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Möchten Sie wissen warum bei vielen Bankern derzeit trotz Finanzkrise gute Laune vorherrscht?

Aber Achtung, dieses Wissen ist gefährlich, es könnte ihren Blutruck erhöhen. Vielleicht möchten sie es besser doch nicht wissen, falls Ihnen die Konsequenzen daraus bewusst werden.

Nun denn, Sie haben es so gewollt, denn Sie lesen ja munter weiter…

Nehmen wir nun also an, ich wäre der Chefbanker einer grossen Geschäftsbank. Natürlich möchte ich Reich werden und natürlich möchte ich möglichst wenig dafür tun, so wie alle die was drauf haben. Gleichzeitig ist es mein Ziel beste Verbindungen in die Politik und zu meiner eigenen Lobby zu pflegen und die Aktionäre bei Laune zu halten.

Derzeit gelingt dieses Kunststück recht leicht, denn als Chefbanker kenne ich einige Fakten, die mich ganz persönlich interessieren, weil sie meine Taschen wie von selbst füllen können:

Unser Finanzsystem ist nämlich derart organisiert, dass Notenbanken nur den Geschäftsbanken Geld verleihen dürfen, was derzeit (auch dank unserer Lobbyarbeit) praktisch zum Nulltarif geschieht. In der Europäischen Union ist z.B. eine direkte Finanzierung der Staatsverschuldung durch das ESZB verboten (Art. 123 AEUV).  Wäre dies anders, so könnte der Staat sich selbst Geld drucken lassen, was unter Hinnahme einer möglicherweise höheren Inflation geschehen würde. Doch Geldentwertung  kann es auch über Zinsen geben, wie wir unten noch sehen werden, Zinsen wären aber nicht zu bezahlen, wenn der Staat sich selbst Geld ausborgen könnte.

Die Politiker wollten es also so, dass Notenbanken nur uns Geschäftsbanken Geld drucken und ausleihen dürfen, nicht aber direkt dem Staat und nicht direkt den Konzernen der Realwirtschaft.  Wir, die Geschäftsbanken, können uns derzeit vom Staat soviel Geld ausleihen wie wir wollen, denn wer keine Zinsen bezahlen muss, der kann das Geld jederzeit ohne Kosten auch wieder zurückgeben.

Ich, der ehrenwerte Chefbanker der US-Geschäftsbank Goldzahn, habe nun also angeordnet, von diesem Geld einige hundert Milliarden US$ zu borgen.  Solche Dinge erledigt unsere Dienstabteilung mit dem Computer innert Sekunden. Wir sind damit ja keinerlei Risiko eingegangen, die Milliarden auf unserem eigenen Konto kostet uns lediglich interne Verwaltungskosten. Je grösser die Geldmenge, desto weniger kostet uns übrigens diese Verwaltung pro ausgeborgtem US$.

Da die Politiker wie gesagt früher einmal beschlossen hatten, dass der Staat bei hoher Verschuldung das fehlende Kapital nur auf dem ‘freien Markt’ beschaffen darf via Staatsanleihen, so wenden sie sich ….na an wen wohl? … natürlich an Investoren wie uns. Selbstverständlich sind wir von Goldzahn nicht nur eine Geschäftsbank, sondern auch eine Universalbank und verwalten auch noch Vermögen unserer privaten Kundschaft.

Ich habe daher folgendes beschlossen: Aus dem bei uns aufgetürmten Milliardenpott kaufen wir vom Staat Anleihen, für den der Staat 3,5% Zinsen zu zahlen hat.

Je mehr Staatsanleihen der Staat ausgibt, desto mehr holen wir wieder von der Notenbank rein. Unsere Geschäftsidee heisst also, derselbe Staat welcher uns via seiner Notenbank Geld gratis borgt, belasten wir wiederum über dessen Staatsanleihen mit Zins.

Wir sind praktisch kein Risiko eingegangen damit, denn der Steuerzahler finanziert nun unseren Gewinn. Die Politiker wissen das, sie stecken mit uns unter einer Decke, wir haben sie nach Ausbruch der Finanzkrise wieder fest im Griff. Als Verögensverwalter nehmen wir ja auch gerne Kleinkundengelder für 1% Zins entgegen, die werden es uns ja nicht verübeln wenn wir ihr Geld via Staatsanleihen, für uns ohne Risiko, gleich wieder in klingende Münze verwandeln. Allerdings gibts von der Notenbank das Geld billiger als von den Kleinkunden, die brauchen wir noch zur Umsatzsteigerung, sonst vielleicht für später einmal wieder….wer weiss.

Die Politiker rufen in der Öffentlichkeit gegen die Spekulanten zum Kampf, aber wir von Goldzahn müssen ja nicht spekulieren, solches ist uns ziemlich fremd. Für uns ist Gewinn eine Selbstverständlichkeit, der genauso fest steht wie die Differenz zwischen Zins der Notebank und Staatsanleihe.

Natürlich jammern die Politiker stets immer wieder, dass die Realwirtschaft dezeit weniger leicht Kredite erhalten, aber dieselben Politiker wollten ja, dass wir möglichst keine riskanten ’subprime’ -Kredite mehr vergeben. Wir können es uns nun ja auch leisten, denn unser Umsatz ist über die vielen Staatsanleihen, besonders die Ausländischen, wieder mehr als gut.

Selbstverständlich habe ich auch Anweisung gegeben, bei unserer US-Notenbank Geld zu borgen, mit dem wir wiederum Staatsanleihen von den Griechen etc. reinsaugen, denn die bringen uns noch mehr Zins. Im Prinzip borgen uns in diesem Fall die US-Steuerzahler via Notebank das Geld, und die griechischen Steuerzahler bringen uns den Gewinn über den Zins. Die US-Steuerzahler haben davon nicht, nur Goldzahn macht Gewinn damit, auf Kosten der Griechen.

Nun haben wir so viel Geld genommen von der Notenbank, nicht nur weil wir ahnen dass das nicht ewig so weiter gehen wird. Zuerst haben wir uns aus dem Geld ein grosses Sonderdepot eingerichtet, das ist klar, man schätzt das etwa 1 Billion US$ derzeit auf Bankkonten wie jenes bei Goldzahn liegen.  Einen Teil der Geldmenge habe ich angeordnet, in den Aktienmarkt, den Rohstoffmarkt etc. einfliessen zu lassen. Selbst wenn die Börsen nur um wenige Prozente gestiegen wären, hätten wir schon den Reibach damit gemacht.

Wir und meine Kollegen von der Finanzlobby haben natürlich Einsicht was in der Politik geschieht, so wissen wir auch früh genug, wann die Notenbanken das ‘billige Geld’ wieder einsammeln wollen. Es wird dann ja so kommen dass die Aktienmärkte einbrechen werden, aber WIR verkaufen natürlich, bevor die grosse Masse die Wertpapiere wieder losbringen muss. Der Trick wird sein, dass wiederum die Steuerzahler und Kleinanleger die Verluste am Aktienmarkt tragen müssen.

Wir von Goldzahn danken der von uns manipulierten Regierung, wie umsichtig sie dafür gesorgt haben das nur die Grossen überleben durften, und wir ganz gewaltig wieder unsere Lohntüten füllen können.

Da wir derzeit via Sonderdepot über praktisch unbegrenzte Mengen an Gratis-Kapital verfügen, können wir den Kursverlauf der Börse nach unserem Bedürfnis regulieren.

Mein ganz privates Husarenstück ist es aber, dass ich natürlich via meine Beziehungsnetze über alle notwendigen Informationen verfüge, welche Wertpapiere ich selber halte.  Es lohnt sich in den entsprechenden Kommissionen zu sitzen, oder jemanden zu kennen der an den Schaltstellen der Macht Zugang findet.

Je mehr Staatsschulden und Anleihen, desto besser für meine Brieftasche, daher sorge ich auch noch nebenbei für Unsicherheit bei der Realwirtschaft. Solange die Realwirtschaft wankt, solange füllen mit die Steuerzahler auf Kosten ihrer Zukunft meinen Geldbeutel voll.

Lustig für mich ist es zu sehen, dass die in die Enge getriebenen Subprime-Steuerzahler nach Kürzungen bei den Sozialausgaben schreien, was uns von Goldzahn wiederum sehr dienlich ist.

Die Menschen haben keine Ahnung, dass sie uns von Goldzahn Gratis-Geld via Notenbank verleihen müssen und uns dafür wie Staatsanleihen 3,5% Zinsen zu zahlen haben. Die Menschen werden jahrzehntelang benötigen, bis sie denn Gewinn der derzeit in meine Kasse klingelt wieder erarbeitet hat. Ich habe daher auf meiner Jacht ein kleines Bildchen aufgeängt von Picasso, welches alle die mir dienenden Dummköpfe dieser Welt in einer einzigen Grafik zusammenfasst.

Die Politiker haben wir dazu längst auf unsere Seite gebracht, weil ansonsten das ganze Finanzsystem wieder zusammenklappt und dann die Sache gross aufgezogen würde von der Presse. Die Politiker wurden durch uns ja auch jahrelang finanziert und wer sollte sie denn nach einem Kollaps noch unterstützen?

Wir ganz sicher nicht.

Je weniger Unten verdient wird, desto eher können uns die Konzerne die hohen Zinsen ihrer Firmenanleihen bezahlen. Je mehr die Konzerne Arbeitskräfte abbauen, desto leichter fällt es uns wiederum, deren Aktien zu kaufen. Selbstverständlich kaufen wir vor allem dann ihre Aktien, wenn ein Konzern gleichzeitig bei uns Zinsen zu bezahlen hat, so bleibt das unter unserer Kontrolle.

Da wir global dealen, können uns nationale Politiker kaum zu sehr hinter unsere Kravatten greifen, denn dies würde sie und ihre Dummköpfe teuer zu stehen kommen. Die Dummköpfe hatten sich wie verrückt gegen den Sozialismus gewehrt, aus der Angst heraus unsere Gunst zu verlieren. Nun gehört die halbe Welt einigen paar Tausend Jachtenbesitzern, aber was solls, ich gehöre dazu.

Das ist der ‘freie Wettbewerb’ den sich alle aus Angst zu verlieren gewünscht hatten, und alle haben die Ökonomen in der Vergangenheit entsprechend für die gestiegenen BIP gefeiert und nicht für die Realeinkommen der Dummköpfe.  Der Wettbewerb soll durch unsere Hände fliessen, wir von Goldzahn spielen hier nur die Statisten. Es ist doch so oder? Unsere Gier wurde von der Politik verordnet, also habt euch nicht so mit Kritik, werdet eben selber Banker, oder durch uns bezahlte Politmarionetten.

WIR jedenfalls sind trotzdem wieder reicher geworden, nachdem unsere Politmarionetten euch wiederholt an uns verkauft haben. Was scheren mich eure Sorgen und Ängste,  diese bilden ja den Kern meiner Geschäftsideen.

Wir sind so schamlos, wieder mal so richtig schamlos, fragt doch mal euren eigenen 10 -Millionen Boni-Josef, wir werden nur nach unserer Leistung bezahlt (euch so richtig Auszunehmen).

„Wer einen Topmann will, muss dafür auch bezahlen.“ — Der Topmann, der sich auskennt im Dschungel des internationalen Wirtschaftsliberalismus, hinter dem sich die grösste Vermögensumverteilungsmaschine der Geschichte verbirgt und somit der höchste Gini-Koeffizient in der gesamten Historie der Menschheit, welcher den Unterschied zwischen Arm und Reich signalisiert.

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Categories: Finanzen
Posted By: sCHwizzer Narr
Last Edit: 18 Mrz 2010 @ 06 37 AM

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