskussion gestellten Vorhaben klafft zudem eine derart grosse Lücke, dass die Rede als makabre Rhetorik in den Ohren schmerzt. 

Wäre auch noch zu erwähnen, dass Vorhaben zur Regulierung des Finanzmarktes durch gewichtige Redner am WEF seit Jahren der Öffentlichkeit vorgeschwindelt wurde, so auch am letzten Treffen unter dem Eindruck der Finanzkrise. Geschehen ist seither wenig, die Finanzlobby konnte sich ungehindert an den Rettungspakten bereichern. Der Unterschied zwischen Rede und Tat ist dermassen gross geworden, dass dem WEF unterstellt wird inzwischen ein Forum für machtlüsterne selbstverliebte Leichenfledderer zu sein. Davos sei Tod . «Der ‹Davos Man› hat nichts mehr zu sagen», Clown Sarkozy spricht aber noch immer.

Wie andere WEF-Teilnehmer auch, setzt Sarkozy auf die Vergesslichkeit des Beobachters. Doch wie vergesslich muss man sein um zum Beispiel dessen Händeschütteln mit Kathafi im Jahre 2007 zu vergessen, den ungehemmten Deal mit französischer Nukleartechnologie in eine Diktatur?

Der indirekt an China gerichtete Vorwurf unseren Markt mit billigen Produkten zu überschwemmen, dies kann nur einem senil gewordenen Politiker in den Sinn kommen.  Westliche Politiker haben jahrelang  eine Globalisierungspolitik betrieben und Unternehmer wurden immer wieder aufgefordert in China zu investieren. Keineswegs war es so dass dem Handel soziales Verhalten und Regeln zur Nachhaltigkeit auferlegt wurde.

Unter dem Begriff Corporate Social Responsibility  müssen hingegen verantwortungsbewusste Konzerne, ohne die Unterstützung durch den Gesetzgeber zu erfahren, selber behelfen!  Das Engagement kostet die wenigen Unternehmen welche CSR tatsächlich umsetzen und nicht nur versprechen, sehr viel Geld.

Alles was unter CSR geschieht, bedeutet dass dies für andere Unternehmen nicht erforderlich ist, weil es der Gesetzgeber nicht einfordert!

Die Definition von CSR gemäss dem Grünbuch der Europäischen Komission:

“Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“

lässt sich für die Mehrheit der globalisiert tätigen Unternehmen wie folgt unter geltendem Recht umformulieren:

„Es benötigt wenig Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren und im Ausland noch weniger“

 Nikolas Sarkozy und die anderen westlichen Staatführer, sie gehören schliesslich zu den Gesetzgebern denen es seit Jahren gelungen war genau dies zu verhindern:

  • Unternehmen benötigen per Gesetz kein oder wenig soziales Verantwortungsbewusstsein
  • Die Unternehmen müssen per Gesetz Umweltbelange nicht oder wenig berücksichtigen
  • Unternehmen müssen Steakholder nicht in die oben genannte Verantwortlichkeiten intergrieren

Wäre es anders, so würde CSR nicht auf FREIWILLIGER BASIS existieren, sondern das Dreisäulenkonzept von CSR (drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Soziales) wäre längst vom Gesetzgeber definiert!  Wenn Herr Sarkozy nun von den Chinesen die drei Säulen der Nachhaltigkeit einfordert, so ist er offensichtlich auch für Chinesen als Clown einzustufen. Während die Franzosen im eigenen Land über Gesetze von den Konzernen einige wenige Elemente Nachhaltigkeit einfordern, so gelten diese Vorschriften zum Beispiel nicht im Ausland. Französische Unternehmen sind in der dritten Welt nicht unbedingt als ‘die Guten’ zu erkennen, im Gegenteil. Es existieren kaum internationale Abkommen, diese nur gemäss den drei Säulen zu erlauben. Die wenigen international gültigen Abkommen die es gibt, etwa die Abkommen gegen Kinderarbeit, werden in bestimmten Weltregionen noch immer weitgehend ingnoriert.

Der Trend, welcher mit der eisernen Lady Margret Thatcher eingeläutet wurde und von Ronald Reagan und nicht zuletzt Paul Volcker weiter ausgebaut wurde, ging in eine ganz andere Richtung! 

Weil der globalisierte Handel CSR weitgehend vermissen lässt, so wurden auch auf nationaler Ebene jahrelang Sozialabbau betrieben, die Nachhaltigkeit bewusst missachtet. Die neoliberalen Politiker von Rechts bis Links, sie wollten jegliche Verantwortung der Privatwirtschaft überlassen, das Wort ‘Privatisierung’ war im Westen jahrelang der Spitzenrenner.  Die Atomenergie wurde zum Beispiel eingeführt, ohne die Folgen für die zukünftigen Generationen zu überlegen, im Preis von Erdöl ist die Endlichkeit dieser kostbaren Ressource nicht eingerechnet, die fränzösischen Energiekonzerne arbeiteten mit Saddam Hussein zusammen, die Waffenproduzenten dürfen in das von der Sharia diktierte Saudi Arabien exportieren, Lebensmittel dürfen zu Treibstoff für das Automobil verarbeitet werden, der nicht nachhaltige Kaffeehandel ist um Faktoren grösser als der Handel unter CSR, das neue Freihandelsabkommen der Schweiz mit Japan nimmt keine Rücksicht auf Produkte vom gefährdeten Wal, usw. usw.

Der Herr Sarkozy ist zudem ein Clown des Schreckens, wie die meisten westlichen Staatsführer der Gegenwart. 

Sie sind die Geister welche gegenüber der Öffentlichkeit stets ‘das Gute’ vorspielen, aber doch stets ‘das Böse’ umsetzen. 

Herr Sarkozy sieht deshalb keine Alternative zum Kapitalismus, weil seine ganze Persönlichkeit aus kapitalistischen Ideologien abzuleiten ist. Der Kern des Kapitalismus besteht aus einem sehr effizienten Schneeballsystem, er ist im Prinzip äusserst primitiv und einer modernen sozial verantwortlichen Gesellschaft nicht würdig. Der Kapitalimus ist eine Ideologie der Macht des Stärkeren und wenn nun die Chinesen damit unter dem Einfluss von Wachstumspotential erstarken, so wird eben Herr Sarkozy nun zum schwächelnden Verlierer, so einfach ist das.  Sowohl Franzosen,Briten als auch die USA reklamieren von den Chinesen nun ein Verhalten, dass ihnen selbst niemals heilig war, ein Zeichen von Schwäche aus der Sicht des Kapitalismus.

Sofern Nachhaltigkeit zum Überleben der Menschheit immer wichtiger wird, muss der Kapitalismus überwunden werden. Dies kann aber nur geregelt ablaufen, wenn im globalen Kontext CSR überall zwingend umgesetzt wird.

Nun stehen die westlichen Politiker vor einem Scherbenhaufen, weil sie ohne das Dreisäulenkonzept der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, den Banken Geld in den Allerwertesten gepumpt haben und damit die Staatverschuldung über die gesetzliche Zulässigkeit aufgetürmt haben.  Die Clowns wissen aber, dass jede Exit-Strategie aus der Liquiditätsfalle,  in ihrer kapitalistisch gesteuerten Psyche in staatliche Missachtung von CSR hinaus läuft. 

Die Finanzlobby wird sich weigern den 2009 gemachten Reibach wieder abzugeben und weil ja gemäss Sarkozy der Kapitalismus unbedingt erforderlich ist um die Welt zu bewegen, wird das Geld auch weiterhin vor allem dorthin fliessen wo bereits viel Geld vorhanden ist.

 

Responses to this post » (One Total)

 
  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Freie Mediale S., Freie Mediale S.. Freie Mediale S. said: Der Schweizer Narr » Blog Archive » Phantasieloser Clown Sarkozy: Unter dem Begriff Corporate Social Responsibility müs http://url4.eu/1FazZ [...]

Post a Comment

You must be logged in to post a comment.

\/ More Options ...
Change Theme...
  • Users » 1
  • Posts/Pages » 344
  • Comments » 201
Change Theme...
  • VoidVoid « Default
  • LifeLife
  • EarthEarth
  • WindWind
  • WaterWater
  • FireFire
  • LightLight

Fraktal Design



    No Child Pages.

Das Kapital



    No Child Pages.

Print Service



    No Child Pages.

Emo Art



    No Child Pages.