



Die inzwischen globalisierte Diskussion um das Schweizer Minarettverbot ist nur ein weiteres Symptom einer bereits seit Jahren andauernden Serie bestimmter Negativschagzeilen welche aus der Schweiz auf die internationale Bühne gelangen.
Immer wieder stehen im Mittelpunkt der Berichte die besonders auffälligen Wahlplakate der rechtsgerichteten Schweizer Partei SVP. Die an nationalsozialistische Werbung erinnernden Motive (so nicht wenige ausländische Kommentatoren), welche oft Minderheiten betreffen, werden inzwischen ob ihres Erfolges von Parteien wie Lega Nord oder der Deutschen NPD für sich adaptiert.

Inzwischen kennt man diese geschmacklosen Plakate nicht nur in Europa, sie erschienen bereits in den USA zu besten Sendezeiten im Fernsehen. Die Plakate haben sich inzwischen zu einem negativen Markenzeichen der Schweiz entwickelt und sie haben inzwischen positiv besetzte Motive wie das rote Kreuz ersetzt.
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Die britische Zeitung ‘the Independent’ beschrieb bereits vor einiger Zeit die Schweiz als neues ’schwarzes Herz Europas’. Abgebildet auf der Titelseite war ein Wahlplakat der SVP welche schwarze Schafe zeigte die von weissen Schafen mit Fusstritten aus dem Land geworfen werden.

und die Adaption der NPD…

Die Schweiz befindet sich seit der Bankenaffäre mit den nachrichtenlosen Vermögen auf einem immer steileren moralischen Sturzflug. Das Ansehen der Schweiz in der Welt schwindet immer mehr dahin und die Vorwürfe werden immer heftiger. Die Schweizer wären ein Volk mit ausgeprägter Doppelmoral und wären selbst massgeblich am Ausbruch der Finanzkrise beteiligt, indem sie massiv die Kapitalflucht begünstigten und zum Beispiel die Massnamen gegen den Iran hinterlaufen. Die SVP Wahlplakate erscheinen auch in grossen US Zeitungen, wo sich Juden über das Verhalten der Schweizer im Zusammenhang mit dem Iran beklagten. Jetzt kommen Inserate in Zeitungen hinzu die von Muslimen stammen die zum Boykot von Schweizer Markenartikeln aufrufen.
Die Schweiz hat aber auch neue Freunde in der Welt erhalten, zahlreiche Rechtsparteien in Europa loben die Schweizer zunehmend für ihr Wahlverhalten. Die Schweizer SVP erhält vermehrt Unterstützung von Rassisten und Nationalisten aus aller Welt die sich bei diesen Schweizern erkundigen und sich beraten lassen möchten.
Die Schweizer stehen im Zentrum des Versuchs einer konservativen Revolution, welche von der SVP Parteileitung bereits seit langem für die Schweiz angestrebt wird. Man erinnere sich an die entsprechenden Vorarbeiten von Christoph Mörgeli.
Nachdem die Schweizer nun zu hohem Wähleranteil positiv auf das schreckliche Plakat mit den Minaretten und der verschleierten Frau in Schwarz reagiert haben, steht die Schweiz bei Machern von politisch-satirischen Sendungen zuoberst auf dem Programm. Da läuft braune Schweizer Schokolade über die Plakate und lässt unser Land im braunen Sumpf erstarren, usw.
Der Schweizer Narr ist bereits seit langem davon überzeugt, dass die Schweizer Behörden und der Gesetzgeber sich viel zu tolerant zu diesen SVP Wahlplakaten und zu den Abstimmungskampagnen der SVP geäussert haben. Einzelne Städte haben zwar bestimmte Wahlplakate untersagt, aber auf nationaler Ebene konnte bisher xenophobe Werbung gegen Minderheiten durchgebracht werden.
Selbst die Schweizer Invalidenversicherung war vor kurzem auf einen solchen Werbestil aufgesprungen, was bei den Behinderten und Invalidenorganisationen zu massivem Protest geführt hat.
Der Erfolg der SVP hat in der Schweiz zu exzessiver Geschmacklosigkeit und Xenophobie in der politischen Werbung geführt, mit verheerendem Resultat auf das moralische Verhalten der Bürger und auch von hohen Staatsbeamten. Die extrem beleidigend erscheinende Werbung der Invalidenversicherung musste sogar vom Bundesrat gestoppt werden, aber der Schaden daraus ist nicht mehr rückgängig zu machen.
Auch die späten Einsichten die viel zu spät und lange nach der Zulassung der Minarettinitiative aus der Regierung dringen, können den Flurschaden für die Schweiz nicht beheben. Allenfalls besteht noch eine Hoffnung für die Zukunft, dass die Regierung Volksabstimmungen besser auf Kompatibilität gegenüber internationalem Recht überprüfen. Aber nicht nur Volksabstimmungen, auch viele Erlasse der Regierung selbst, wären der Überprüfung wert, sowie natürlich auch der Propagandastil politischer Parteien. Spätestens seit Guantanamo wissen wir, wie weit sich auch alte Demokratien von internationalem Recht entfernen können.
Der politische Diskussionstil ist inzwischen weitgehend geprägt von der Roheit die aus den immer extremer ausgearbeiteten SVP Wahlplakaten zu entspringen scheint. Gewiss waren auch die umstrittenen Plakate der Invalidenversicherung inspiriert durch den Erfolg der SVP -Plakate.
Auch elektronische Spiele auf dem Internet verwenden vermehrt Motive aus dem aggressiven Propagandamaterial der SVP, was bereits zu vielerlei berechtigten Sorgen von Eltern geführt hat.
Gelingt es den Schweizern nicht diese geschmacklosen Plakate zu unterbinden und zu einer Mässigung in der Rhetorik zu gelangen, so wird das Land möglicherweise die geschichtlichen Erfahrungen Europas im letzten jahrhundert nachholen müssen. Unter der SVP Propaganda läuft inzwischen selbst der Schweizer Sozialstaat Gefahr sich selbst abzuschaffen, zumindest ein Gefälle zu schaffen in welchem die Minderheiten nichts mehr zu lachen haben. Gegenüber dem Ausland gerät die Schweiz zunehmend in eine moralische Schieflage, bei welcher das Land gewiss nicht nur wegen zunehmender Kritik aus islamischen Ländern leiden wird.
Viel gefährlicher als die Sprüche aus Libyen und Teheran sind weitere Negativschlagzeilen in Europas Zeitungen, geschmückt mit dem agressiven Exportschlager der SVP, den rechtsradikalen Wahlplakaten made in Switzerland.
Langfristig wird so der politische Werbestil der Schweizer SVP die Schweiz in den moralischen Bankrott driften lassen, was sich gewiss auf wirtschaftlicher Ebene immer negativer auswirken dürfte.
Nicht die muslimische Burka wird die Zukunft der Schweiz untergraben, viel mehr ein immer wahrscheinlicherer moralischer Bankrott einer ganzen Gesellschaft, bei denen sich im Fahrwasser des moralischem Zerfalls auch gemässigt erscheinende politische Führer und Beamte zu ethisch bedenklichen Vorschlägen verleiten lassen.


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Super Artikel. Meine Beobachtung ist da recht ähnlich: Seit längerem muss ich immer wieder FreundInnen aus dem Ausland erklären, was hier eigentlich abgeht und das ich nicht dieser Meinung bin.
Bedenklich vor allem finde ich, dass die SVP sagt, sie arbeite für die Schweiz, während wir dank ihrer Arbeit international in die Besenkammer gestellt werden. Um es überspitzt auszudrücken: Wann gibt es erste UNO-Sanktionen gegen uns?
[...] via, dazu passend diese und diese Pflichtlektüre vom Schweizer [...]