25 Dez 2009 @ 12:27 PM 
 

Heuschrecken begleiten unseren Niedergang

 
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Vor dem Ausbruch der Finanzkrise blühte nicht nur der Handel mit Wertpapieren, Investoren versuchten sich auch über den Handel mit ganzen Unternehmen zu bereichern. Diese Investoren wurden in politischen Diskussionen in Deutschland auch als Heuschrecken bezeichnet, weil ihre Tätigkeit zu sozialen Verwerfungen führen kann.

Der Handel mit Unternehmen wird auch als Private Equity (da diese Geschäfte ausserbörslich geschehen) bezeichnet und über die Fonts sogenannter Private-Equity-Gesellschaften(PEG)  abgehandelt. Ihre finanziellen Mittel besorgen sich die PEG-Fonts also in diesem Fall vor allem bei institutionellen Anlegern wie etwa Banken oder Versicherungen, in einigen Fällen auch direkt bei vermögenden Privatpersonen.

Der Handel mit Unternehmen verläuft mit grosser Rücksichtslosigkeit gegenüber den Arbeitnehmern der gehandelten Betriebe. Oftmals wird beim Kauf einer Unternehmung durch einen PEG-Fonds auch das gesamte Management ausgewechselt. Um die Betriebe für den Wiederverkauf zu optimieren, was normalerweise etwa 3-6 Jahre dauert, werden Betriebe oftmals rücksichtslos reorganisiert und mit riskanten Manövern wie etwa der Auslagerung ganzer Abteilungen in Billiglohnländer, zum sparen gezwungen. 

Würden die Investoren direkt in die Targets investieren, müssten sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zum Schutz ihres kaufmännischen Rufes finanziell geradestehen. Die Investoren erhalten bei den PEGs Anonymität und damit Schutz vor einer finanziellen Haftung. Dies wird erkauft mit erheblichen Gebühren für das Fondsmanagement sowie durch überproportionale Erfolgsbeteiligungen zugunsten der Fondsinitiatoren.

Die Turbulenzen am Finanzmarkt hatten nun einigen PEG wie etwa Candover stark geschadet, da der Handel infolge der grösseren Risiken ins Stocken geraten war. Als im Frühjahr 2008 die Finanzwelt einbrach, erhofften sich noch so manche Finanzjoungleure Rettung durch Privaty Equity. Das ‘Manager magazin’ spiegelte den Irrsinn mit abgefackten Werbeslogans:

Selten waren Heuschrecken für die Börse so wertvoll wie heute.” 

“Der Markt muss froh um jeden Käufer sein”

“Diejenigen, die die Euphorie angeheizt haben, verdienen nun möglicherweise auch noch an der Krise”, sagt Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanzzentrums. Das habe zwar einen “schalen Beigeschmack”, meint der Bankenexperte. Aber: “Die Krisenprofiteure sind dringend erwünscht”, sagt Gerke. “Der Markt muss froh um jeden Käufer sein.”

Nachdem nun nicht die Heuschrecken, sondern die staatlichen Rettungspakete einigen Grossbanken und Investoren zu hoher Liquidität verholfen haben, ergab sich erste danach im ‘Sozialismus für Reiche’ die Erholung des Investment-Banking. Die Rettung geschah ja dann nicht über kapitalistische Mechanismen, sondern über einen für die Börsenspieler und nun auch die PEG-Fonts  lukrativen Verschuldungssalat der öffentlichen Hand.

Die angebliche Wirtschaftserholung, die gegenwärtig leider vor allem im Wertpapiermarkt und nicht in der Realwirtschaft geschieht hat den Markt bereits in einen Zustand gebracht, wie er sich kurz vor dem Lehman Zusammenbruch ausgebildet hatte.

Der Unterschied ist jedoch, dass der Aufschwung auf dem Risiko einer stark steigenden Staatsverschuldung der grossen westlichen Demokratien und Industrienationen aufbaut, welches zuvor mehr von privater Seite getragen wurde. Der zuvor mehr privat getragene Kapitalismus wandelte sich zum Sozialismus für Reiche. Die Banker können nur ihre Taschen mit Milliarden aus der Gelddruckpresse der Notenbanken füllen (siehe ‘das Wunder an der Wallstreet’).

In vielen Schwellenländern geschieht nun aber etwas anderes, dort vermag die Realwirtschaft noch stark zu wachsen, Länder wie China füllten ihre Rettungspakete daher vermehrt in solche Unternehmen ab. Die Staatsverschuldung ist dort sogar rückläufig, weil die Konzerne der Realwirtschaft einen nicht virtuellen Return in die Staatskassen einzubringen vermögen.

Es entstanden dort viele leistungsstarken neuen Unternehmen, wie etwa der Schiffsbau, IT, Stahlkonzerne usw, welche zu immer grösseren Konkurrenz gegenüber den ‘alten Industriestaaten’ im Westen werden.

Während nun die Aktien westlicher Konzerne durch die Geldflut hiessiger Notenbanken und das Anlagegebahren der Banken über ein realistisches Mass hinaus angestiegen sind, ist der Aktienwert der Betriebe in Schwellenländern noch moderat geblieben. Durch die Expansionsmöglichkeiten in den Schwellenländern können die Werte der Unternehmen dort noch wachsen.

Diese Entwicklung ist den Heuschrecken nicht entgangen, die PEG-Fonds haben so z.B. in Asien neue Opfer für das Private Equity-Geschäft sondiert. Sobald die Aktienmärkte, wie viele Ökonomen annehmen, im nächsten Jahr im Westen abflachen werden, wird die neu entstandene Gier der Investment-Banker in  Targets der Schwellenmärkte fliessen. PEG-Fonts werden somit ab Mitte 2010 einen Wiederaufschwung erfahren. Die sich im Gange befindliche Aktien-Inflationierung, vorangetrieben durch die Geldflut der Notenbanken und der Eigenkapital-Finanzierung der Banken, wird infolge der zwangsläufig auslaufenden Rettungspakete zurückgehen.    

Diese Entwicklung und die in Schwellenmärkte vordringenden PEG-Fonts,  sind für den Schweizer Narr Indizien für die sich bereits im Gange befindliche Verschiebung wirtschaftlicher Machtzentren, etwa nach China. Der Heuschreckenschwarm verlässt den ausgezehrten Markt im Westen und schwärmt zu neuen Futterplätzen aus. Private Euitiy wäre, wenn reguliert und mit sozialer Verantwortung durchgeführt, keine Gefahr für den Markt im Westen. Tatsache ist es aber, dass die PEG-Fontsmanager durch Anwendung strenger im Kapitalismus verankerter Mechanismen, Verantwortung und nachhaltige Entwicklung als Kostenfaktoren betrachten und diese zu umgehen versuchen. Der Schweizer Narr hat in einem solchen von Heuschrecken tranformiertem Unternehmen, seine eigene Erfahrungen gesammelt.

Machtverschiebungen gingen im Kapitalismus nie ohne Nebengeräusche vonstatten, das globalisierte Finanzsystem versucht in ein neues Gleichgewicht zu gelangen. 

Diese Krise wird sich auf dem Buckel westlicher Demokratien abspielen, welche wegen der hohen Staatsverschuldung von den Grossinvestoren verlassen werden. Nächstes Jahr ist daher eine weitere Schwächung demokratischer Regierungsformen zu erwarten, weil sich inzwischen fast jede Demokratie stark verschuldet hat und die Schwellenländer meist Autokratisch bis Diktatorisch geführt werden.

In Asien gibt es schon jetzt zahlreiche Finanzmagnaten, welche lächelnd auf den Niedergang der westlichen Demokratien mit ihren alternativen Staatsideologien warten. Während der politische Islam hier als grosse Gefahr wahrgenommen wird, lauert auf den Westen und die alten Industrienationen’ weit grösserer Schaden, die Machtverschiebung der Wirtschaft in demokratiefeindliche Umgebungen. Die Finanzblasen wandern aus den ausgebrannten Märkten ab  und die Heuschreckenschwärme markieren neue Futtergründe für jene Finanzinvestoren, die sich mittels Liquidität aus den Rettungspaketen aus dem Schutt der Finanzkrise befreit haben.  

Die Staatshilfen des Westens fliessen in Wellen aus ihren Quellen ab und das Kapital sammelt sich fern ab in den Schwellenmärkten. Die Verschuldung der ‘alten Industrienationen’ hilft  also keineswegs den dort noch über Jahrzehnten belasteten Steuerzahlern, das Kapital wird von der Finanzlobby gewinnbringend ausserhalb angelegt. Die Schulden aber bleiben nahc dem Rückzug der Geldschwemme zurück, so will es die Marktlogik der freien Finanzlobby, die sich neu als ‘Kapitalistische Internationale’ erkennen.     

Die wirtschaftliche Machtverschiebung sendete bereits ihre Signale aus der Klimakonferenz zu Kopenhagen. Nächstes Jahr werden wir wohl während den internationalen Wirtschaftsgipfeln erneut erleben müssen, wie die durch westliche Politiker versprochenen Regulierungen sich in Luft auflösen werden. Diesmal wird es die angestrebte Fianzmarkregulierung treffen, die Vorhaben werden wie Seifenblasen platzen und anstelle dessen werden vermutlich äusserst undemokratische Mittel zur Finanzkontrolle das Licht der internationalen Staatengemeinschaft erblicken.

Dieselben marktkapitalistischen Mechanismen, welche den UDSSR-Kommunismus in den Untergang getrieben hat, wird sich gegen die ehemaligen Sieger wenden, denn ‘der Markt’ ist letztendlich weder der Freund sozialistischer noch demokratischer Systeme. Das System will Kosten einsparen und Kapital mittels der Schneeballsysteme nach oben umverteilen.

Welche Regierungsform für durchkapitalisierte Märkte am Günstigsten ist, dies ist bereits jetzt an den (meist Männlich) hierarchisch geführten Finanzkonzernen sichtbar. Lässt man dem Kapitalismus völlig freie Hand, dann entwickelt sich letztendlich auch die internationale Politik nach seinen Regeln und verdrängt Inselsysteme wie eben auch die Demokratien.

Sie werden es sehen: Die Finanzlobby wird der Demokratie genauso entschieden den Rücken zuwenden, wie sie dies bereits gegen den Sozialisten taten. Der Westen hat die Chinesen immer wieder gebeten mehr internationale Verantwortung zu tragen.  Die Chinesen werden nun nach einigem zögern, freundlich lächelnd den Abstieg der Demokratien begleiten und die Schwellenländer mit ihrer eigenen neokapitalistischen Ideologie bemuttern. Lesen Sie dazu auch meine Bloggeschichte ‘Das Geheimnis der gelben Pyramide’.

Vampire stehen im Kino wieder hoch im Kurs, aus Sicht des ‘Schweizer Narr’ ist dies kein Zufall und aus dem Wesen unserer Zeitepoche heraus erklärbar. Die Angst vor den Blutsaugern und der damit verbundenen seltsamen Erotik ausgesaugter Menschen findet sich auch im Börsenspiel des Marktes wieder.  Wenn sich die Mehrheit der Schweizer zum Bankgeheimis bekennt und diese  Form des Geschäftsmodells untermauert, so erscheint dies dem Schweizer Narr wie die Verteidigung eines Vampir-Schlosses durch ihre verführten Bewohner, in welchem die verwegene Erotik des Blutsaugens als nationales Lebensmodell verteidigt wird.

Schweizer Vampirismus in Aktion Aus dem Dossier von RatKontrapunkt

Die obersten 2% der Schweizer Bevölkerung verdienen 20 x mehr als die untersten 10%

3,7% der Bevölkerung besitzen 50% des Schweizer Volksvermögens.

 

 

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