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Zürcher Gnomen erbringen Deutsche Leistung, höhere Brottowertschöpfung

Zürcher Gnomen erbringen Deutsche Leistung, höhere Brottowertschöpfung

Köstlich amüsierte sich der Schweizer Narr an einem Artikel in CARTA:  “Sozialstaatsdebatte: Die Deutschen und ihre Leistungen“.

In diesem Artikel tauchte wieder einmal das Märchen vom Wohlstand auf, verlinkt vom Zürcher Journalisten Ronnie Grob, welcher Heute in Berlin lebt:

“Eine dynamische Wirtschaft lebt vom Wettbewerb, von sich immer wieder in neuen Konstellationen konkurrierenden Leistungen. Und das führt zu Wohlstand.”

Dies führte mich zu einem Leserkommentar, den ich hier gerne nochmals publizieren, und vertiefen möchte. Ich schrieb:

“Wer noch immer an diese Raubsaurier-Philosophie glaubt, muss schwer krank sein. Banker haben eine 25 fach höhere Wertschöpfung als das Gewerbe welches Lebensmittel produziert. Alleine dies zeigt, dass alleine Leistung nicht unbedingt zu Wohlstand führen muss, vielmehr bringt es Wohlstand wenn man dort arbeitet wo Menschen Schulden machen müssen.

Der Wohlstand, welcher mittels ‘freiem Wettbewerb’ geschaffen wurde, befindet sich Heutzutage vornehmlich in der Hand von weltweit ca. 58000 Superreicher. Treibender Faktor des bescheidenen Wohlstands der Mittelschicht in den vergangenen Jahrzehnten beruhte auf einer global asymetrischen wirtschaftlichen Machtverteilung, welcher noch auf den Kolonialismus zurückzuführen ist. Mit dem Aufstieg Chinas und Indiens geht diese Epoche (für die westliche Mittelschicht) zu Ende.
Ein weiterer Grund, weshalb im Westen einigermassen breit abgestützter Wohlstand entstanden war, ist der billige Rohstoff Erdöl, welcher nun aber langsam zur Neige geht. Der ‘freie Wettbewerb’ beruht auch was die Ressourcen der Erde anbetrifft nicht auf Nachhaltigkeit, sondern auf Raubbau.”

Das Märchen vom Wohlstand, welcher aus dem freien Wettbewerb einer ‘dynamischen Wirtschaft’ erwächst, ist definitiv falsch. Wohlstand entsteht in dem durch Privativestoren finanzierten ‘freien Markt’ durch Vermögensumverteilung nach Oben und einem rücksichtlosen Raubbau an den globalen Ressourcen und den Menschen der Zukunft.

 Es ist kein Zufall das dort wo die Menschen Kredite aufnehmen müssen (was Heute nur noch in Privatbanken möglich ist), die höchste Bruttowertschöpfung ‘geleistet’ wird.  Obwohl zum Beispiel in der Schweiz im Gastgewerbe gewiss auch hart und innovativ gearbeitet wird (die Schweiz ist dafür bekannt) und die beiden Gewerbe gleich viele Arbeitskräfte stellen, nämlich ca. 5,5 % , bringt der Finanzsektor eine fünf mal höhere Brottowertschöpfung zustande.  Obwohl im Bankengewerbe nur 3% aller Arbeitnehmer in der Schweiz arbeiten, trägt dieser Sektor 11% an der gesamten Brottowertschöpfung der Schweiz bei. Nur der Handel mit seinen 11% kommt auf die gleiche Wertschöpfung, dort aber arbeiten 16,5% aller SchweizerInnen und Schweizer. 5,5 Angestellte im Handelssektor müssen arbeiten, um dieselbe Wertschöpfung wie ein einziger Bankangestellter zu erreichen.

Diese Unterschiede sind nicht nur in der Schweiz anzutreffen, vielmehr sind diese Unterschiede als systemischer Anteil im globalisierten Finanzmarktkapitalismus überall vorhanden. Es war ja in Deutschland das erklärte Ziel der letzten Koalitionsregierung unter Finanzminister Peer Steinbrück, die ‘neusten Finanzmarktprodukte’ im Lande einzuführen, um die Bruttowertschöpfung  Deutschlands zu steigern. Steinbrück verkaufte Deutschland deshalb sozusagen an die Banker. Verkauf deshalb, weil dort wo Schulden verwaltet werden und Kredite vergeben werden, eine hohe Brottowertschöpfung entsteht. Selbstverständlich funktioniert dies vor allem dann hervorragend, wenn die Vermögensklasse der Reichen (ab 1 Million US$ Nettofinanzvermögen) eingeladen wird, an solchen Finanzprodukten zu partizipieren. Die globalisiert operierenden Vermögensverwalter der Reichen lassen sich zudem nur dann anlocken, wenn sie steuerlich nicht zu stark belastet werden, dazu beschäftigen sie ein Heer von Beratern.

In der Schweiz wurden noch im Jahr 2002 30%  aller im Ausland angelegten Vermögen der Reichen verwaltet (Nettofinanzvermögen über 1 Million US$). 

Die Weltweit rund 58000 Privatpersonen wiederum,welche  über 30 Millionen US$ und mehr verfügen, haben 30% Anteil am Vermögen aller Reichen, von denen es insgesamt 158000 Menschen geben soll. 

Der Wohlstand konzentriert sich dort am höchsten wo es gelingt, einen möglichst hohen Brottowertschöpfungsanteil pro Kopf der Bevölkerung zu erreichen. Selbstverständlich ist hierzu ‘Innovation’ und Kreativität gefragt, aber weil diese anderswo Schulden aufbaut, entsteht global gesehen eine stetig zunehmende Vermögensungleichverteilung. Die Banken operieren nicht mit realen Werten, sondern mit Virtuellen, was heisst dass die Wertschöpfung auch auf Kosten zukünftiger Generationen gehen kann, was über die neusten Finanzmarkprodukte (etwa im US-Immobilienmarkt) durchaus angestrebt wurde. Der Aufbau von Schulden erzeugt anderswo Vermögen, selbst wenn die Zukunft als finanzielle Ressource angezapft wird.

Aus diesem Grund besteht Heute ein Grossteil der Vermögen der Superreichen, hauptsächlich aus erst in ferner Zukunft rückzahlbarer Kredite von Milliarden von Schuldnern. Mit Realwirtschaft hat dies nur noch wenig zu tun, die Realwirtschaft wurde etwa in den USA seit Jahren zugunsten des Finanzmarkkaitalismus abgebaut. Es erschien viel lukrativer Bankenkonzerne aufzubauen die globalisiert mit den Schulden von Menschen Handel betreiben. Im Prinzip handelt es sich dabei aber um ein Ponzi-Schema, welches solange gut geht, bis viele Schuldner ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können und die unteren Gesellschaftsschichten verarmen. Da dieses Geschäft aber Globalisiert abläuft, verarmen natürlich zuerst Länder welche an diesem Finanzmarktkapitalismus nicht partizipieren wollen oder können.

Wenn nun dennoch in den letzten Jahrzehnten sich im Westen ein breit abgestützter Wohlstand entstehen konnte und sich eine Mittelschicht bildete, so beruht dies vor allem auf dem Umstand des Vorhandenseins von viel günstigem Erdöl. Dies erlaubte die Produktion von Billigprodukten, von denen die in Wirklichkeit (relativ zu den Reichen) immer ärmere Bevölkerung die kontinuierlich stattfindende Umverteilung lange nicht bemerkte. Wie beim Bankensektor, heizte die ‘freie Marktwirtschaft’ ein nicht nachhaltiges Schneeballsystem an, welches sich aus den globalen Rohstoffressourcen nährte. Man verschwendete innert Jahrzehnten die globalen Erdöl-Ressourcen und steht hier alsbald vor dessen Ausverkauf. Man lebte auch hier auf Kosten zukünftiger Generationen.

Es ist nicht so dass die Realwirtschaft zuwenig Innovativ und dynamisch wäre, aber sie wird von Krediten finanziert wo die Gewinne vor allem in die Taschen der Reichen fliessen. Die Chemie und Pharma-Industrie in der Schweiz ist ganz gewiss dynamisch, kreativ und (realwirtschaftlich) Arbeitsproduktiv, dennoch wirft sie nur  3,3% der Wertschöpfung in der Schweiz ab, der Finanzsektor aber 14%. Die (oft kriminell erfinderische)  ‘Schulden/Kredit-Wirtschaft’ bringt eine weit höhere Wertschöpfung als die Realwirtschaft, so sind die Fakten.  Inovationen im Bankensektor beruhen auf möglichst effizienten Finanzmarktechnologien um Vermögen globalisiert nach Oben Umzuverteilen, wozu die übrigen Sektoren der Wirtschaft und deren Angestellten bitter über immer geringere Vermögensanteile bezahlen müssen.

Die Neuzeit erlaubte über das System der praktisch unregulierten freien Marktwirtschaft, auf Kosten der Zukunft temporären Wohlstand aufzubauen, während derzeit 1 Milliarde Menschen Hunger leiden.  Das globalisierte Wirtschaftssystem reguliert sich nicht selbst nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit, diese Vorstellung ist ein Märchen und war schon immer nichts als die erfolgreiche Werbung der Finanzlobby.

Mit dem Ende des Erdölzeitalters, wo sich der Mensch mit billiger Energie (auf Kosten der Zukunft) versorgen konnte kann ein freier Markt, welcher vor allem von privaten Investoren dominiert und reguliert wird, selbst keine Zukunft mehr haben.

Kein Wunder ist es, dass in der Welt noch immer die Illusion vom Wettbewerb der freien Märkte umgeht, dass diese ein nachhaltiges Modell darstelle welche für Alle zu Wohlstand führe. Kein Wunder auch, dass solche Phantasien bei exportierten “Gnomen von Zürich” ihren Verteidigungsdispositive  findet.

Die soziale Kälte welche in westliche Staaten umgeht und angeblich auf hohen Staatsschulden beruht (die Schweiz hat übrigens wenig Staatsdefizit und erkaltet hier genauso), beruht in Wirklichkeit auf den Folgen des globalisierten Finanzmarktes und der erwähnten Vermögensumverteilung nach Oben. Mit dem Eintritt der Milliardenvölker China und Indien in den globalen Finanzmarkt, kann in Zukunft in der Realwirtschaft des Westens keine Vollbeschäftigung mehr erreicht werden. Produktionen wurden ausgelagert und werden weiter in Billiglohnländer ausgelagert, während zum Beispiel die grössten Autokonzerne zunehmend in der Lage wären die Weltproduktion von Automobilen alleine zu übernehmen. Es geht alles nicht mehr auf. 

Die Politiker versuchen deshalb die sozialen Strukturen denen in Indien und China anzupassen, um Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Dieses Ansinnen ist zum Scheitern verurteilt. Einerseit wird hier Peak Oil Wachstumsbestrebungen scheitern lassen und zweitens ist der nach wie vor real existierende praktisch unregulierte Finanzmarkt nicht bereit auch nur die Spur sozialer Verantwortung zu tragen. Wie sollte sie auch, wenn internationalisierter  Wettbewerb als dominante Maxime verteidigt wird.

Kaspar Villiger verteidigte gerade noch vor Kurzem die hohen Bankerlöhne der UBS mit diesem globalen Wettbewerb, eine verheerende Abwärtsspirale in den Sozialdienstleistungen ist die Folge dieser Marktverzerrung. “Ich kann den globalen Arbeitsmarkt nun mal nicht ändern”, sagte er. Zynische Randbemerkung: Wer weiss, vielleicht hält sich die UBS in ihren globalisierten Arbeitmarkt-Kellern demnächst auch Kindersklaven,  unter gleicher Rechtfertigung. Der Bundesrat könnte Watherboarding als Foltermethode einführen, unter Hinweis er müsse die globalisierten Rechtsüblichkeiten nachvollziehen. Mit dem Hinweis auf Andere wird alles möglich.   

Wie konnte er aber auch anderes, wenn die Schweizer nach wie vor ‘die Gnomen von Zürich’ mit allen Mitteln verteidigen. Die Schweizer tun dies auch, weil sie genau wissen das nicht Gerechtigkeit im Wettbewerb, oder eine ‘Konstellation kunkurrierender Leistungen’ , sondern die im Untergrund arbeitenden staatlich geschützten Vermögensumverteilungs- Gnome ihnen den Wohlstand gebracht haben. Mit den Gnomen steht und fällt ein grosser Teil Schweizerischer Wertschöpfung. Der Schweizer Narr betrachtet übrigens die Gewinne aus der Vermögensumverteilung in die Hände der Reichen nicht als reale Wertschöpfung, sondern als nicht nachhaltiges Spekulationsgeschäft auf die Zukunft.

Die Realwirtschaft verspricht dem Schweizer Bundesrat gerne, Invalide beschäftigen zu wollen, klar ist aber dass sie dies bereits bisher erfolgreich verweigert hatte. Auch hier gilt, wie sollte die Realwirtschaft Invalide beschäftigen, wenn die Maxime des Wettbewerbs dies verhindern? Somit sind die Bestrebungen des Bundesrates um auf Kosten der Invaliden zu sparen eine bewusste Inkaufnahme einer sozialen Verwahrlosung um die Finanzlobby zu schonen.

Wie in Deutschland der Weimarer Republik unter Heinrich Brüning, kann dies nur durchgeführt werden, wenn bereits die Vorstufe sozialdarwinistischen Nationalismus als eine treibende Kraft vorhanden ist und sich eine gewisse korrupte Infantilität breit macht. Sichtbar ist dies in der Schweiz z.B. in den zunehmend xenophoben Wahlplakaten der SVP und deren Einfluss auf die Politik, die Heute bis in medizinische Praxis von Ärzten zu erkennen ist, auch wenn es darum geht Arbeitsunfähigkeitszeugnisse auszustellen und Kranke vor Inanspruchnahme der Invalidenversicherung ‘zu warnen’. Die korrupte Infantilität bewies sich kürzlich mit der ‘Minarettinitative’, welche sich zum xenophoben Selbstverständnis der SchweizerInnen hinzu addierte.

 27 Feb 2010 @ 12:11 PM 
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Erdölpreise

Erdölpreise

Die Welt ist nicht auf wiederholt steigende Erdölpreise vorbereitet, dieses Faktum habe ich kürzlich versucht in meinem Beitrag “Es gibt keinen Plan B” aufzuzeigen.  US Soziologe Jeremy Rifkin erklärte uns, dass ‘Peak Oil’ bereits im Jahr 1979 erreicht wurde, wenn man nach dem ‘Pro-Kopf’-Vorkommen rechnet. Rifkin sagte: “Doch den viel wichtigeren Indikator – nämlich Pro-Kopf-„Peak Oil“ – haben wir bereits 1979 erreicht. Was ich damit sagen will: Wenn man das gesamte verfügbare Öl auf die Weltbevölkerung verteilt hätte, dann hätte man im Jahr 1979 das Maximum erreicht.”

Der Erdölpreis schwankte zwischen 1881 und 1971 100 Jahre lang stets um 20 US$ pro Barell, Markantes Ansteigen und Absteigen des Preises konnte man bisher erstens auf politische Ereignisse zurückführen, welche die Fördermengen des Erdöl beeinflusst haben, zweitens auf technologische Entwicklungen, welche die Fördermengen erhöhten, drittens auf die Erschliessung neuer Rohstoffvorkommen und viertens auf die Förermengen beinflussende Naturkatastrophen wie etwa Hurrican Katharina.   

Weiterer Einflussfaktor auf den Preis ausserhalb der USA ist der Umstand, dass der Erdölpreis in US$ gehandelt wird und der Preis der z.B. in Europa bezahlt wird, von der Währungsumrechnung abhängig ist. Die Kursentwicklung des US$ verursacht daher ausserhalb der USA weitere Preisänderungen in den jeweiligen Landeswährungen.  

Erst seit 1979 beinflusst das Pro-Kopf “Peak Oil” die Preise negativ, wohingegen zuvor stets mit einer Zunahme der Fördermengen gerechnet werden konnte. Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen beim Energieverbrauch konnten die Preise trotzdem bis ca. 1998 wieder gesenkt werden.

Da zudem der Pro-Kopf -Verbrauch gesunken war, um die gleiche Leistung wie 1979 zu erbringen, sich infolge der technologischen Entwicklung und der politischen Kontrolle der USA über die Golfregion die Förderpreise reduzierten,  verzögerte sich die Auswirkung des Pro Kopf Peak bis im Jahr 2005.

Neben dem ‘Pro-Kopf Peak’ gibt es eben noch eine weitere Grösse, den Erdölbedarf pro Kopf. Die Menschen mussten zum Beispiel 1979 mehr Erdöl verbrennen um ihre Wohnungen im Winter auf 20 Grad aufzuheizen. Da jedoch immer mehr Menschen Erdöl nutzen, begannen die Preise im Einklang mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und Indiens wieder zu steigen.

War der hohe Ölpreis 2008 nur eine Spekulationsblase?

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman publizierte am 22. Februar 2010 (s)eine bemerkenswerte Einsicht: “This suggests to me that high oil prices are largely caused by fundamentals”

Der hohe Erdölpreis basierte 2008  also vor allem auf der fundamentalen Grundlage von ‘Peak Oil’ im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum.

Sobald die Wirtschaft wieder anziehen würde, so müssten demgemäss auch die Preise für Erdöl wieder steigen, weil die Industrie dann mehr Erdöl verbraucht, aber die Fördermengen nicht mehr (preisgünstig) gesteigert werden können und der Verbrauch pro Arbeitsleistung eben NICHT mehr viel reduziert werden kann. Dazu kommt eben die zunehmende Anzahl von Verbrauchern. Die Inflation wird anziehen. Kein Wunder also, will der IWF die Inflationsziele auf 4% erhöhen lassen, denn ohne dies wird es kein Wirschaftswachstum mehr geben. Umgekehrt heisst dies aber, Wirtschaftswachstum wird nur noch wenigen Menschen nutzen.

Noch sagt Bundesbank-Chef Axel Weber: “IWF riskiert Glaubwürdigkeit”, aber Weber weiss vielleicht noch nichts über den Zusammenhang zwischen Inflation und Peak Oil. Hier befindet man sich beim IWF wohl naher an der Wissensquelle. 

Der Schweizer Narr kommt daher zum Schluss, die Weltwirtschaft wird sich nicht mehr erholen können, es wird kein Wachstum mehr für Alle geben. Möglich sind noch lokale Boomphasen, aber das Welt-BIP kommt nun an seine Grenzen.

Es bleiben vermutlich nur noch wenige Jahre, bis das Wachstum der Weltwirtschaft aus fundamentalen Gründen auf sehr lange Zeit gar nicht mehr möglich ist. 

Der höhere Erdölpreis wird dann vor allem in jenen Ländern, welche mehr Erdöl verbrauchen müssen um die gleiche Arbeitsleistung zu erreichen, zu verheerenden Katastrophen führen. In Indien steigen derzeit die Preise für Nahrungsmittel im Jahrestakt um über 15% an. Der Pro-Kopf- Verbrauch von Erdöl wird in Zukunft für alle Nationen eine grosse Rolle spielen, damit die Bevölkerung überleben kann. Die ‘Bevölkerungsexplosion’ in Indien arbeitet leider in diesem Land zusätzlich gegen die Menschen.

Sehr wichtig anzumerken ist, dass Wirtschaftswachstum in Form von ‘Geldwachstum’ auf dem Papier zwar noch stattfinden kann, dass dies aber der breiten Masse der Erdbevölkerung nicht mehr Real nutzen kann. Dieser Widerspruch wird sich früher oder später in Inflation ausdrücken, so wie derzeit in Indien bei den Nahrungsmitteln sichtbar.

In Zukunft wird sich Inflation viel mehr als zu irgend etwas Anderem, relativ zur Entwicklung des Erdölpreises ausdrücken lassen müssen, weil die Ressourcen ihre Maxima in mehreren ‘Peak’-Wellen überschritten haben. Zuerst wurde das Pro-Kopf-„Peak Oil“ erreicht, dann folgte nach den Sparmassnahmen und der Ausschöpfung technologischer Fortschrittsgrenzen der “Pro Kopf-Verbrauchs-Peak” (im Westen) und schliesslich ‘Peak Oil’ insgesammt, welches das Überschreiten des Fördermaximum darstellt.  Zwar kann die Technologie den Pro-Kopf Verbrauch trotzdem noch weiter absenken wo sie noch nicht eingesetzt wird, aber dies benötigt Zeit und Investitionen, welchem das enorme Bevölkerungswachstum entgegen steht.

Im Moment wird unter Ökonomen noch spekuliert zu welchem Zeitpunkt Erdöl im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum im Mittel nur noch ansteigen wird. Wenn sich aber die Einsichten von Krugman durchsetzen, dann könnte Spekulation um diese Rohstoff zu neuen Dimensionen anwachsen.

Der Schweizer Narr fordert daher JETZT und SOFORT ein Verbot für Spekulationsgeschäfte mit diesem Rohstoff, der Handel muss unter internationale Aufsicht gestellt werden. 

Sobald bekannt wird dass Erdöl im Preis über die nächsten Jahre gemittelt, nur noch ansteigen kann, dann MUSS dieser Rohstoff vom Spekulationsgeschäft abgelöst und unter die Kontrolle der Politik gebracht werden.

Es ist höchste Zeit zu handeln

Es geht dabei um keine geringere Aufgabe, als gigantische Hungerkatastrophen zu verhindern und um blutige Verteilungskämpfe in Form von Kriegen  zu verhindern.  Die Menschheit benötigt Zeit um Peak Oil überwinden zu können, aber viel Zeit bleibt nicht mehr um das Überleben der Menscheit zu sichern. Nicht nur der Handel mit Erdöl ist zu regulieren, auch die Technologie welche Erdöl in Arbeitsleistung umsetzt. Es müssen Verbrauchsgrenzen gesetzt werden, zum Beispiel für Automobile und andere Maschinen. Es muss ein Technologietransfer stattfinden zwischen den Nationen, um den Verbauch drastisch genug reduzieren zu können, um in der Zwischenzeit Ersatz für den Ausfall der Ressource finden zu können. 

Noch immer wollen es noch viele nicht wahr haben, obwohl die Staaten das System der freien Marktwirtschaft über Staatshilfen retten mussten, das Zeitlalter des freien Marktes, welcher von Privaten Investoren dominiert wurde, ist vorbei. Wenn sich dieses Wissen nicht in der Politik durchsetzt, dann steht alsbald auch das Zeitalter der Menschheit für den Planeten Erde, zur Debatte.

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Categories: Finanzen, Gesellschaft, Welt
Posted By: sCHwizzer Narr
Last Edit: 27 Feb 2010 @ 12 34 PM

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 25 Feb 2010 @ 10:45 PM 
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Die Gnomen von Zürich, von Imre Mesterhàzy

Die Gnomen von Zürich, von Imre Mesterhàzy (Zürich)

Wir schreiben das Jahr 1972; in einem Artikel der Deutschen Zeitschrift ‘Der Spiegel’ mit dem delikaten Titel “Die Macht der Gnomen von Zürich” findet sich ein, für die aktuelle Situation der Schweiz, interessantes Zitat:

“Wenn wir uns in der Schweiz nicht total ändern”, befürchtet deshalb Sozialdemokrat Hubacher, “werden wir uns eines Tages wiederfinden: moralisch versaut und aussenpolitisch isoliert.”

(Helmut Hubacher war danach von 1975 bis 1990 Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.)

Viele Jahre später, wir schreiben Heuer das Jahr 2010, scheinen sich die Worte Hubachers immer mehr zu bewahrheiten.  Das traurige aber ist auch, der gealterte Hubacher hatte gegen Ende 2009 eine neue Botschaft, diesmal auch an die SPD-Parteikollegen in Deutschland gerichtet:

“Noch unter Regierung von Helmut Kohl wurden die ganz Reichen, die oberen Zehntausend, stärker besteuert als heute. Unter der rot-grünen Regierung von Schröder ist der Höchststeuersatz für die Reichen gesenkt worden, das war symptomatisch für seine neue Mitte.”

“Von der Unternehmenssteuerreform haben die ganz grossen Konzerne am meisten profitiert. Bei der Regierung Schröder war keine sozialdemokratische Handschrift mehr erkennbar. Schröder ist derart bis Mitte-rechts abgerutscht, dass die SPD ein Stück weit ihre Seele verloren hat.

“Man kann es sich in keiner Schweizer Partei vorstellen, dass nach einer solchen Niederlage der Verlierer am Wahlabend mit Beifall ins wichtigste Amt geklatscht wird, das war grotesk, ja gespenstisch. Das zeigt, dass die SPD krank ist. “

Generell: Die europäische Sozialdemokratie «nicht in guter Form»

Aus Sicht des Schweizer Narr hat sich seit den Worten Hubachers aus dem Jahr 1972 eine ganze Menge geändert, moralisch versaute sich, nach den Zürcher Gomen, die gesamte westliche Wirtschaftspolitik.

Die neoliberale Seuche des Thatcherismus hatte nach Willy Brandt auch die Sozialdemokratie erreicht. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise stürzten sich die Wähler daher keineswegs auf die Roten, weil sich deren Führer mehr und mehr als die schlimmsten der neoliberalen Wirtschaftskapitäne entpuppt hatten. Den krönenden Abschluss dieser exzessiven Finanzpolitik geschah denn auch unter Peitschen -Peer Steinbrück, welcher die Deutschen an die Banker verkauft hatte.

Die Sozialdemokratie hatte ihre Seele wie bei ‘Faust’ an den Teufel verkauft, wurde zu seinem dienenden Advokaten. Als SP -Bundesrat Moritz Leuenberger,  die ersten Zeichen der Finanzkrise waren bereits deutlich zu erkennen, in öffentlich zur Schau gestellten ‘Gedankenspielen’ mit der Privatisierung der Schweizerischen Bundesbahn orakelte, da begann ich auch über die Sozialdemokraten der Schweiz zu zweifeln. Ein Glück dass die Sozialdemokraten in der Schweiz im Provinz-Stil der Entwicklung in Deutschland stets etwas hinterher hinkte.

Während sich also die Sozialdemokraten, bzw. die Demokraten in den USA immer mehr mit der Reaganomics versauten, drifteten die Parteien zur Rechten in fschistoides Gedankengut ab. Wie Hubacher korrekt bemerkt, waren die letzten Jahrzehnte nicht solche der Sozialdemokraten. Während die Sozialisten sich zu Knechten der Finanzlobby verführen liessen, eröffnete die Rechte Politik Dinge wie Guantanamo bis Abu Ghraib. Schmutz, Dreck, Kriege, Verwahrlosung der Gesellschaft.

Die Gnomen von Zürich als Computerspiel

Trete gegen die Gnomen von Zürich an. 'MS-DOS' Computerspiel

Zu diesem Bild: Der Begriff ‘Die Gnomen von Zürich’ wurden in den 70er Jahre und danach vor allem im englischen Sprachraum bekannt.  Dieses Computer- Spiel für die erste PC Generation symbolisiert wie kaum etwas anderes,  die neoliberale Transformation der angelsächsischen Gesellschaft. Der Gnom verwandelte sich zuerst zum Krieger gegen die UDSSR (kein Zufall die Sovjet-Flagge im Hintergrund), danach wurde der Gnom zum Vorbild für eine Gesellschaft erhoben, welche  insgeheim von der Finanzlobby regiert wird und so für Wohlstand sorgt. Der neoliberal geprägte ‘Freie Markt’ ist ein Markt in welchem die Gnome das sagen haben. Dass der Begriff  verschwand danach, faustisch ins positive transformiert, in den Boomjahren der Wirtschaft aus dem Gedächtnis der Menschen. Erst in jüngster Zeit, nach dem Beinahezusammenbruch der Märkte und nachdem die Finanzlobby nur mit staatlicher Unterstützung gerettet werden konnte, taucht der Begriff Gnom wieder in den Medien auf. Die Gnomen sitzen zwar noch immer auch in Zürich, aber in Wirklichkeit ist inzwischen eine globalisierte Kreatur und Wirtschaftskultur mit einer durchaus auch angelsächsischen Fratze geworden. Der Gnom hat inzwischen auch Schlitzaugen erhalten und er ist überhaupt zu einem Symbol der an mechanische Marktregeln verkauften Menschseele mutiert.

Der Westen hatte sich seit dem Zusammenbruch der UDSSR zu sehr auf jene Kräfte verlassen, welche für den Niedergang der kommunistischen Imperialmacht sorgte: Den Kapitalimus. Inzwischen hat nämlich dieser Marktmechanimus ganz im Stile Marxscher Voraussagen, begonnen seine eigenen Eltern zu verspeisen. Die Chinesen nutzen nun diese Mechanismen geschickt aus, um den Finanzbubble nach Asien zu verlocken.

Margaret Thatcher, der Britische neoliberale Gnom, wurde Thatcherismus genannt

Margaret Thatcher, der Britische neoliberale Gnom, wurde Thatcherismus genannt

Der Westen dachte zu sehr, dass die Globalisierung für ihn arbeiten würden, solange man der Wirtschaft nur möglichst frei Bahn lasse. Hilflos und unter immer grösseren Staatschulden stöhnend muss der Westen zusehen wie der Spekulationsblase Schlitzaugen wachsen.

Ronald Reagan, der US-Gnom mit britischem Gnom, wurde Reaganomics genannt.

Ronald Reagan, der US-Gnom mit britischem Thatcher-Gnom, wurde Reaganomics genannt.

Ja sicher, die Schweiz gerät ins Abseits, wird isoliert, die Superreichen wandern ab in die neue Blasenwelt in Asien. Ja sicher, die Zürcher Gnomen habe inzwischen ein neues Steckenpferd, die Massen-Xenophobie, wie sie sich in der Minarettinitiative zeigte. Doch ein Blick in die Foren des Nordens nach Deutschland zeigte….Bravo Schweizer, wir wollen auch die Xenophobie wählen.

Überall Dreck und Schmutz, Invalide werden wie Tiere behandelt, psychisch terrorisiert und mit dem Abbruch ihrer langjährigen Renten bedroht.

Geht es der neoliberalen Wirtschaft gut, geht es woanders schlecht

Es kommt vielleicht soweit dass die Menschen ihre eigene Rente beschneiden in der Schweiz. Angst macht sich breit, eine Angst die nicht unbegründet ist, denn das Erdöl wird bald nicht mehr für alle reichen und die Welt steht vor dem finanziellen Kollaps.

Der sozialistisch-neoliberale Schröder- Gnom und Freund Putin-Gnom

Der sozialistisch-neoliberale Schröder- Gnom und Freund Putin-Gnom

Zum Bild: Mit dem Zuger Briefkastenfirmen-Onkel und Kanzler Gerhard Schröder hatte die Gnomenwelt die Sozialdemokratie erreicht und mit Putin erreichte die Gnomengesellschaft auch die Russen. Müntefering , Peer Steinbrück und andere Sozialdemokraten in Deutschland, festigten die Gnomenwelt in ihrer eigenen Partei.

Deutschland ringt im eigenen Land mit dem Schweizer Obergnom

Deutschland ringt im eigenen Land mit dem selbst importierten Schweizer Obergnom

Der Aufschrei Steinbrücks war gross, als er den faustischen Pakt der Gesellschaft mit der Gnomenwelt bemerkte und schlug wild auf die Schweizer Gnomen ein, allerdings ohne zu bemerken selbst der Ober-Gnom zu sein. Zuletzt hat es noch am Rande die Grünen, mit Gas-Joschi Fischer erwischt und in der Schweiz wurden die Grünliberalen Gnomen gegründet.

Die Gomenwelt erreicht China und infisziert die Kommunistenwelt

Die Gnomenwelt erreicht China und infisziert die Kommunistenwelt

Es wäre für die Sozialdemokratie Zeit sich ihrer Wurzeln zu besinnen und nie mehr dem Finanzkapitalismus nebenher zu laufen. Wer genauer hinsieht, der erkennt, nicht nur die Schweiz ist immer mehr isoliert, die westlichen Staaten entsolidarisieren sich gegenseitig, Protektionismus macht die Runde. Wer bleibt Sieger, der US$ oder der Euro, fragen sich schleimige Spekulanten, während sie selbst Gold bunkern. Überschuldete Staaten schicken Hacker und Diebe aus, um genau das was sie früher jahrelang tolerierten und sogar mitprofitierten, wieder zurückzuholen, aber die Banker schwimmen trotzdem in ihren Gehältern, wie noch nie zuvor.

Die Zürcher Gnomen in China, der Kreis schliesst sich

Die Zürcher Gnomen in China, der Kreis schliesst sich

Zum Bild: Mr. David Li, Chairman of UBS China, Mr. Simon Jin, President of UBS Beijing Branch, Ms. Anna Chan, Managing Director of SOEA, Ms. Zhang Weidong, Headmaster of Tong Zhou Special School with Zhang Ziyi and SO Athletes

eines Tages werden sich alle so wiederfinden: nicht nur inzwischen moralisch versaut und aussenpolitisch isoliert. Wir werden in ein sozialdarwinistisches gesellschaftliches Neusprech einmünden, wo das Wort Entsolidarisierung zum positiven Kult erhoben wird, das Wort Gutmensch anstelle von Seele verwendet wird.

Anhang: Die Schweizer Gnomenwelt vor Ausbruch der Finanzkrise 2004:

(Entnommen aus Swiss Banking Kompendium 2004 ( www.swissbanking.org )
Im Jahre 2004 wurden in CLS täglich rund 35 000 Transaktionen im Wert von etwa 400 Mrd. USD abgewickelt. (Swiss Interbank Clearing System (SIC) und der CLS Bank).
Laut einer Untersuchung von Merrill Lynch und Gemini Consulting betrug das Anlagevolumen vermögender Privatpersonen Ende 2002 weltweit schätzungsweise 27 200 Mrd. USD.
Vermögende Privatpersonen wurden definiert als jene, die über ein  Nettofinanzvermögen von mehr als 1 Mio. USD verfügen. Davon soll es weltweit knapp 7 Mio. Personen geben; 2,2 Mio. leben in Nordamerika, 2,6 Mio. in Europa (inkl. Osteuropa), 1,8 Mio. in Asien und 0,3 Mio. in Lateinamerika.
In der Schweiz wurden Ende 2002 gemäss der Studie insgesamt rund 175 000 vermögende Privatpersonen verzeichnet. Fast ein Drittel der weltweiten Privatvermögen, nämlich 7900 Mrd. USD, entfielen auf Personen mit Nettofinanzvermögen von je mindestens 30 Mio. USD; davon sollen weltweit schätzungsweise 58 000 Personen existieren.
Schätzungsweise 80% der Vermögen reicher Privatpersonen werden von Vermögensverwaltern, die im Heimmarkt des Begünstigten domiziliert sind, verwaltet (= onshore); die übrigen rund 20% werden von im Ausland ansässigen Bevollmächtigten verwaltet und investiert (= offshore).
Schätzungsweise 30% der weltweit grenzüberschreitend investierten Privatvermögen werden in der Schweiz verwaltet.


Mehr als die Hälfte der gesamten Wertschöpfung der Banken entfällt auf die Vermögensverwaltung. Dies entspricht gut 25 Mrd. CHF oder über 6% des Schweizer Bruttoinlandproduktes.

Der Anteil der Privatkunden an dieser Wertschöpfung liegt schätzungsweise bei 80%.
Im Jahr 2007 trug alleine die Bankenbranche 10% zum gesamten schweizerischen Steuereinkommen von Bund,Kantonen und Gemeinden bei. Zum Anteil der gesamten schweizerischen Bruttowertschöpfung trug alleine das Kreditgewerbe im Jahr 2007  9,2% bei.
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Categories: Bundeshaus, Deutschland, Finanzen, Gesellschaft, Schweiz
Posted By: sCHwizzer Narr
Last Edit: 27 Feb 2010 @ 09 37 AM

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