



Einige Faktoren weisen darauf hin, dass die geplatzte Spekulationsblase in den USA einen ähnlichen Verlauf nehmen könnte wie 1929. Damals rauschte der Index ebenfalls mächtig in den Keller, bevor der Ausverkauf gestoppt wurde.
Danach gab es einen kurzfristig mächtigen Gegentrend über etwa drei Monate hinweg. Dies reflektiert was nach Börseneinbrüchen in der Realwirtschaft geschieht, es entsteht grosse Unsicherheit in den Betrieben, zuerst werden einmal die Lager abgebaut und nichts neues bestellt. Dann erfolgt eine Entlassungswelle, was zu Insolvenzen führt und das Kreditgeschäft belastet.
Etwa 6 Monate lang dauert (in einem Depressionszyklus) eine erste Rezessionsphase, bevor sich die Konzerne zwangsläufig nach abgebauten Lagern mit neuen Produkten und Rohstoffen eindecken müssen. Weil Import/Export zuerst massiv gesunken waren, erscheint es danach so als würde sich die Wirtschaft schnell wieder erholen.
Neben dem Abbau von Lagerbeständen unternehmen Konzerne nach sehr starkem Börsensturz jedoch weitere Sicherheitsmassnahmen, die sich dann erst Mittelfristig auswirken. Übermassig abgebaute Arbeitsstellen werden nach einer ersten Beruhigung wieder belegt, allerdings zu tieferen Löhnen.
Investitionen in Entwicklungen werden hinausgezögert, Maschinen länger in Betrieb gehalten bevor sie erneuert werden. Das Eigenkapital wird sukzessive erhöht, was Gewinne in Form von Sicherheit bindet. Da Banken mit der Kreditvergabe zögern, wird das Bedürfnis nach Eigenmitteln grösser.
Typisch für diese Phase ist ein deflationärer Zustand der Warenkorbpreise. Geld beginnt auch dadurch mehr Wert zu erhalten, indem das allgemeine Lohnniveau sinkt.
Entgegen dem Börseneinbruch 1929, platzte die Spekulationsblase 2008 diesmal allerdings globalisierter, denn fast jede Nation der Erde beteiligte sich direkt oder indirekt am US Hypomarkt, über komplexe Hebelpapiere und Versicherungen. Weiter wurde der Abwärtstrend diesmal über Rettungspakete für die Banken gestoppt, welche eine unglaublich hohe Verschuldung der Staaten ausgelöst haben.
Ebenfalls anders als 1929 ist der immens höhere Aufbau von ‘virtuellem Vermögen’, welches das Welt BIP um den Faktor 700% überstiegen hatte. Diese Blase wurde auf Kosten zukünftiger Generationen über die Rettungspakete am Leben erhalten.
Auch damals leisteten die Staaten Hilfen über Konjunkturprogramme, nur dass diese mehr in die Realwirtschaft einflossen. Diesmal erfolgten diese Hilfen viel schneller, allerdings vornehmlich in das Bankensystem. Damit hat die USA bisher für über 23 Billionen US$ Bürgschaften übernommen, die sie im schlimmsten Fall zur Gänze verlieren würde. Weitere Rettungspakete und Versprechen in diesem Umfang sind kaum vorstellbar ohne Kollaps von Fiat Money.
Die wahren Ursachen des Börseneinbruchs sind aber nach wie vor nicht gelöst, aus der US -Subprime Gesellschaft wurde inzwischen eine Gesellschaft die noch insolventer wird. Die Realwirtschaft hat den Kontakt zur Finanzwirtschaft bereits fast verloren, was besonders für die KMU zutreffen dürfte.
Die Rettungspakete haben bewirkt, dass die obersten Gesellschaftsschichten wieder Gewinne erwirtschaften können, weil in Wirklichkeit nur das Teilsystem der Wirtschaft gerettet wurde, wo aus Geld noch mehr Geld generiert wird, im Derivatehandel. Die Arroganz der betreffenden Finanzlobby erscheint verantwortungsloser denn je.
Die scheinbare Erholung in der Realwirtschaft führe ich darauf zurück, dass etwa die Einkaufsmanager glauben, dass das schlimmste bereits überstanden ist. Es ein von der Börse orchestrierter Glaube entstanden, unter dem die Manager hoffnungsfroh ihre Bestellbücher wieder auffüllen. Der Glaube wird dann vorerst auch bestätigt, weil auch zahlungskräftige Kunden die in letzter Zeit sehr gespart haben, wieder zugreifen wollen.
Ihren Glauben schöpfen sie aus den Erfolgen einiger Grossbanken im ersten Quartal. Diese Erfolge werden allerdings kaum wiederholt werden können, denn die Rettungspakete können nicht ewig verteilt werden, die tiefen Zinsen versprechen wenig lukrative Geschäfte und die Bilanzen sind jetzt ja bereits nach oben manipuliert. An und für sich ist es gesund, wenn gespart wird, allerdings wird dies nicht wirklich getan, sondern wieder vermehrt an den Börsen ‘gespart’, wo die Menschen nach wie vor glauben, höhere Erträge erzielen zu können.
Viele weiteren Analysen der Situation bestätigen meine Ansicht, dass wird in absehbarer Zeit eine starke Ernüchterung erleben werden. Der Effekt von Bernankes ‘Helikoptergeld’ an die Banken hat vor allem das Wiederaufkeimen des schädlichen Hochrisikoverhaltens an den Börsen geführt, während in der Realwirtschaft die Restrukturierung viel länger Zeit benötigt.
Die Börsen stehen aus meiner Sicht vor einer weiteren Umkehr, welche allerdings erst beim Ergebniseingang der Banken im letzten Quartal so richtig aufkommen könnte. Bis dahin werden vermutlich noch eine Menge kleinerer Anleger in die Falle gelockt werden, wärend sich die Insider konsolidieren.
Es ist unklar wann genau der erneute Zusammenbruch kommen wird, aber er wird möglicherweise noch schlimmere Folgen haben als die gegenwärtige Krise.
Es sind weder massgebliche neue technologischen Entwicklungen in Sicht die einen starken Aufwärtstrend auslösen könnten, noch wird das kapitalistische Wirtschaftssystem im Westen an weitere neue Ressourcen gelangen können. Ob die Regulierungsversuche der Regierung Obama Erfolge zeitigen, das ist noch völlig ungewiss. Bisher wurde viel zuwenig getan um den Spekulationsmarkt zu kontrollieren.
Theoretisch könnte sich die Wirtschaft globalisiert noch etwas weiter ausdehnen, doch sind hier durch die begrenzten Rohstoffvorräte und die Folgen der Klimaänderung Grenzen gesetzt.
Ein etapierter Aufwärtstrend führte damals in den USA erst 1950 zum Erreichen des Index vor 1929. Nach den ersten Gegenbewegungen folgte zuerst eine langjährige Ebbe.
Die nächste Spekulationsblase die platzen wird, ist die der Rettungspaketblase zusammen mit Bernankes Helikopterkapital. Was danach kommt ist ungewiss, vermutlich Währungsreformen oder Schuldenabbau durch (Hyper)inflation, aber kaum Änderungen an den sozialdarwnistischen Prinzipien des gegenwärtigen Kapitalismus. Bisher waren die Regulierungsanstrengungen sogar eher geringer als nach 1929 in den USA unter Franklin D. Roosevelt.
Der gegenwärtige ‘New Deal’ ist einer mit einigen Grossbanken, eine Art Sozialismus für eine bestimmte Elite von Reichen.
Ein sehr ähnlicher Verlauf wie zwischen 1931 und 1950 in den USA halte ich für eher unwahrscheinlich, er dürfte eher volatil langfristig nach unten tendieren. Der Trend wird auch Richtung Abbau von Sozialleistungen gehen, was sich jetzt bereits andeutet, zu einer Gefahr und Belastungsprobe für die Demokratien wird. Diese Tendenz wird sich dadurch verstärken, dass das nichtdemokratische China gegenüber dem Westen in eine bessere Situation gelangt ist. Ein ‘Entgegenkommen’ mit China könnte wohl nur heissen, dass wieder ein Teil Möglichkeit geopfert wird die Finanzlobby über Demokratie zu regulieren.


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The response level to local and national disasters is awesome but it’s a damn shame that so many citizens take advantage of the negative situations.
I mean everytime there is an earthquake, a flood, an oil spill – there’s always a group of heartless people who rip off tax payers.
This is in response to reading that 4 of Oprah Winfreys “angels” got busted ripping off the system. Shame on them!
http://www.cbsnews.com/blogs/2009/08/19/crimesider/entry5251471.shtml