03 Nov 2009 @ 6:46 PM 
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Der Streit um die Ursachen der Finanzkrise zwischen Ökonomen, Politikern und Bankern sei neu entfacht, lese ich Heute im Handelsblatt: “Studie rüttelt an Ursachen der Finanzkrise“.

Christian Laux von der Frankfurter Goethe-Universität und Christian Leuz von der Booth School of Business der University of Chicago hätten eine neue Analyse vorgestellt, welche die gängigste Theorie auf den Kopf stellen würde.

Aus der Untersuchung würde hervorgehen, dass die Banken ihre ‘faulen Papiere’ nicht vorwiegend unterbewertet hätten in ihrer Bilanz.  Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht eine Bilanzierungsmethode die unter dem Namen “Fair Value” bekannt ist. Ökonomen und Politiker scheinen nun darüber zu streiten, ob die Finanzkrise eine Folge einer falschen Berechnungsmethode war, mit welcher Banken die zu Bündeln zusammengefassten Werte, (bestehend aus hypothekenbesicherten Wertpapieren) bemassen.

Der Schweizer Narr will auf diesen Streit hier nicht weiter eingehen. Die Diskussion um den schwächsten Punkt des Finanzsystems verführt nur dazu anzunehmen dass die Ursache der Krise dieser schwächste Punkt war. Das ist falsch, die Finanzkrise wäre auch mit einer anderen Bilanzierungsmethode der Banken eingetreten.

Wenn ich mich auf ein viel zu dünnes Brett setze, dann wird es auch bersten wenn ich den schwächsten Punkt des Brettes berechnet hätte, den Ort wo es dann tatsächlich bricht.  Die Ursache, wegen dem das Brett zerbricht, ist mein Gewicht, ein Faktor welcher sich ausserhalb des Brettes befindet.  Ich muss ein Brett suchen das in seiner Gesamtheit in der Lage ist mein Gewicht zu tragen.

Das Finanzsystem ist in seiner Gesamtheit zu schwach um die Wirtschaft der inzwischen weitgehend globalisierten Welt zu tragen. Unser Finanzsystem benötigt leider stetiges Wachstum um tragfähig sein zu können. Dazu muss zum Beispiel die Summe aller vergebenen Kredite stets zurückbezahlt werden können. Die Kreditnehmer müssen also in der Lage sein zusätzlich zum ausgeliehenen Geld zusätzliches Kapital (die Zinsen) zu erwirtschaften.

Man kann bilanzieren wie man will, wenn die Kreditnehmer ihre Schuld nicht begleichen können, dann bricht das Brett immer irgendwo. Unser Weltfinanzsystem ist aus der westlichen Kolonialgeschichte entstanden, durch Expansion gab es in der Vergangenheit immer wieder Wachstum. Wachstum ist möglich durch geografische Ausdehnung des Systems, durch technologische Fortschritte und durch immer günstiger werdende Arbeit und Rohstoffe.

Die Hypothekarkrise ist sicher nicht entstanden weil Banken falsch bilanziert hatten, sondern weil eine grosse Zahl an Menschen ihr Eigenheim nicht mehr finanzieren konnten.  Natürlich helfen bessere Bilanzierungsmethoden die Struktur des Finanzsystems zu optimieren, aber die Ursache der Krise ist damit natürlich nicht behoben. Die Menschen müssen in der Lage sein genügend zu erwirtschaften, damit Wachstum gewährleistet ist.

Es gilt aber festzustellen dass es Wachstumsgrenzen gibt, die Erde ist rund und nicht Unendlich. Die Wachstumsgrenze befindet sich ausserhalb der Blackbox des Finanzsystem, deshalb kann das Problem langfristig auch nicht in  einem Finanzsystem gelöst werden, welches Wachstumsgrenzen ignorieren muss um selbst existieren zu können.

Das Anwachsen von Armut wird vom Finanzsystem hingegen auch in den alten Industrienationen nicht mehr verhindert, seit der dem Finanzsystem eigene Mechanismus der Reichtumsumverteilung sich vermehrt Internationalisiert hat.

Jeder 7. US-Amerikaner hat Probleme mit der Nahrungsbeschaffung

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Auch in Europa steigt die Armut nun unvermindert an, wie eine Umfragestudie der EU aufzeigt.  Im Gegenteil, die gleichen aus der Kolonialzeit übernommenen Mechanismen im Finanzsystem, welche schliesslich auch den Kommunismus in den Abgrund gerissen hatte, sie arbeiten Heute zunehmend gegen die früheren Kolonialmächte. Besonders deutlich ist dies derzeit in UK sichtbar, aber auch die früheren ‘Ostblockstaaten’ lernen nun leider auch das ‘zweite Gesicht’ des Kapitalismus noch kennen.

Nachtrag vom 4.11.09, der Artikel kommt wie gerufen zur Ergänzung meines Blogbeitrag: Der materielle Wohlstand wird sinken “Wirtschaftskrisen seien dabei nur Symptome. Der Ansatz der Politik, weiter auf Wachstum zu setzen, sei falsch, da Bevölkerungswachstum und unser hoher Lebensstandard das Problem seien.”

Anmerkung dazu: Aus der Sicht des ‘Der Schweizer Narr’ muss bei einem stabilisierten Bevölkerungswachstum und einer Lebensweise die auf Nachhaltigkeit setzt der Lebensstandard keineswegs sinken.  Der Weg hin zu einer solchen Entwicklung kann aber nicht innerhalb des Finanzsystems ausdefiniert werden, vielmehr müssen von Aussen dem System Wachstumsbedingungen auferlegt werden.  Die Politik ist hierbei aber weiter entfernt denn je, woran gewiss auch die Zeichen der Zeit ignorierenden Wähler mitschudig sind.

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Categories: Finanzen
Posted By: sCHwizzer Narr
Last Edit: 20 Nov 2009 @ 05 50 PM

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