



Wären die Menschen Schweine, dann würden sie die mexikanische Grippe Menschengrippe nennen. Der Schweizer Narr klimpert lustig mit den Glocken, soviel Unsinn wurde in der Presse schon lange nicht mehr über eine Krankheit geschrieben. Mr. Jones, der Presseheinrich ist in höchstform. Dankbar wendete sich Mr. Jones von der Wirtschaftskrise ab, denn dort ist das Versagen der Berichterstatter seit 2008 schon Legende.
Kürzlich las ich zum Beispiel in der NZZ, dass ein ‘Verdachtsfall’ schwer an Lungenentzündung erkrankt sei, aber ausgelöst durch Bakterien. Hätte NZZ-Jones etwas recherchiert, dann wüsste er dass die meisten Grippetoten nicht am Virus selbst, sondern an Sekundärerkrankungen sterben. Die durch Fieber und Immunabwehr geschwächten Körper werden zur Beute sonst weniger gefährlicher Mikroorganismen.
Doch auch die Experten sind der Heuler, so wollen viele die mexikanische Grippe als ‘Neue Grippe’ bezeichen. Wer auch nur einen Schimmer von Datenablage hat, der weiss, dass man Daten nie mit Neu1, Neu2 etc. bezeichnen sollte. Neu2 könnte ja bereits bald folgen, denn die Mutationsfreudigkeit dieses Virenstammes ist bekannt.
Doch auchvon namhaften Gesundheits-Experten kommen derzeit Informationen, bei welchen der Schweizer Narr sich am Kopf kratzen muss. So behauptet der Chefarzt der Abteilung ‘Infektologie’ am St. Galler Kantonsspital, Pietro Vernazza:
“Viren treten am Anfang immer von einem Tier auf einen Menschen über”
Der Schweizer Narr glaubt diesen Informationen nicht. Erstens können Viren auch vom Menschen auf Tiere übertragen werden und zweitens muss es nicht so sein dass Mutationen zu einer gefährlichen Variante immer im Tier ablaufen muss. In der Natur gibt es einen dauernden Austausch von Krankheitserregern aller Art, das Leben ist vernetzt und der Mensch letztendlich auch nur einer von vielen Organismen welche die Erde bevölkern.
Obwohl der Mensch ein intelligentes Lebewesen ist, so müssen wir uns als Organismus auf dieselben ‘automatisch’ ablaufenden Funktionen unseres Körpers verlassen, genauso wie das Schwein oder der Hund. Je mehr Menschen existieren welche für Viren und Bakterien lebendige Testlabore sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass auch einmal ein Virus innerhalb der Gattung Mensch sich zu einer mutaten Art entwickelt, welche dann auch wiederum für Tiere gefährlich werden. Am Anfang einer neuen gefährlichen Virenvariante kann also auch der Mensch selbst sein. Bei Schimpansen wurde dies vom Robert Koch Institut erforscht.
*Nachtrag vom 4.5.09, soeben ist folgende Meldung eingetroffen welche meine Ansicht bestätigt:
“In Kanada ist es inzwischen erstmals zu einer Ansteckung mit dem neuartigen Grippe-Virus A (H1N1) von Mensch zu Tier gekommen. Höchstwahrscheinlich habe ein Mann, der mit Grippesymptomen aus Mexiko zurückgekommen war, seine Schweineherde in der Provinz Alberta infiziert, berichtet die kanadische Lebensmittelbehörde.”
Der Aufschrei über Stufe 4 des WHO ist zudem völlig überzogen, zumal die Anzahl von Grippetoten bereits bei den bekannten Influenzastämmen 250′000-500′000 Tote pro Jahr fordert. Alleine in Deutschland landen jährlich über 5 MillionenMenschen im Bett wegen Grippeerkrankung. Das Robert Koch Institut schätzt die Grippetoten pro Jahr in Deutschland auf ca. 16000! Genau kann man das nicht erfassen, denn wie ich bereits sagte, sterben die meisten Menschen schliesslich an Sekundärkrankheiten, nachdem sie an Grippe erkrankt waren.
Woher das mexikanische Fieber kommt, das weiss man noch gar nicht. Schweine wurden noch nicht erfolgreich getestet, wohl aber Menschen. Obwohl das Virus eine komplexe genetische Mischung aus dem Virus der Schweinegrippe, der menschlichen Grippe und einem noch unbekannten Virus zusamemengesetzt ist, weiss man über Letzeres noch nichts genaues.
Von den Viren des Influenza A- Stammes gibt es saisonale Erreger und tropische Erreger. Die saisonalen Erreger besitzen eine spezielle Oberfläche, welche ihnen die leichte Übertragung zwischen den Menschen gestattet, allerdings eben nur zur Winterzeit zwischen etwa September und April. Die tropischen Erreger wiederum sind das ganze Jahr über aktiv, finden aber ob der etwas anderen Haftmechanismen insgesamt eher weniger Opfer. Die Experten streiten sich noch immer über diese Mechanismsen.
Der mexikanische Erreger dürfte sich vermutlich vor allem in eher wärmeren Gegenden ausbreiten, aber durch den Reiseaktivismus denoch nach Europa gelangen. Ob er sich hier allerdings weiter auszubreiten vermag ist noch völlig ungewiss.
Die Wirtschaftskrise könnte übrigens durchaus eine der Ursachen für die Entstehung dieses Virus verantwortlich sein, oder besser, die Börsenspekulation. Es ist Tatsache dass zwangsweise vorhandene Verschmutzung von Wasser und geschwächte Menschen ideale Versuchslabore für neue Viren sind. Eine der Quellgebiete der Herkunft des Virus liegt in Ciudad Nezahualcóyotl, ein Vorort von Mexiko-Stadt (2004 1,3 Mio. Einwohner, auf mehrere Millionen geschätzt), ist die ärmste Millionenstadt Mexikos. Nach offizieller Zählung ist sie die siebtgrösste Stadt des Landes und die grösste im Bundesstaat México. Ebenso viele Arme gibt es bei den anderen vermuteten Quellen, nämlich Estado de México und San Luis Potosí.
Als 2007 die damals hochverehrten Finanz-Milliardäre den Braten der subprime Krise witterten, flüchteten sie ihre Anlagen in Rohstoffe und auch Nahrungsmittel. Zusätzlich begannen reiche Nationen Bioethanol in Autos zu verbrennen. Bekannt ist, dass die Mexikaner damals monatelang in höchst Not kamen ihr tägliches Mais zu kaufen. Mais war in Mexiko auch das beliebteste Nahrungsmittel um Schweine zu füttern. Die Schweine liebten diese Nahrung. Im Verlauf der Lebensmittelkrise, vorangetrieben durch Spekulationsgeschäfte die etwa Warren Buffet betrieb, und der hecktisch vorangetriebenen Bush Ethanol Doktrin, wurde die Schweinemahlzeit durch allerlei Fusel gestreckt.
60 Prozent der mexikanischen Kinder unter 15 Jahren gelten als unterernährt, was durchaus auf die Ungleichverteilung des Reichtums in Mexiko beruht. Der Aufstieg des Landes zu einer wichtigen Wirtschaftsnation löste dieselben Vermögensunterschiede zwischen Arm und Reich aus. In Mexiko ist Wildwestzeit, Drogenbanden und die Mafia sorgen für ein bipolar regiertes Land.
Wie überall in der dritten Welt führte die Erholung der Rohstoffpreise bei der armen Bevölkerung kaum zu einer besseren Situation, denn während für uns die Lebensmittel im Preis etwas fallen, steigen sie in Mexiko unter dem Inflationsdruck des Peso trotzdem weiter an. Der Mexikanische Peso verlor seit Oktober 2008 gegenüber dem US$ 30% an Wert.
Die Mexikaner vernachlässigen die eigenen Maissorten immer mehr und kaufen dafür billigeren US-Amerikanischen Gentech-Mais. Ich vermute, dass die bisherigen Sorten, weil viele Mexikaner eben nicht viel essen können, der Gesundheit erträglicher waren, ebenso dürfte das die Gesundheit der Schweine betreffen. Während reichere Menschen ihre Nahrung aus vielen Bestandteilen zusammensetzen, so können das viele Mexikaner eben gerade nicht. Mais ist auch sonst nicht unbedingt die beste Mono-Ernährung.
Nachweisen kann man die schlechtere Gesundheitssituation der Mexikaner auch an anderen Krankheiten. Sinkende Löhne und die damit verbundene Armut lässt zum Beispiel Tuberkulose, Darmerkrankungen und Chagas stark anwachsen. In der Nähe der grossen Städte sorgen Luftverpestung und völlig verseuchtes Wasser für die Menschen die da leben müssen für manigfaltige Risiken.
Die Wirtschaftskrise hat die Situation derart verschlimmert, dass Mexiko vom IWF Beistand erhalten muss. Die Inflation hat noch weitere Folgen, welche sogar den Experten vermutlich entgangen sein dürfte. Die metallischen Geldstücke werden nämlich immer wertloser und vermehrt bezahlt man daher nur noch mit Noten. Wissenschaftler haben nachgewiesen , dass Viren auf Banknoten recht lange überleben können. So wäre es durchaus möglich, wenn man die Umstände der mangelnden Hygiene in Mexiko berücksichtigt, dass die mexikanische Grippe auch über Banknoten übertragen wird.
Touristen bezahlen letztlich ebenfalls mit solchem Geld, so dass für nachhaltige Übertragung bis zum Beispiel Heim nach New York gesorgt ist. Gerade Kinder spielen oft mit solchen Noten, nehmen sie gar in den Mund.
Wenn wie in Mexiko Bevölkerungsdichte an bestimmten Orten kombiniert mit hohem Zuwachs, die Finanzkrise mit den hier besonders markanten Armutsfolgen zusamentrifft, dann freuen sich natürlichen Biolabore, in denen auch bereits früher die Schweinegrippe hervor gegangen war. Die Albert Schweizer Stiftung schreibt zudem: “In Amerika werden Hühner und Schweine oft in benachbarten Industrie-Ställen gehalten. Das Personal arbeitet regelmässig in mehreren Ställen, kommt so in Kontakt mit kranken Hühnern und Schweinen und verbreitet die Erreger.” Schlechte Arbeitsverhältnisse, die Haltung von Tieren im eigenen Haushalt, kommen noch dazu in Mexikos Elendsvierteln.
Übrigens entstammt die Spanische Grippe, welche zwischen 1918 und 1919 1/3 der gesamten damaligen Menschheit erkranken liess ebenfalls vermutlich aus dem Amrikanischen Kontinent. Die Rekonstruktion des Ablaufs weist darauf hin, dass mindestens drei Personen aus Haskell County Ende Februar in das US-Army-Ausbildungslager Camp Funston eingezogen wurden. Am 4. März erkrankte ein Koch an der Grippe, drei Wochen später waren in dem Ausbildungslager, in dem sich durchschnittlich 56.000 Rekruten befanden, 1.100 Schwerkranke und 38 Todesfälle zu beklagen. Die Soldaten bezeichneten die Erkrankung als three-day fever oder knock-me-down fever. Von dem zur Militärbasis Fort Riley gehörenden Ausbildungslager breitete sich die Krankheit sehr schnell weiter aus. Am 18. März wurden Grippefälle auch in zwei Ausbildungslagern in Georgia gemeldet. Eine Influenza, ausgelöst vom Vogelgrippe-Virus-Typ A zeigte sich als sehr aggressiv (50 Millionen Tote) und sehr ausbreitungsfreudig.
Damals war der erste Weltkrieg in vollem Gang in Europa. Die Seeblockade der Alliierten hatte im eiskalten “Steckrübenwinter” 1916/17 eine schwere Hungersnot im Deutschen Reich verursacht; die Behörden waren sogar genötigt gewesen, den Verzehr gebratener Krähen als nahrhafte Alternative zum Hühnchen zu propagieren. Die Bevölkerungen vieler Staaten führten Raubbau an der Gesundheit ihrer Bevölkerungen, und hofften so den Sieg erzwingen zu können. Der Menschenaustausch zwischen den Fronten war hoch,sehr günstig für die Verbreitung des Virus und dafür, dass dieser nicht auf seine tödliche Kraft verzichten musste um sich weiter auszubreiten.
Eigentliche Ursache der ab 1919 beginnenden Deutschen Hyperinflation war der Umgang mit der Geldpresse in den Anfangsjahren der Weimarer Republik, um die Staatsschulden zu beseitigen. Kriegsanleihen lasteten auch auf den wohlhabenden Teilen der Deutschen Bevölkerung. Die Anfälligkeit gegen die ’spanische Grippe’ war auch in diesem Zeitraum durch Wirtschaftskrisen begleitet, welche die Menschen verarmen liess. Gleichzeitig sollte die Kaufkraft der Bevölkerung für den Militärbedarf abgeschöpft bzw. stillgelegt werden, um bei der vorauszusehenden kriegsbedingten Güterverknappung im Inland der Schwarzmarktbildung durch Geldverknappung bei den Bürgern entgegenwirken zu können.
Der Schweizer Narr erkennt also durchaus Zusammenhänge zwischen Finanzkrisen, folgender Armut und Mangelernährung, mangelnder Hygiene und der Ausbreitung neuer Krankheitskeime. Je desolater der Zustand der Bevölkerung im Allgemeinen, desto tödlicher kann sich ein Virus ausbilden. Aus diesem Grund aber, sei darauf hingewiesen, dass diese Voraussetzungen in Europa noch nicht gegeben sind. Ich glaube daher, dass das mexikanische Virus in Europa kaum dieses Aggressionspotential erreichen kann wie damals dieser Erreger. Den Politikern ist allerdings anzumahnen, dass durchaus eine Wahrscheinlichkeit besteht, durch Missachtung der unteren Gesellschaftsschichten das Gefahrenpotential weiter zu erhöhen.
Noch ein Hinweis kurz vor Schluss meiner Ausführungen, ich schrieb hier im Blog am 4. März 2009 eine Wirtschaftsprognose, darin findet man folgendes:
“Hinweis ausserhalb am Rande meines Analyseeinbezugs: Aus solchen Regionen der Armut können sich auch neue Krankheiten breit machen. Sowohl Viren als auch Bakterien finden dort immer mehr menschliche Wirte, in denen sie ihr Überleben testen können. Ein Überspringen selbst auf geimpfte Menschen kann stets von neuem ‘geübt’ werden. Probleme entstehen also sowohl aus Armutsgegenden als auch durch den Abbau der globalen Bodenressourcen. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren eine Pandemie ausbrechen könnte. Natürlich würde dies die Situation für die Wirtschaft weiter dämpfen, weil sowohl die Globalisierung gebremst werden könnte, als auch soziale Probleme daraus entstehen können.”
Bisher musste ich bei allen Finanzprognosen hier im Blog lediglich minimale Korrekturen vornehmen, vornehmlich nach unten, nur nebenbei erwähnt. Übrigens ist ja auch die Vogelgrippe noch immer vorhanden, derzeit gastiert das Virus gerne in Ägypten. Mr. Jones meint, so habe ich gelesen, dass dieses Virus harmloser wäre als die mexikanische ‘Grippe’, aber ich behaupte hier gar nichts, denn jederzeit kann auch dieses Virus weiter mutieren, und er erscheint mir eher gefährlicher als der mexikanische Virus.
Im Übrigen bin ich der Ansicht dass die Pharmaindustrie (und damit unsere Politker) die Prioritäten ganz gerne auf kapitalistische lukrative Weise lösen wollen, anstelle tatsächlich die notwendigen Massnahmen einzuleiten. Die wären Armutsbekämpfung, sauberes Wasser für alle und eben nicht die Finanzkrise auf dem Buckel der Steuerzahler auszubaden.
Was euch weder Mr Jones noch Politiker oder die Ärzte sagen, die mexikanische Grippe ist verglichen gegen andere noch tödlichere Gefahren auf dieser Welt noch vergleichsweise harmlos. Damit will ich nicht sagen dass eine Pandemie nicht möglich wäre beim neu entdeckten Virus, aber woran sterben denn die meisten Menschen?
Fast sechs Millionen Kinder sterben weiterhin jedes Jahr an Hunger und Unterernährung und damit jede Minute elf Kinder.
Dies geht aus dem Welthungerbericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) bereits 2005 hervor. Warum besteht in weiten Teilen der Welt für Kranhkheitsquellen gefährliche schlecht ernährte Bevölkerungsdichten und in Europa zum Beispiel nicht? Entscheidend ist nicht die Anzahl Menschen, sondern vielmehr deren Ressourcenverbrauch pro Kopf, und das ist ein politisches und wirtschaftsethisches Thema das zur Wirtschaftskrise und Ungleichverteilung der Vermögen passt und kein Medzinisches.
Externer Link: Weltweit die aktuelle Verbeitung der ‘mexikanischen Grippe’ auf einer Weltkarte.




Bereits seit Monaten berichtete ich in diesem Blog über das weltweite Umverteilungsproblem, welches ich als ‘global credit growth’ bezeichne. Dieses Problem entsteht im Kapitalismus, wenn die Vermögen über ein gewisses Mass hinaus nach oben umverteilt wurde. Heute nun fand ich meine Theorie schön in der Financial Times Deutschland, bestätigt.
Die Zeitung hält fest:
“Natürlich will kein Finanzpolitiker der Welt seinen Wählern erklären, dass sie pleite sind. Dennoch ist die Bankenkrise in Wirklichkeit eine Bankkundenkrise”
“Fast zwei Jahre nach dem Ausbruch der Krise werden deren Ursachen immer noch beharrlich verdrängt. Laut Bloomberg haben Staat und Fed dem US-Finanzsystem Kapitalspritzen, Kreditgarantien und Liquiditätshilfen von 12.800 Mrd. $ erteilt. Trotz einiger hoffnungsvoller Zeichen einer Finanzmarktberuhigung ist bisher dennoch keine echte Belebung des Kreditwachstums in Sicht.
Das kommt davon, wenn man bloß an Symptomen herumdoktert. Die Ursache der Krise sind nämlich nicht marode Banken, sondern marode Bankkunden. Könnten die ihre Kredite bedienen, hätten wir keine Bankenkrise. Nur sind in den USA die Schulden von Verbrauchern und Firmen allein über die vergangenen zehn Jahre um 13.586 Mrd. $ gestiegen, während das Nationaleinkommen aufs Jahr hochgerechnet lediglich um 4 475 Mrd. $ zugenommen hat. Inklusive der Staatskredite belaufen sich die Schulden der nichtfinanziellen US-Sektoren nunmehr auf 270 Prozent des Nationaleinkommens (Ähnliches gilt für andere angelsächsische Länder).
Insofern diese Betrachtung stimmig ist, sollten auch meine weiteren Überlegungen dazu höchst wahrscheinlich zutreffen, nämlich dass der aktuelle Mini -Börsenboom auf Kosten der Staatskassen gehen muss, denn die hoch verschuldeten USA und Angelsächsischen Haushalte haben kein Volumen mehr um derart in die Börse einzusteigen (siehe auch). Falls sie es dennoch tun, dann wiederum über irgendwelche Kreditmodelle bestehend aus virtueller Kapitalluft. Es erscheint plausibel, dass Grossanlager aus dem Bankenumfeld, gespiesen von Geldern der Staatskasse, hochgradig in die Börsen investieren mangels anderer Gewinnaussichten. Woher aber haben diese Banken noch Geld um die Miniblase zu füttern?
Der Verdacht, dass es sich dabei um namhafte Grössen aus der Bankenrettungskasse handelt, ist nicht von der Hand zu weisen. Durchaus werden bestimmte Teile auch aus den Spareinlagen von Herrn und Frau Meier stammen, allerdings ohne deren Wissen von Banken verwendet, in deren Konten die Sparer ihre Einlagen von den Grossbanken herübergeholt haben. Die Kleinbanken wissen ebenfalls kaum mehr anderes zu tun mit den Spareinlagen, als diese in die Börsenspekulation zu werfen.
Der global credit growth ist erreicht, wenn die Finanzinstitute kaum mehr Gewinne aus der Kreditvergabe zu generieren imstande sind. Dies ist der Fall, wenn die unteren Gesellschaftsschichten in den grossen Industriestaaten kaum mehr über eigenes Vermögen verfügen. Jahrelang wurden oben zu hohe Gewinnmaxime angestrebt, bis dass den Kreditnehmern die Puste ausgegangen ist.
Den Reichen lässt sich hier nicht direkt Schuld zuweisen, denn ermöglicht hat die Abzockerei an den unteren Schichten der Staat. Der Staat hat den unregulierten freien Markt angestrebt, wobei dieser frei nach sozialdarwinistischen Regeln und der Macht des Stärkeren, die unteren Schichten durch die Abzockerideologie ausbluten liess. Der Staat und dessen Politiker schauten nicht nur dem Treiben zu, ermöglichten Managerlöhne in Millionenhöhe, nein, sie entwarfen vor uns das Bild, dass nur der freie Markt uns ewiges Wachstum schenken könne.
Schritt für Schritt zogen sich die Staaten aus der Regulierung zurück und lieferten sich ein regelrechtes Privatisierungsrennen. Damit fielen alle Reichtümer in die Hände der Finanzlobby,das sind Weltweit einige paar Tausend Menschen und Konzerne. Als die Wertschöpfung nicht mehr aufzugehen schien, errichteten sie ein Blendwerk von virtuellem Geld, gepackt in Papiere, die sie aus Schulden der Kleinen zu Paketen schnürten. Die Handhabe dieser Papiere war komplett aus der direkten Zugriffsmöglichkeit des Kleinanlegers entzogen, für diese noch in Form von Fonts mit kleinerer Rendite von den Banken angepriesen. Danach folgte der Lehmann Kollaps und seither läuft das Kreditgeschäft nicht mehr richtig. weil niemand mehr solche subprime -Schuldenpakete zu schnüren riskiert. Die toxischen Papiere bestehen aus nicht anderem als aus solchen von FTD beschriebenen Schulden der maroden Bankkunden.
Anstelle dass der Staat nun alles daran setzt um die maroden Bankkunden wieder solvent zu machen, pumpt sie das Geld in die Kreditpumpe Bank, falscher geht es nicht mehr. Das führt dazu, dass die Banken mit dem erhaltenen Kapital des Staates an den Börsen zocken, aber den maroden Kunden natürlich aus Risikogründen keine Kredite vergeben wollen. Anstelle dass der Staat Geld in die unteren Gesellschaftsschichten pumpt und somit die Grossvermögenden auf den Boden zurückholt, treibt man die Wirtschaft weiter in den Ruin. Was nutzen Banken welche wieder flüssig sind, wenn sie nur noch zocken und kein Kredit mehr vergeben?
Der Kreislauf des Geldes bleibt unterbrochen und die staatlich unterstützten Konzerne verzerren den Wettbewerb, genaus wie die Sondergesellschaften welche die toxischen Papiere mittels Bilanzerbiegung in die Zukunft, verwalten. In deren Umfeld haben die Reichen wieder angedockt und sind jetzt dabei, die letzte Phase der kapitalistischen Zockerblase aufzublähen, betrieben mit Steuergeld, welches wiederum von noch nicht einmal lebenden zukünftigen Generationen stammen muss. Falls es stimmt dass der Schuldenabbau mehr als 20 Jahre dauert, dann bezahlen jetzt noch Ungebohrene Föten irgendwann theoretisch die Zinseszinsen der Schulden ab. Natürlich aber geht sowas nicht auf, daher ist es kaum noch Spekulation, dass nur noch Inflation übrig bleibt um die gewaltigen Türme der Schulden zu vernichten.




Der Schweizer Narr widmet sich Heute der ‚Musiktheorie’, was ist Musik.
Der Beitrag ist dem Musikfestival Bern gewidmet und einem Beitrag aus ‘codex flores’ von Wolfgang Böhler, ausserdem meinem Freund.
Ein Artikel aus ‚codex flores’ geht zuerst trefflich auf die bisher existierende Begrifflichkeit in den Lexika nach. Nach wie nach tastet der Autor Wolfgang Böhler nach einer neuen Definition, welche Musik schliesslich als Aufbau von musikalischen Räumen betrachtet, welcher im Menschen selbst geschaffen wird:
Musik ist ein Patchwork aus Sinneswahrnehmungen, Bedeutungsfragmenten, Sprache und dem Widerhall des emotionalen Systems des Menschen.
Nachfolgend seien einige Sätze aus dem Artikel Herrn Böhlers gerissen. Daher bitte sehr, um die Zusammenhänge einzusehen, sollte dieser Artikel zuerst durchgelesen werden, bevor der Leser bei mir fortfahren möge.
„Ein paar notwendige Bedingungen sind zu beachten. Musik hat zuallererst mit Hören zu tun. Im Weiteren sollte eine Definition gegenüber Wertungen und Rahmentheorien neutral bleiben (da versagt Brockhaus Riemann kläglich: «produktiv», «sinnvoll» und «sinnstiftend» sind Wertungen -…”
„Da musikalische Räume ja das Produkt unserer Imagination sind, muss man sicherlich weniger ontologische Skrupel haben, wenn man nach der Natur der musikalischen Dinge fragt, als bei der Frage danach, welche Dinge denn in der physikalischen Aussenwelt existieren.”
„Lebendige Musik zeichnet sich eben dadurch aus, dass Regeln nicht mechanisch angewendet werden, sondern fliegend ausser Kraft gesetzt oder modifiziert werden können.”
„In einer dritten Hinsicht folgt Musik nicht den Kennzeichen der physikalischen Aussenwelt – in der Art nämlich, wie die Gegenstände in ihrem Raum individuiert, oder eben nicht individuiert werden. Musiktheorie ist bislang naiverweise immer davon ausgegangen, dass die Individuierung der Objekte im musikalischen Raum als Vorarbeit zur eigentlichen Strukturanalyse bloss ein formales Problem darstellt.”
Nach dem Durchlesen des Artikels kommt der Schweizer Narr auf folgende Schlüsse:
Es gibt ‚lebendige Musik’ und es gibt Musik welche nach Regeln der klassischen Musiktheorie aufgebaut, mechanisch für den Menschen wirken möge.
Das Problem dabei, auch die klassische Musiktheorie wurde von Menschen verfasst, daher muss eine in ihr formulierte ‚Computermusik’ nicht zwangsläufig der Möglichkeit widersprechen, dass es eine lebendige unabhängig vom Menschen entstandene Musik geben könnte. ,Lebendig’, ist zudem eine vom Menschen vorgenommene Wertung, gegen solche Herr Böhler zu Beginn seines Artikels ja gewarnt hatte.
Hingewiesen hat Herr Böhler darauf, dass die Gestaltung der Zeit in der Musik eine wesentliche Rolle spiele. Wer gestaltet die Zeit? Bei Musik gestaltet sie der Mensch, indem Gegenstände im Raum individuiert werden, so die Antwort. Musikalische Räume seien das Produkt unserer Imagination, so Wolfgang Böhler. Um die Bedeutung des Menschen für die Definition des Begriffs Musik weiter zu intensivieren, weist er schliesslich auf die Musikpsychologie hin. „Die Musikpsychologie dürfte deshalb eine Schlüsselstellung beim Aufbau einer evolutionären Erkenntnistheorie einnehmen”
Der Schweizer Narr fragt sich nun, anhand seiner eigenen Erfahrung mit Musik, ob denn nicht die Physik alleine ausreichen möge, eine Definition für diesen Begriff zu finden. Dazu müsste zuerst der Beweis erbracht werden, dass Musik unabhängig vom Menschen zu existieren imstande wäre, zumindest unter dem Blickwinkel der Quantenphysik, welche ja bereits in der Theorie darauf hinweist, dass Beobachter und Objekt zueinander Beziehungen bilden, sobald sie miteinander irgendwann interagiert haben.
Experiment Quantenverschränkung:
„Wenn zwei Quantensysteme miteinander in Wechselwirkung treten, müssen diese fortan als ein Gesamtsystem betrachtet werden. Die entsprechende Zusammensetzung des quantenmechanischen Zustandes des Gesamtsystems aus den Zuständen der beiden Teilsysteme wird als Verschränkung bezeichnet. Dies führt zu Korrelationen der physikalischen Eigenschaften der Teilsysteme. Die Verschränkung bleibt auch dann erhalten, wenn der Zeitpunkt der Wechselwirkung weit in der Vergangenheit liegt und die zwei Teilsysteme inzwischen weit voneinander entfernt sind.”
Der Schweizer Narr erkennt in der Musik ebenfalls solche Schlussfolgerungen. Dass Mensch und ‚Physikalische Aussenwelt’ voneinander unabhängig wären, diesen Schluss erlaubt die moderne Physik nicht. Im von Herrn Böhler verwendeten Begriff ‚Imagination’ verbergen sich diese Abhängigkeiten (Da musikalische Räume ja das Produkt unserer Imagination sind). Imagination ist die Fähigkeit, Konzepte, Ideen oder Bilder zu entwickeln oder zu erinnern, die materiell nicht vorhanden sind.
Der Schweizer Narr lehnt eine solche Sichtweise in der Musik teilweise ab, weil sie in der Quantenphysik nicht begründet werden kann (Bilder). Jedes mögliche ‚innere Bild’, welches der Mensch in der Musik sich vorzustellen vermag, ist an die Physik akustischer Ereignisse und folglich an die Physik gebunden. Lediglich das musikalische Konzept, also die Sinngebung in der Musik, scheint vom Menschen ausserhalb materieller Gebundenheiten vorstellbar.
Die Sinngebung ist im Menschen ein Prozess, welcher der Verständigung mit anderen Menschen dient, also die musikalische Sprache. Natürlich gibt es immer wieder neue musikalische Sprachen. Eine Individuelle Sprache kann zu Musikstil werden, wenn sie in der Gesellschaft und einer gegebenen Kultur reflektiert wird.
Der Mensch versucht unablässig mit anderen Individuen zu kommunizieren, dies bildet den Hintergrund in der Musikpsychologie. Kein Konzept und keine Idee, welche sich nicht daraus entwickelt, kommunizieren zu können und sei es auch nur gegenüber sich selbst. Die musikalische Ausdrucksweise eines Menschen entspricht der emotionalen Intelligenz eines Individuum, seine Existenz mit anderen Menschen über die Zeitdimension hinweg, teilen zu können.
Auch hierfür hat die Quantenphysik eine Antwort, man nennt es dort Verschränkung (seine Text oben). Ausgehend davon, dass der Mensch sich als Beobachter in der Welt als Teilsystem bewegt, entsteht seine Individualität immer im Kontext zu anderen Teilsystemen oder Individuen, als Variante welche wiederum auf andere Teilsysteme einwirkt. Die Verschränkung zwischen den Individuen bleibt ebenso erhalten, selbst wenn sie sich Individuen wieder voneinander entfernen.
Diese Kontext -Eigenschaften in der Physik führt hin zu dem Begriff ‚Selbstähnlichkeit’. In der Natur beobachten wir Selbstähnlichkeit als fraktale Muster. Ohne Selbstähnlichkeit würden in der Sprache des Menschen Begriffe nicht existieren und in der Musik nicht der Begriff Musikstil.
„Nach neueren Studien von Neuropsychologen der McGill University im kanadischen Montreal aktivieren unbekannte Geräusche das „limbische Belohnungssystem” – also jene Hirnregionen, die uns auch beim Sex und bei einem gelungenen Dinner Glücksgefühle vermitteln. Damit ist die Ausschüttung so genannter Endorphine – also körpereigener Opiate – verbunden. Sie gelten als Gedächtnis fördernd. Unser Gehirn, so die Schlussfolgerung der Kanadier, weist uns so womöglich seit Urzeiten auf wichtige akustische Veränderungen in der Umwelt hin, die eine Gänsehaut erzeugen und sich gleichzeitig ins Gedächtnis eingraben.”
Akustische Veränderungen in der Umgebung des Menschen rufen also im Menschen ‚Lust’ aus, solche Ereignisse im Gedächtnis festzuhalten. Der Mensch reagiert damit wie die Quanten in der Physik mit einer Verschränkung, die in ihm verhaftet bleibt. Dieses Verhalten ist aus der Evolution des Menschen in der Natur, erklärbar.
Ein ‚neuer Musikstil’ entsteht, wenn kulturelle Gegebenheiten im Menschen, welcher ihn zum ersten mal hört, eine bestimmte Emotionalität auslöst, die eine Selbstähnlichkeit zu einer gegebenen Kultur feststellt. Die Individuen treten miteinander in Wechselwirkung, wobei es zu fraktalen Mustern in der Ausbreitung des neuen Musikstils in der Gesellschaft kommt. Selbstähnlichkeit ist in der Musik sehr wichtig, denn unser Gedächtnis korreliert das gehörte ständig mit dem bereits gehörten Tonmaterial. Vorlieben für bestimmt Musik entsteht, weil wir uns an bestimmte andere Menschen oder akustische Umgebungen gebunden fühlen.
Wenn ich als Zürcher etwa folgendes Tonmaterial höre, so hat dies andere Auswirkungen als etwa für einen Ägypter, welcher die Emotionalität im Zusammenhang mit meiner Kultur zuerst erfassen müsste. Umgekehrt musste ich, Musik wie diese eines Sufi aus Ägypten, zuerst durch emotionale Prozesse meinen Vorlieben hinzufügen.
Die wahre Magie, welche hinter der Musik steckt, ist identisch mit der Magie der Existenz des Universums, die seltsame Welt der Quanten durchdringt auch das Verhalten des Menschen, bestimmt letztendlich auch dessen Psychologie. Der Schweizer Narr hat keine Antwort auf das, was Magie ist, oder er weigert sich eine Antwort auf diese Magie bereitzustellen.
Um zu verstehen, dass Musik etwas ist, welches auch ‚unabhängig’ vom Menschen existiert (im Sinne aber der Quantenphysik) beende ich diesen Beitrag mit entsprechender Musik. Darin gibt es keine ,mechanische Wirkung’, so wie in der von Wolfgang Böhler beschriebenen Computermusik nach klassischen Musiktheorien produziert. Die Natur der Erde will uns etwas mitteilen, mit der ihr eigenen Sprache, nur verstehen können es wenige, was aber lediglich an der begrenzten emotionalen Intelligenz des zuhörenden Menschen liegt, welcher die Musik ‚entschlüsseln’ will. Zwei Studenten haben es dennoch versucht, doch hören Sie selbst… (hier die SWR2 Seite dazu)
Neben dem „Musikinstrument Erde” ergänze ich hier mit Klängen, adaptiert für das Menschliche Gehör, verarbeitet u.a. von der Nasa:
Radiowellen des Saturn , aufgenommen durch die Sonde Cassini (Technische Seite).
Der Sound des Galileo plasma wave receiver (Technische Seite)
Der Sound des Ganymed Plasma wave receivers.
Der Sound der ersten Million Jahre des Universums. (Technische Seite)
Der Sound der ersten Million Jahre des Universum, Komprimiert zu 10 Sekunden, über ein Band von 50 Oktaven, und abgespielt mit konstanter Lautstärkerelation.
Was ist Musik nun wirklich, lässt sie sich letztendlich alleine mit menschlichen Begriffen formulieren?
Zum Schluss noch ein Hinweis für Berner:

B-A-C-H


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