



Auf Swissinfo lese ich ein Interview mit Paul Rechsteiner vom Gewerkschaftsbund.
Der Schweizer Narr zweifelt an der Stossrichtung Rechsteiners. Die Gewerkschaften scheinen sich vornehmlich darauf zu konzentrieren, Entlassungen zu verhindern. Zwar ist der Einsatz für verlängerte Fristen für Kurzarbeit sicher sinnvoll, doch hier liegen die Gewerkschaften mit den Betrieben durchaus auf derselben Linie.
Was aber den Erhalt von Arbeitsplätzen anbetrifft für nicht mehr rentable Produktions- und Dienstleistungsbetriebe, so erscheint mir das Ansinnen der Gewerkschaften für zuwenig glaubwürdig. Warum sollen Arbeitspätze erhalten werden die nicht mehr sinnvoll sind sie zu erhalten oder wo es sich herausgestellt hat das diese in Zukunft immer unsicherer werden?
Gerade die KMU ist unter der Wirtschaftskrise unter hohe Belastung gekommen und die Betriebe sind darauf angewiesen sich dynamisch an den Auftragsbestand anpassen zu können. Die Gewerkschaften können fehlende Aufträge nicht ersetzen und die Schweiz ist in hohem Mass Exportabhängig.
Der Schweizer Narr sieht die Gewerkschaften als zu Arbeitsplatz orientiert, wohingegen nachhaltige Lösungen für das Problem bereits seit Jahren untergewichtet werden. Aus meiner Sicht kann die Krise nicht durch Aussitzen an den Arbeitsplätzen überdauert werden, das Problem wird langfristiger Natur sein. Viele Dienstleistungsbetriebe, etwa im Finanzssektor, werden ihre alten Personalbestände nie wieder rentabel erhöhen können.
Gefordert in einer Krise ist im Gegenteil, den Betrieben eine extrem höhere Flexibilität zu ermöglichen, sie soll Arbeitsplätze noch viel schneller als jetzt dynamisieren können.
In der Schweiz könnte das erreicht werden, indem man die Sozialwerke im Gegenzug zu mehr Planungsfreiheit der humanen Ressourcen in den Betrieben stärkt.
Damit meine ich den Ausbau der Arbeitslosenversicherung (Fristenverlängerung, Leistungserhöhungen), die Absicherung der Pensionskassen und der AHV/IV, die Erhöhung des Minimaleinkommens und erhöhte Sozialleistungen. Im Idealfall habe ich hier bereits oftmals ein Grundeinkommen für alle Bürger empfohlen, basierend auf dem Minimallohn.
Die Kosten für den Ausbau der sozialen Sicherheit wären zwar hoch, doch der Gewinn an Dynamik für die Betriebe würde diese Leistungen durch den Effekt der solidaren Beitragszahlungen (Erhöhung der Lohnabzüge) bei weitem übersteigen. Zudem würde der Aufbau von Newcomerbetrieben erleichtert sowie die Anpassung der Dienstleistungen und der Produktionsbetriebe auf die Anforderungen der Zukunft.
Warum die Gewerkschaften weiterhin nach altem Strickmuster des 19. Jahrhunderts operieren will, ist mir ein Rätsel. Rationalisierung und Automatisierung haben eine globalisierte Welt geschaffen, in welcher es per se in Zukunft nicht mehr Arbeit für alle (im klassischen Sinn) geben kann! Zunehmend wird das Problem der Selbstverwertbarkeit aufkommen, im Gegensatz zur Verwertbarkeit seiner Arbeitskraft auf dem ‘freien Markt’.
Alleine der Ausbau des Sozialstaates bietet die Möglichkeit hier gegenzusteuern und noch das Optimale an Beschäftigungsangeboten herausholen zu können. Mehr Qualität staat mehr Quantität, mehr Nachhaltigkeit statt Ressourcenverschwendung. Alles dies gelingt nur über die Einführung eines Grundeinkommens, andererseits durch weitgehende Freiheiten für Betriebe ihre humanen Ressourcen selber bestimmen zu können, und zwar sehr schnell und dynamisch.
Die Gewerkschaften erscheinen hier dem Schweizer Narr wie ein antiquierter Klotz am Bein, sie sollten sich derzeit vor allem um den Ausbau und Erhalt der Sozialwerke sorgen machen, anstelle an Arbeitsplätzen zu feilschen die bereits einen Status erreicht haben die dem eines “Webstuhlarbeitsplatzes” in der Industrialisierungsphase I ähnelt. Im Mittelpunkt sollte der Mensch stehen und diesem nutzt es in seiner Psyche nichts, wenn er zwecks Erhaltes seines Einkommens im Sand des Vergänglichen wühlen muss, anstelle persönliche Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit anstreben zu können.
Zusammengefasst: Nicht die Entlassungen und die Arbeitslosigkeit sind das Hauptproblem für die Menschen, es sind die manigfaltigen NACHTEILE dies sie dadurch erfahren. Daran sollten die Gewerkschaften und der Staat arbeiten, diese zu beseitigen.




Hallo Steffen von Blog Querschüsse,
Zum Thema ‘des Erkennens von Wichtigkeiten’, bei denen Sie vermeinen im Prinzip mehr Besucher haben zu müssen.
Sie schrieben in ihrem Blog Querschüsse folgende Anmerkung:
“In eigener Sache: Ich werde die Anzahl der Blogartikel stark einschränken und nur noch, wenn mich die Lust packt, posten. Der bisher in meiner Freizeit getätigte Arbeitsaufwand steht nicht in der Relation zum erreichten Status Quo. Auch bei zeitweise täglichen Berichten und der umfangreichen Erstellung von eigenen Grafiken ist die Nutzerschar beständig (“bescheiden?”) geblieben. Ca. 8′000-11′000 Seitenzugriffe pro Tag, hinter denen sich im Schnitt ca. täglich 3′500 Leser verbergen. Die breite Masse interessiert sich nur bedingt für diese Themen und der Wirkungsgrad bleibt daher beschränkt.”
In diesem Zusammenhang erzähle ich gerne eine kleine Geschichte eines meiner Vorgänger.
Eines sehr späten Abends klopfte es an der Türe des Narren. Als dieser die Türe öffnete blickte er in ein völlig verzweifeltes Gesicht. Vor der Türe stand der König mit schiefer Krone, er bat fast flehend um Einlass.
Der Narr bat den König neckisch hereinzukommen. Wenn der König selbst zum Narren kommt, so sagte er sodann, beissen sich die Ratten in den eigenen Schwanz!
Ohne auf die Provokation des Narren einzugehen, sprach der König:
Narr, ich habe genug vom regieren! Immer wenn ich deine Ratschläge höre, so denke ich, wieviel weiser würde das Land durch eure Tat regiert. Der Schatzmeister hat das Geld schlecht verwaltet und das Reich ist nahe dem bankrott. Aber ich selbst wusste es nicht besser und auch meinen Beratern ist nicht mehr zu trauen, ich weiss weder ein noch aus.
Der Narr war nicht im geringsten überrascht. Er hüpfte zu seinem Schreibtisch, zog an einer Schublade und kehrte mit einem kleinen Buch zum König zurück. Auf dem Büchlein las der König folgende Worte:
KEINE Machtübergabe des Königreich Siebentürme an den Narren!
Der Narr hüpfte wild und fuchtelte mit dem Buch vor den Augen des Königs. Er sprach: Was denken eure Majestät der König, sei er der erste König welcher seinen schlauen Narren inthronisieren will? Das Buch ist sehr alt und besitzt nur eine einzige Seite mit folgender Überschrift: Der König von Siebentürme sieht ein, dass er seinen Narren nie wieder danach fragen wird, sein Königreich zu regieren!
Der König erkannte auf der Seite nicht nur die Unterschrift seines Vaters, nein, er musste erkennen das er nicht einmal sämtliche seiner Vorgänger bei Namen kannte, aber er bemerkte mit Entsetzen dass dies eine vollständige Liste sein musste mit allen Königsnamen von “Siebentürme” die es je gegeben hatte.
Der Narr klimperte wild mit seinen Glocken, hielt sodann fuchtelnd dem König seine Schreibfeder vor die Nase. Danach sagte er mit plötzlich trauriger Stimme: König!
Denken Sie nach was ich und meine Vorgänger ihnen sage, danach unterschreiben Sie, so dass Sie nie wieder danach fragen kommen.
Dieses Königreich kann nicht von einem Narren geführt werden, bevor nicht alle anderen Königreiche auf dem Kontinent auch von einem Narren geführt werden und alle Bürger selbst zu Narren geworden sind!
Der König zögerte, er schien zuerst nicht zu verstehen was der Narr ihm mitteilen wollte. Hilflos blickte er dem Narren ins Gesicht.
Ich sagte NACHDENKEN HERR, sprach der Narr eindringlich.
Im Raum entstand Stille, der König dachte und dachte, kalter Schweiss rann von seiner Stirn.
Etwa dreissig Minuten später setzte er mit heftiger Bewegung seine Unterschrift unter diejenigen seiner Vorgänger und eilte ohne ein Wort zu verlieren fluchtartig aus dem Raum.
Am nächsten Morgen erschien der Lehrling des Narren zum Unterricht. Der Narr erzählte ihm vom Besuch des Königs, und dass er ihm das Reich hätte zum regieren überlassen wollen. Der Lehrling fragte danach den Narrenmeister: Warum hat der König so leicht unterschrieben und ohne dem Narren seine Einsicht zu offenbaren?
Warum dankt der König nicht für diese Erleuchtung des Narrenmeisters?
Der Narr sprach: Mein Schüler, der König hat doch gar nichts begriffen!
Er unterschrieb nur deshalb, weil er die Unterschriften seiner Vorgänger als Autoritäten anerkannte, nicht aus Erkenntnis durch mich!
Der Schüler sprach: Herr Narrenmeister, und alle Vorgänger taten daselbe?
Ja mein kleiner Narr, das geschieht so über die Jahrhunderte immer wieder, woher die erste Unterschrift eines Königs stammt, das ist auch unser Geheimnis. Der Narr flüstere dem Schüler in dessen Ohr: Der erste König wurde der erste Narr von Siebentürme!
Während draussen der Regen in Strömen niedergoss, drang närrisches Lachen aus dem kleinen Türmchen, in welchem die beiden Narren mit Wein und Scherz über den König und die Bürger von Siebentürme herzogen.
Autor der Geschichte: ‘Der Schweizer Narr’




Ein Bericht in der USAToday bestätigt mich in der Annahme, dass die USA zu einem monetären Geisterstaat verkommen ist. regiert durch den Takt von Wallstreet Spekulation.
Es existiert ein Staat mit einer Regierung welche Versprechungen in Billionenhöhe gegenüber ihren eigenen Bediensteten seit Jahren nicht einzuhalten gedenkt, zugunsten der Finanzkonzerne. Darüber hinaus wird noch ein Bärenrally finanziert, welches die Staatsschuld der USA auf über 60 Billionen US$ hat anwachsen lassen. Es werden Gelder, welche erst noch in den nächsten Jahren erarbeitet werden müssten vorbezogen, auch um das Milliardenprogramm der Militärs weiter laufen zu lassen.
Da stehen nun aber inzwischen Hunderttausende von Staatsangestellten vor dem Problem, dass die Regierung für die sie arbeiten ganz andere Prioritäten gesetzt hatte, als Geld für ihre Pensionskasse zurückzustellen. Dafür haben diese kleinen Angestellten ja auch gearbeitet, ebenso wie die US-Militärsoldaten.
Aber anstelle Reserven zu bilden, liess der Kongress unter Bush gigantische Militärvorhaben im Kampf gegen ‘das Böse’ finanzieren. Die Finanzkrise zeigte sodann weiter eindrücklich, wer in den USA wirklich regiert, nämlich Wallstreet. Der Kongress winkt nicht erst seit Heute, alles durch was der Wirtschaftslobby entgegenkommt. Selbst ein drohender Ausfall von Renten und Medizin für die eigenen Staatsangestellten, stellt für die US-Regierung offenbar kein grosses systemisches Risiko dar, die Banken waren wichtiger.
Während derzeit die Gehälter der Banker gerettet erscheinen, ja sogar mit Staatskapital und faulen Papieren gezockt werden darf, zieht über der Welt der kleinen Angestellten eine finstere Wolke herauf.
Die Zeitung ‘USA Today’ will wissen, dass der Kongress seit 2003 noch kein Geld für Renten oder Gesundheitsleistungen der Staatspensionäre zurückgelegt hat. Die Ausgaben dafür stiegen seit 2003 um jährlich ca. 300 Milliarden an, was jetzt einen ausstehenden Betrag von 5,3 Billionen Dollar ausmacht.
Das Geld wurde einfach in Form einer Verschuldung aus der Staatskasse entnommen, ohne auch nur einen Cent aus den Staatseinnahmen zu verwenden um diese Schuld wieder abzubauen. Im Prinzip wurden also über viele Jahre hinweg zukünftige Generationen mit der Bezahlung der gegenwärtigen Pensionäre vergewaltigt. Doch die Zahl der Pensionäre mit Guthaben steigen laufend an, ebenso wie die Kosten für deren medizinische Grundversorgung. Medicare soll ab 2011 jährlich eine Million mehr Bezüger verkraften müssen, welche im Jahr 2008 durchschnittlich 11.000 Dollar bezogen hatten.
Während die Banken wieder bescheidene Gewinne vermelden, auch über staatlich legitimierte Bilanzmanipulation, Rettungspakete, zum Zocken freigegebener toxischer Papiere etc. , so muss in Zukunft zwangsläufig der Kollaps der Sozialwerke hingenommen werden. Der rote Bereich ist längst überschritten, wo die Verschuldung in Generationenfrist wieder abgebaut werden könnte. Dazu müssten die USA an neue Einkommensquellen gelangen, so wie etwa nach den letzten beiden Weltkriegen. Auch die Westexpansion alter Tage ist vorbei, ebensowenig wie ein starker Geburtenzuwachs welcher auf ‘neue Ressourcen’ zugreifen kann. Da von der weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft auch der Wohlstand anderer westlicher Nationen abhängt, so dürfte es auch hier zu einer starken Zunahme des Sozialabbau kommen.
Wie in diesem Artikel (siehe letzter Blogbeitrag) bereits im Jahr 2004 erklärt wurde, befindet sich die Macht über die Welt nicht mehr alleine in den USA, sondern in der globalisierten Wirtschaftselite. Diese Elite wird es wohl zulassen, anhand bisheriger Erfahrungen, dass auch im Westen wieder Zustände hoher Armut sich verbreiten.
Anlässlich des sogenannten ‘Kampf gegen den Terror’ wurde ja bereits sichbar, welche Kanäle der Politik auch ohne Kenntnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, so etwa bei den CIA-Geheimtransporten. Derzeit wird wohl versucht die medialen Kanäle des Internet im Bedarfsfall zu manipulieren, solche Experimente scheinen etwa im Georgienkrieg ausgetestet worden zu sein. Es ist wohl kein Zufall dass für den G8 -Gipfel im nächsten Monat neben ‘Global Governance’ auch die Kontrolle des Internet ein Thema ist.
Wenn also in den USA die Sozialwerke auf der Kippe ins Nichts stehen, so darf man sich hier in Europa nicht vorstellen, dass hier alles anders und alles besser verlaufen könnte. Die Wirtschaft ist weltweit in höchstem Mass verflochten, der Kapitalmarkt längst ausserhalb der Kontrolle der Politik eines einzigen Staates.
Nicht nur der Westen wird durch ein Netz von Beziehungen regiert, in welchem die Macht des Kapitals und deren globalisiert lebender Exponenten den Ton diktieren. Wenn Chinesen im Club der Grossen mitmischen, so darf man nicht erwarten, dass dadurch die mühsam aufgebauten demokratische Prozesse im Westen nicht bedroht wären. Aber auch die Schweizer Finanzlobby, sie ist durchaus auch bereit bei der Führung der Weltwirtschaft derart mitzumachen, dass Demokratie und nationale Einflüsse zurückgedrängt werden.


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