



Der griechische Präsident Papandreou wettert derzeit bei Barack Obama und in den G20 gegen Spekulanten, welche angeblich das Land in finanzielle Schieflage gebracht hätten.
Das mag zwar teilweise stimmen, aber die Griechen verwechseln die Urheber und Manipulatoren der Spekulationsgeschäfte mit jenen Investoren, die sie dann umgesetzt haben in der Annahme damit Gewinne zu erzielen.
Ohne Einwilligung der griechischen Regierung und entsprechender Weichenstellung in der griechischen manipulativen und korrupten Finanzmarktregulierung, wären die Spekulationsgeschäfte um Goldman Sachs gar nicht erst zustande gekommen.
Papandreou schiebt die Schuld natürlich auch der Vorgängerregierung in die Schuhe, besteht aber darauf dass die hohen Zinsen, welche Griechenland für seine Schuldenabarbeitung bei Investoren bezahlen muss, der eigentliche Grund für das Desaster wäre. Papandreou will daher die ‘freie Spekulation’ mit Griechenland verhindern und dafür sorgen dass die Zinsen für das Land nicht weiter ansteigen.
Griechenland will aber auf dem Markt weitere Kredite aufnehmen und sich laut des ‘Wallstreet Journal’ dazu an den Bondmarkt wenden. Dieser aber spekuliert nicht einfach so in der Absicht jemanden zu schädigen, vielmehr achten die Investoren auf die Ratingagenturen, welche sowohl Konzerne als auch Staaten nach ihrer Bonität einschätzen.
Zinsen gibt es dort am meisten, wo die Agenturen die höchsten Risiken zu erkennen glauben, was nun mal bei Griechenland der Fall ist. In der Verangenheit haben sich die Agenturen nicht gerade dadurch ausgezeichnet, Staaten oder Unternehmen eine zu tiefe Rate auszuweisen.
Ein Schlag gegen die Spekulation wäre es überhaupt nicht, wenn die Ratingagenturen gegenüber Griechenland milde walten lassen würden, es würde dann eben nur der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt, dass sich nämlich die Agenturen politischem Druck oder dem der Finanzlobbys biegen müssten.
Die massive Geldaufnahme der Staaten am Bondmarkt sorgt leider auch dafür, dass Firmen infolge eines Effektes den man Crowding-Out nennt, zunehmend Mühe haben sich mit Liquidität zu versorgen. Staats-und Unternehmensanleihen konkurrieren inzwischen um dieselben global agierenden Investoren.
Die Risikoaufschläge bei den massenweise emittierten Staatsanleihen sorgen also dafür, dass wiederum die Realwirtschaft des Westens in finanzielle Schieflage gerät. Ebenso betroffen werden Schwellenländer, welche dringend Investitionen benötigen. Das Risiko wird somit zwischen den Schuldnern hin und her verschoben, was die Zinsen weiter ansteigen lässt. Die EU wäre besser beraten zu verhindern, dass Griechenland weiter Staatsanleihen ausgeben muss.
Spekulation ist schlimm, aber eine manipulierte Spekulation ist noch schlimmer, weil wir dann wieder dort wären wo wir uns bereits einmal befunden haben, nämlich das Risiken unerkannt bleiben und sich wie bei Lehman plötzlich das ganze Finanzsystem ins wanken gerät.
Die Stossrichtung des Papandreou geht nun genau in diese Richtung, es ist der Versuch das Risiko ihrer Staatsanleihen unter den Tisch zu wischen und Investoren zu gute Ratings vorzugaukeln, so als wären sie sicherer als dies wirklich gegeben ist. Natürlich wäre es die politisch bequemste Lösung das Risiko der Staatsverschuldung unter den Tisch zu wischen, aber eben auch höchst riskant. In den USA findet Papandreou einen Parter, welcher mit hoher Staatsverschuldung ringt und der vermutlich gerne bereit wäre Druck auf die Ratingagenturen auszuüben, um seinerseits sein eigenes (zu gutes) Rating zu erhalten.
Papandreou betreibt nicht wie ‘die Spekulanten’ Spekulation mit Zinsgewinnen, vielmehr betreibt er ein Spekulationsgeschäft mit dem Risikofaktor. Somit ist er selbst Spekulant, welcher versucht aus schlechtem Wein guten Spiritus zu brennen. Vor der politischen Beeinflussung der öffentlich als ‘Spekulation’ bezeichneten Bonitätseinschätzung schreckte Papandreou bereits früher nicht zurück, so dass ihm die EU 2009 noch vorgeworfen hatte, dass ” die griechische Statistikbehörde ineffektiv und anfällig für politische Einmischungen sei”.
Papandreou gleicht einem Mann, welcher den Kopf in den Sand von politisch manipulierten Ratingagenturen und manipulierter Statistiken stecken will um damit das Risiko eines Staatsbankrott aus dem Wege zu schaffen. Die zu guten Ratings der Agenturen bezüglich Lehman brothers (A1) hatten aber schon einmal auf erschreckende Weise klar gemacht, wie gefährlich das für die Weltwirtschaft sein kann.
Klaren griechischen Wein einzuschenken wäre letztendlich wohl besser, als mit gebranntem Fusel vor potentiellen Investoren zu wanken. Das Rotkäppchen vor dem grossen bösen Wolf zu spielen und ihm aber zuvor noch Grossmutters Kleider zu verkaufen, eine üble Geschichte.


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