



Rückgang angemeldeter Automobile in den USA
Wie vor kurzem Lester R. Brown’s Earth-policy Institute berichtete, zeichnet sich in den USA derzeit ein Trend zu weniger Automobilen ab. Die US- Hypomarktkrise und der Niedergang der Automobilindustrie verweisen zudem auf die gleichen Ursachen, eine ‘erodierende Marktsättigung’ infolge einer überschuldeten Gesellschaft. Diese Entwicklung wird auch vor Westeuropa keinen Halt machen, da hier mit einer gewissen Verzögerung dieselben Ursachen auf den Markt einwirken.
Konsumrausch ohne Wertschöpfung
Die westlichen Politiker haben seit Jahren auf die Karte eines uneingeschränkten globalisierten Welthandels gesetzt. Weder im Sinne der Nachhaltigkeit noch im Sinne sozialer Tragbarkeit für die eigenen Bevölkerung wurde der Welthandel bisher reguliert.
Der Finanzhandel begann im Westen zunehmend, den früher wichtigsten Faktor Privatkonsum zu konkurrieren. Den USA, aber auch Westeuropa wurde durch die aufstrebenden Märkte, wie China oder Osteuropa, die Produktion von Gütern abgenommen.
Die Entwicklung bei der Geldmenge M3 wurde von der US-FED wohl nicht ohne Grund aus den Publikationen der FED an die Öffentlichkeit gestrichen. Die Entwicklung wird seither nur noch von privaten Analysten weiter beobachtet, zum Beispiel hier.
Analysiert man die Entwicklung der Geldmenge nach dessen Kreislauf, so ist für die Bevölkerung auch in Deutschland eine ähnlich unschöne Entwicklung wie in den USA auszumachen. Relativ zum Gesamtvermögen im Währungsraum, haben 95% der Bevölkerung eine immer geringere Bedeutung. Diese Entwicklung ist eine der Hauptursachen für die Finanzkrise, weil letztlich eine Wirtschaft nur so stabil ist wie die eigene Bevölkerung.
Mit dem Aufstieg von Ländern wie China wird auch für die eigene Wirtschaftselite die Luft immer dünner, auf Kosten der eigenen Bevölkerung und KMU zu schmarotzen.
Nebenbei erwähnt: Mit der von Obama angestrebten Bankenregulierung wird vermutlich nur das Überleben der eigenen Elite angestrebt, die Massnahmen machen mir zuwenig deutlich wie damit dem ärmeren Teil der Bevölkerung Kaufkraft zurückgegeben werden soll. Das derzeit stattfindende WEF läuft wohl insgeheim unter dem Motto der Vermögenssicherung unserer Wirtschaftselite. Wie lässt sich das Vermögen der Elite sichern, wenn ein Grossteil der westlichen Bevölkerung in die soziale Verwahrlosung abgleitet.
Um die immer besitzloseren 95% der Bevölkerung nicht vom Konsum abzuschneiden, wurde ihnen komplementär gewährt viel Schulden über immer mehr Kredite zu machen, was 2008 zum Kollaps solcher Finanzprodukte in der USA führte. Dort ist die Entwicklung des Kaufkraftverlustes derart fortgeschritten, dass dies auch negative Auswirkungen auf die Automobilindustrie ausübt.
Den Politikern war nichts besseres eingefallen, als den Zusammenbruch des Kreditwesens über schlecht zielkoordinierte Rettungspakete hinauszuschieben, die nun aber massiv die Staatshaushalte des Westens belasten. Die für die Banken unregulierte Verwendung der Rettungspakete führte zudem dazu, dass sich die Finanzlobby 2009 wieder massiv über solche Geschäfte bereichern konnte, die mit der Entwicklung in der Realwirtschaft kaum etwas zu tun haben. Welche Unterschiede in der Vermögensentwicklung zwischen ‘Normalbürger’ und den Gehältern der Bankeliten inzwischen besteht, darüber weiss Querschüsse zu berichten, es ist ohne Zweifel das Werk eines bisher staatlich sanktionierten Verbrechersyndikates, welches Gesetzeslücken schamlos zur Selbstbereicherung ausnutzt. “Die sechs größten Finanzinstitute haben 2009 fulminante 136,089 Mrd. Dollar an Gehalts- und Bonizahlungen geleistet…..Bei Morgan Stanley wurden sogar 61,8% der Erträge an die Führungskräfte, Top-Trader und Angestellten überwiesen. An die 32′500 Mitarbeiter von Goldman Sachs gingen 2009 durchschnittlich 498′246 Dollar, bei Morgan Stanley mit 19′000 Mitarbeitern waren es 14,438 Mrd. Dollar, ein Anstieg von +31% zum Vorjahr bzw. durchschnittliche skandalöse 759′894 Dollar!“
Banken sind zu den zentralen Motoren eines kapitalistischen Umverteilungsmechanismus geworden, welcher vor allem der seit Jahren gegenüber der eigenen Bevölkerung betriebene Politik der Machteliten reflektiert. In der Handhabung solcher Mechanismen werden Wirtschaftsstudenten, oftmals die Söhne der Eliten, an Universitäten instruiert. Politik und Finanzlobby sind über die Jahre zu Partern geworden um in der globalisierten Welt Gewinne einzufahren, jedoch ohne den Grossteil der Bevölkerung darin angemessen partizipieren zu lassen!
Der Zorn der US-Bevölkerung über sich bereichernde Banker ist gross, so dass man sich z.B. bei Goldman Sachs inzwischen mit Waffen zur Selbstverteidigung ausgestattet hat. Obama kommt mit seiner Bankregulierung vermutlich zu spät, ausserdem ist es fraglich ob die angestrebten Erlasse von der Finanzlobby nicht wieder ausgehebelt werden.
Ein grosses Problem ist zudem unter der neoliberalen Politik der vergangenen Jahrzehnte im Westen entstanden, weil wenn man die Geldmenge Weltweit betrachtet, sich die ungleiche Vermögensentwicklung auch in die Schwellenmärkte exportiert hat. In China zum Beispiel ist die Vermögensumverteilung um das 22fache seit 1998 angestiegen. Derzeit kann man die Entwicklung an der Anzahl hungernder Menschen ablesen, von denen es seit der Entwickung international gehandelter gebündelter Derivatprodukte immer mehr gibt.
Zwar werden die Verkaufszahlen von Automobilen in den Schwellenmärkten noch zunehmen, aber dort sind vor allem weniger rentable Billigstprodukte gefragt und ein Trend zu kleinen (aber günstigen) Elektromobilen scheint vor dem Durchbruch zu stehen.
Für die Automobilindustrie im Westen stehen die Karten also schlecht, denn mit dem Aufstieg des Elektroautos sind infolge technischer Restriktionen niedrigere Verkaufspreise verbunden, wenn die Fahrzeuge den Konsumenten hier noch erreichen sollen. Eine Chance tun sich dann allerdings für lokale Nischenmärkte auf, was vielleicht hierzulande Fahrzeuge wie das Leichtbaufahrzeug ‘Emo’ mit einem Verkaufspreis von ca. 15000.- sF. zum Durchbruch verhelfen könnte. Der nach wie vor nach sozialen und ökonomischen Massstäben im Sinne von Nachhaltigkeit unregulierte Weltmarkt, lässt aber leider befürchten, dass ein Auto ‘made in Switzerland’ letzlich in China oder gar Indonesien produziert wird.


More Options ...
Categories
Tag Cloud
Blog RSS
Comments RSS


Void « Default
Life
Earth
Wind
Water
Fire
Light 
Lieber Swissnarr
Dem Kommentar über die USA ist eigentlich nichts mehr beizufügen.
Falls Du das selber geschrieben hast muss ich Dir ein kleines
Kompliment machen. Die Wortwahl und der Inhalt isind echt beunruhigend..
Die Rechtschreibung ist ja Nebensache , siehe mein Komentar.
Korrigiere bitte meine fatalsten Schreibfehler vor einer ev. Publikation.
Ein Mysterium in unserer Welt ist doch dass etwas eigentlich
nicht funktionieren kann aber doch funktioneren tut und das
länger als man denkt oder als man auf der Erde weilt.
So gesehen das Finanzsystem. Fraglos grundlegende Mängel, aber
deren teilweise äusserst widersprüchlichen Aspekte sind
derart weitläufig das es schwierig ist das Problem kurz zu fassen.
Goethe schrieb ja schon “Ich habe keine Zeit mich kurz zu fassen” (Spass)
Ich selber hielt mich in den letzten 20 Jahren mit Abständen fast
2 Jahre in den Staaten und Canada auf . Nach wie vor ist die USA
ein faszinierendes, grossartiges , facettenreiches Land.. Die Menschen
sind meist freundlich und zuvorkommend. Man kann ja nich das Volk
mit der Regierung gleichsetzen. Das wäre ja so wie die Auswärtigen
alle Schweizer mit unserem Moritz gleichsetzen würden und daraus
schliessen das alle Schweizer irgendwie komisch und seltsam sind.
Na ja, aber ein Narr sollte ja auch nich immer am mäckern sein und
den Menschen die nasskalte Wahrheit ins Gesicht klatschen.
Ich hoffe mal auf einen Lachkrampfbeitrag bis bald dann
belleharmony
Hallo M..ek, die USA kenne ich selbst ebenfalls, aus über die letzten Jahre verteilt 18 Monaten Aufenthalt. Allerdings war ich nicht wegen meinem Beruf dorthin unterwegs. Ich bereiste vor allem den südlichen Westen der USA. Unsymphatisch sind mir nicht die Menschen, hingegen aber das Gesellschaftssystem eines ungezügelten Finanz-Kapitalismus. Moritz Leuenberger finde ich nicht besonders komisch und seltsam, im Vergleich zu mir selbst jedenfalls weniger
Als Narr habe ich übrigens nicht im Sinn irgendwelche Wahrheiten zu verkünden. Ich beobachte aber verschiedene Dinge, welche verursachen dass sich Menschen gegenseitig quälen (müssen) und versuche davon zu berichten. Dass im Moment unser Finanzsystem auf meinem Index steht heisst nicht etwa dass mich Geld oder die Finanzwelt privat besonders interessieren würden, aber die sozialen Aspekte die aus diesem Gesellschaftmodell in unser tägliches Leben eingreifen sind gefährlich. Die Gefahr besteht nicht unbedingt, dass der Mensch darin nicht materiell überleben könnte, aber er entwickelt sich psychisch rückwärts, wird infantil. Die herunterhängenden Hosen in gewissen Jugendkulturen erinnert mich an wandelnde Babys die desorientiert auf der Suche nach Muttermilch herumirren.
Die Finanzwelt, so wie sie sich derzeit darbietet lässt die Menschen lebendig schlafen, im Schneeballsystem der Börsen schläft das soziales Wesen Mensch, welches angeblich mit ‘höherem Bewusstsein’ existieren könnte. Mein Ziel ist es dass der Mensch den Kapitalismus überwindet und dadurch zu erwachen in der Lage ist.