06 Mrz 2009 @ 3:43 PM 
 

Dr. Doom, Roubini, sieht globale Depression kommen

 
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50millionen

Während für den Chef-Ökonom der Zeitung Business Week die USA jetzt in die Wirtschaftsdepression gefallen sei,  ist für Wirtschaftsprofessor Roubini die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Depression nun auf 33% angestiegen. Das Interview stammt von Gestern, dem 5. März 2009.

Wie der Schweizer Narr in diesem Beitrag bereits erklärte, hatte die Wirtschaftspolitik diesen Wirtschaftszyklus praktisch aus dem Lehrplan verbannt.

Mandel, der Chef- Ökonom von Business Week sagte (frei übersetzt) im verlinkten Beitrag: “Die Rückschau in die Vergangenheit (der grossen Depression) bildet keine Garantie für eine Rückkehr des Wirtschaftswachstum auch in unserer Zeit! (…past returns are no guarantee of future performance).”

Die könnte, falls sie sich global ausweitet, letztlich zum Zusammenbruch des globalen Finanzsystems führen.

Nuriel Roubini gehört Heute zu den angesehensten Wirtschaftsprofessoren der USA und Weltweit. Weil er die Subprime Krise und den Einbruch der Börsenmärkte vrausgesagt hatte, besitzt er in der Presse Heute den Spitznamen Dr. Doom.

Letztes Jahr führte er zu Beginn des letzten Jahres den Begriff Stagdeflation ein. Diesen Zustand der Wirtschaft sieht er als Zwischenstufe zwischen Rezession und einer noch vermeidbaren Depression. Der Preisindex der Konsumentenpreise (in der Schweiz) ist und auch wie erwartet fast im Nullprozentbereich angelangt.  Der Schweizer Narr glaubt allerdings nicht, dass sich dieser Begriff einbürgern wird, denn ich kann zwischen Deflation und Stagdeflation kaum einen Unterschied erkennen.

In einer Deflationslage kommt es zu eher sinkenden Preisen im Konsumentenpreisindex. Dass die Wirtschaft gleichzeitig stagniert dabei, das soll der Roubini-Begriff symbolisieren. Nun, das tut die Wirtschaft denn auch, sie stagniert und ist in einigen Bereichen sogar rückläufig. Detlef Guertler moniert diesen Begriff denn auch als fehl am Platz. Neben Roubini gab es natürlich noch weitere Ökonomen welche die Krise vorausgesagt hatten. Roubini ist einer der bekanntesten Wirtschaftprofessoren in der Presse, und Presse -Mr. Jones hängt eben gerne am Rockzipfel grosser Namen.

Roubini hält eine Weltweite Depression noch für vermeidbar, allerdings sieht er noch keinen Silberstreifen am Horizont. Vorschusslorbeeren erhält das Team um Barack Obama. Die Massnahmen des neuen US Präsidenten sieht er in die gute Richtung gehen. Für Europa und die Einheitswährung Euro, sieht Roubini eine Bewährungsprobe kommen. Roubini sieht auch zu verschiedenen Europäischen Ländern hinüber, welche Banken hätten die zu gross seien um sie fallen zu lassen, aber das Land zu klein um die Bank zu stabilisieren.

Roubini wollte mit dem Begriff offenbar einen neuen Zustand definieren, der über eine Rezession hinausgeht und zwischen einer deflationären Rezession und einer brutalen, aber verhinderbaren Depression liegt.

Der Schweizer Narr meint aber: Rezession befällt normalerweise nur Teilsysteme der globalen Wirtschaft. Doch seit der Globalisierung des Finanzmarktes können sich Subsysteme beim Einbruch einer Grösse wie den USA nicht vom Trend ablösen. Die betroffenen ‘toxischen Wertpapiere’ wurden global gehandelt und verkauft. Was Roubini über China sagt, das nenne ich den Weg in den Protektionismus, aber Roubini scheint es  für richtig zu halten dass sich das Land von der Exportabhängigkeit ablösen will.

Eine Depression hat die Merkmale, dass auch führende Teilnehmer am Finanzmarkt sich nicht mehr woanders hinwenden können um Gewinne wie früher zu generieren. Mit Warren Buffet, welcher jetzt auch Verluste schreibt, ist der letzte dieser finanziellen Grossmagier vom Thron gefallen. Da der Finanzmarkt globalisert ist, gibt es keine Ausweichmöglichkeit mehr, das Desaster ist Weltweit zu spüren.   Wenn man das Wort Stagdeflation anzweifelt, dann kommt man zwangsläufig zum Begriff Depression, welche laut Business Week nun die USA erfasst habe.  Die Dominosteine sind dort bereits bei der Rezession ausgelöst worden, der Schweizer Narr kann nichts erkennen dass die Steine nicht auch in Europa fallen werden. Roubini gehört vermutlich wie im oben verlinkten Beitrag zu jenen, welche die Wahrheit mit Neuwortschöpfungen verdrängen wollen.

Nein, die USA befindet sich in einer Depression, die Börsenmarktkapitalisierung hat sich seit dem Höhepunkt mehr als halbiert. Es gibt kein Entkommen, die Steine werden auch in  Europa fallen. Der Staat kann nur noch auf Pump Hilfe leisten, da rächt es sich auch das viele Länder bereits zuvor hoch verschuldet waren. Deutschland besitzt zwar viele ausländische Gläubiger, doch wie sollen diese weiter Zinsen bezahlen können, da selbst in der Krise?  Die Stagdeflation ist ein Wort welches meint, dass man in einer beginnenden Depression diese noch vermeiden könne. Roubini sagte in seinem Interview auch Gestern, dass er das Wort Deflation letztes Jahr noch nicht in den Mund habe nehmen wollen. Welch schöner Satz welcher einen Verdrängungskampf signalisiert, auch bei Roubini, welcher gegen die Bezeichnung DOOM, nun mit eher harmonisierenden Tönen  anspricht, allerdings mit bröckender Tendenz. Doch über den Begriff gibr es noch weitere  Spötter, welche Stagdeflation als Gruselwort bezeichnen. Dort vermutete man einen neuen Zinsschritte der EU nach unten, was ja jetzt auch geschehen ist.

An den Aktienmärkten werden derzeit sogar schlechte Nachrichten als Argument zum Börseneinstieg genutzt, trotz steigender Arbeitslosigkeit in den USA stiegen Heute die Kurse in Europa an. Man hatte noch schlimmere Zahlen vermutet. Wer allerdings weiss, wie in den USA diese Zahlen gemessen werden, der traut dem nicht so recht, es geschieht mit Telefonumfragen. Trotzdem aber, die Zahlen sind die schlimmsten seit 1983. Mal also sehen, ob die US Börsianer Heute auch jubeln nachdem Gestern wieder Tiefstände erreicht wurden, oder ob sie vielleicht an die Gefahr für ihren eigenen Job denken…. mehr als die Hälfte der seit der Rezession arbeitslos gewordenen US -Amerikaner verloren nämlich in den letzten 4 Wochen ihren Job, also über 2 Millionen!

Der Schweizer Narr meint, ausser bei Nahrung und Mieten ist hier bereits Deflationstendenz zu spüren. Die EU hat wieder ihre Leitzinsen senken müssen, was auch Europa immer naher an die Nullzinspolitik der USA heranbringen wird. Hinter der Deflation wartet bereits die Hyperinflation in den Startlöchern. So wie dieser Herr Robert Rethfeld bereits im September 2007 von einer Deflationsgefahr sprach und von abnormalen Konstellationen sprach, so gibt es auch Experten welche die Hyperinflation nach der Deflation bereit am orten sind.

Nachtrag vom 11.03.2009: Der Schweizer Unternehmer Schneider Ammann sieht Inflationsgefahr aufkommen. 

Hyperinflation tritt  in einem ungedeckten Papiergeldsystem (Fiat-Money) dann ein, wenn die Flucht aus dem Geld von Anlegern und Konsumenten beginnt und die Regierung/Zentralbank versuchen, den folgenden Crash durch Gelddrucken aufzuhalten. Genau eine solche Tendenz ist begonnen worden. Es kommt dazu dass immer mehr Leute sparen müssen oder wollen. Die Preise sinken in der Folge. Nun kommt die Realwirtschaft dem nach und beginnt die Produktion zu drosseln, es werden Menschen entlassen, das Lager wird abgebaut.

Danach aber kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo sich die Nachfrage wieder ein klein wenig erhöht. Es fehlen dann aber die Produkte zum Verkauf, die Preise steigen schnell an. Mises schreibt: “ Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kredit-Expansion zu vermeiden!”

Eine Hyperinflation geht immer von der Nachfrageseite aus, also den Konsumenten und Investoren. Die Zentralbanken reagieren, indem sie den deflationären Crash durch das drucken von Geld hinauschiebt. Historisch gesehen wurde der Beginn einer Hyperinfaltion vorangezeigt. Man bemerkt es wenn auch einfache Leute Gold zu kaufen beginnen, ja selbst unsinnige Waren welche den Wert erhalten würden.

Doch bei Fremdwährung ist Heute wohl in den grossen Industrienationen wohl Fehlanzeige, weil es offensichtlich ist, dass US$ und der Euro letzendlich gekoppelt sind. Die ganze Angelegenheit, so meint dies der Schweizer Narr, muss fast zwangsläufig in Währungsreformen der Leitwährungen enden, weil der Kollaps durch die Globalisierung nun Weltweit sein wird. In Deutschland wo es einst zu Hyperinflation hatten Bauern Lebensmittel nicht mehr gegen Geld verkauft, sondern gegen Gold, Fremdwährung oder Waren. Diesmal dürfte es auch keine Ausweichwährung mehr geben.  Ein weiteres Merkmal war es damals, dass die meisten Leute sich zuerst weigerten daran zu glauben dass der Staat nicht mehr helfen kann. Als sie es dann glaubten, so war es zu spät.

Es ist jetzt zu spät, trotz gut eingeschlagener Richtung…..

Nouriel Roubini überlasse ich das Schlusswort:

Any good news out there?

Honestly, as of now, I don’t see any. Policy is moving in the right direction. My concern is this is too little, too late.”

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Categories: Finanzen, Welt
Posted By: sCHwizzer Narr
Last Edit: 11 Mrz 2009 @ 10 42 AM

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