




Karikatur(Photomontage) von John Heartfield - 1932
Mein Titel klingt sehr ‘Psychologisch’ ?
Tatsächlich: Es hat immer viel mit Psychologie zu tun, wenn eine verschuldete und innerlich zerrüttete Wirtschaftsmacht versucht seine Existenz (mit anderen Mitteln) zu retten.
Gestern nun antwortete Nobelpreistäger Paul Krugman unter dem Titel “Die Inflations-Kur”, auf die Kolumne “Warum Amerika arbeitslos ist”, des fast ebenso bedeutsamen Ökonomen Kenneth Rogoff (Professor an der US Harvard Universität).
Quintessenz von Rogoff, wie er denkt das die USA aus der Wirtschaftkrise gelangen könnte: Das Anwerfen der Inflation durch Instrumente der US-Notenbank FED, um die Staatsverschuldung wieder abzubauen.
- Die US Notenbank werde diese Hebel, welche Notenbankchef Bernanke angekündigt habe, auf jeden Fall einsetzen müssen.
Quitessenz von Krugman: Inflation könne mit den vorgeschlagenen Instrumenten nicht erzielt werden, was Krugmans eigene Studien über den Verlauf der letzten Deflationslage in den USA gezeigt habe. Das letzte mal seien die USA nur ‘dank’ dem zweiten Weltkrieg aus der Deflation gekommen, u.a. weil damals der Staat zur Kriegsführung 1/3 zur Wirtschaftsleistung der USA beigetragen habe.
- Ja, tatsächlich, Paul Krugman hat sich NICHT gegen das Mittel Weltkrieg ausgesprochen. “So you can use WWII to demonstrate that fiscal expansion works, but you can’t use it to estimate the multiplier when we’re not at war.” Mit anderen Worten, wir können den WKII benutzen um zu Beweisen dass die fiskalische Expansion (Inflation) funktioniert, aber wir können diesen Effekt nicht erwarten wenn wir nicht im Krieg sind.
Analyse des Schweizer Narr:
Der Beitrag von Professor Rogoff lässt u.a. durchblicken, dass die USA nicht nur ein grosses Ungleichgewicht im Aussenhandel aufgebaut haben, er ist auch davon überzeugt das die inneren Strukturprobleme und Ungleichgewichte, wenn sie nicht behoben werden, den Ausbruch von Sozialrevolten befürchten lassen.
Professor Rogoff gibt unumwunden zu, man höre und staune: “Die Vernachlässigung von Maßnahmen im Bereich der Einkommensgleichheit ist eines von vielen Ungleichgewichten, das sich in der US-Wirtschaft während des Booms vor der Krise aufgebaut hat.”
Da kann ich nur sagen: Leise rieselt Karl Marx…
Die Behauptung des Professors bedeutet nichts anderes als das Eingeständnis desVersagens des Kapitalismus als ‘Wohlstandsgenerator für Alle”, während den Boom-Phasen des Wirtschaftszyklus.
Ohne dies zu erwähnen, unterstreicht Paul Krugman diese These durch seine Antwort. Der Eintritt in den WK II hatte die lange Depression in den USA endgültig beendet und das Land stand am Beginn eines neuen Wirtschaftszyklus, dem Aufschwung aus der Depression.
Anmerkung: Der Aufschwung aus einer Depression hat mit dem Aufschwung aus einer Rezession wenig gemeinsam, sondern die Rezession ist eine gegenläufige Pendelbewegung eines eigendlich anhaltenden Wirtschaftsboom. Rezession und Aufschwung wechseln sich durchschnittlich alle ca. 2 Jahre ab. Depressionslagen dauern mindestens doppelt solange wie eine Rezession, weil der Depression/Deflation tiefgreifendes Strukturversagen zu Grunde liegt.

Bernanke -Karikatur aus dem Jahr 2008
Die Differenz zwischen Krugman und Rogoff bedeutet somit: Krugman muss davon überzeugt sein, dass die USA während der Finanzkrise 2008 in eine Depressionslage geraten war, währenddessen Rogoff offenbar annimmt, man habe es mit einer Rezession zu tun gehabt.
Da ich selbst kein Ökonom bin, diese Angelegenheit unter dem Blickwinkel der Soziologie betrachte, sehe ich die Differenz zwischen den beiden Wissenschaftlern eher psychologischer Natur. Die verschiedenen Lehren der westlichen Ökonomie leiden darunter, dass deren Blackbox-Denken (die sie nicht wahrhaben wollen) auch sämtliche sozialen Aspekte einer Gesellschaft zu umfassen glaubt.
Infolgedessen aber, dass der Wirtschaftsliberalisums auch von totalitären Systemen wie China und neuerdings Vietnam übernommen werden konnte, kann ich dieses allumfassende Denken westlicher Ökonomen als widerlegt betrachten.
Die klassische Wirtschaftstheorie war schon immer in Widersprüche verfahren, der Westen glaubt auch Heute noch dass entweder die eine oder die andere Wirtschaftstheorie letzlich die besten Rezepte zum Wohlstand anbiete. Besonders hakt es mit dem Freiheitsgedanken, welcher angeblich mit dem Wirtschaftsliberalismus verbunden sei. Als George W. Bush seinerzeit Milton Friedman den Friedenspreis der USA aushändigte, glaubte noch der ganze Westen fest daran, dass die UDSSR von den Friedmanschen Wirtschaftstheorien besiegt worden sei, der Kommunismus infolge der Stärke und vor allem der friedensstiftenden Wirkung der US-Reaganomics ‘untergegangen’ wäre. Tatsächlich bildete Ronald Reagan und die Friedmanschen Theorien aber die Steilvorlage für die US-Staatsverschuldung und die verhängnisvolle Deindustrialisierung der USA.
Der Zusammenbruch der UDSSR führte im Westen in Europa zum ideologischen Zusammenbruch der Sozialdemokratie, jedenfalls was dessen soziale Ausrichtung anbetrifft. Noch zur Zeit von Willy Brandt wäre ein einflussreicher SPD-Politiker wie Thilo Sarrazin unvorstellbar gewesen. Auch wenn jetzt Sarrazin aus der Partei ausgeschlossen wird, so findet dies zu einem Zeitpunkt statt wo der just zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der UDSSR publizierte sogenannte ‘Dritte Weg’ der Sozialdemokratie, nun wieder eingeknickt ist. Es gibt keinen ‘dritten Weg’ , welcher den Gang in die durch Rogoff erwähnte Ungerechtigkeit durch ungleiche Vermögensverteilung verhindert, jedenfalls nicht als wirtschaftsliberale Wirtschaftstheorie.
Nun also sieht Paul Krugman anhand der wirtschaftlichen Lage der USA nur noch den grossen Krieg als Lösung und Rogoff bietet mit der von Krugman als aussichtslos erwähnten Notenbankpolitik auch nur Schrecken und Durchhalteparolen an.
Buchautor Walter Wittman kennt offenbar noch eine alternative Lösung zum Krieg, nämlich eine Währungsreform. “Eine Währungsreform ist laut Walter Wittmann unausweichlich. Das gleiche Schicksal könnte Japan drohen.”
Doch diese Aussicht mag Paul Krugman und Rogoff ihren Lesern kaum zumuten, Paul Krugman weil er weiss dass eine US-Währungsreform praktisch gleichbedeutend mit einem globalen Wirtschaftskollaps wäre und Rogoff nicht weil der noch immer an eine überwindbare Rezession glauben mag.

OECD Industrie-Produktion %-Wechsel zum Vorjahr
Wer behält nun also letzlich Recht?
Ich vermute leider sehr: Paul Krugman mit dem Unaussprechlichen und für die Menschheit höchst bedrohlichem, einem vorerst kalten Handelskrieg, der sich durch den vermehrten Einfluss von Nationalisten/Rassisten/Eugenikern wohl leicht zum heissen Krieg ausdehnen könnte. Für mich ist das Aufkommen Sarrazin’scher eugenischer Thesen keineswegs ein Zufall, der klassische ‘Ausrutscher’ made in germany der immer wieder geschieht.
Die Unterstützung aus der Bevölkerung, welche Sarrazin erfährt (weit über Deutschland hinaus), deutet auf einen tiefgreifenden Wertewandel im Westen hin. Dieser Wandel wird sich bei einem erneuten Einkicken der Weltwirtschaft weiter ausbreiten, und die meisten mir zur Verfügung stehenden Informationen deuten auf eine erneute Rezession in den USA hin.

Rubert Murdochs NY-Post veröffentlichte die Karikatur eines erschossenen Schimpansen (Barack Obama)





Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman bringt es nun in der Newyorktimes endlich auf den Punkt: Die USA leiden unter einer dysfunktionalen korrupten politischen Kultur. Der verärgerte Krugman rastet im Artikel beinahe aus.
Wer den Artikel Krugmans durchliest, der muss erkennen das Präsident Obama auf verlorenem Posten regiert. Gemäss Krugman sind es nicht nur Repubikaner welche die USA direkt in die grösste Krise seiner jüngeren Geschichte treiben. Zusammen mit konservativen Demokraten, von denen es mehr als genug gibt, betreiben Kongress und Senat eine Steuerpolitik, welche alleine den reichsten 1% US-Amerikanern zugute komme. Am meisten würden aber die reichsten 10% von diesen 1% wohlhabenden US-Amerikanern profitieren.
Wie sehr die Politik Barack Obamas ausgebremst wird, kann man zudem aus diesem Artikel des “Spiegel” (Kreditkartenkunden stöhnen unter hoher Zinslast) ableiten. Noch bevor das Gesetz zum Schutz von Kreditkarten-Benutzern in Kraft getreten ist, hatten sich die Banken bereits darauf vorbereitet. Die Kreditkartenpolitik der US-Banken bedeutet für den durchschnittlichen US-Bürger eine haarsträubende Inflation, während die Reichsten Kreditkartennutzer die geringsten Zinsen bezahlen müssen.
Je weniger Einkommen, desto höher der Zins, welcher die US-Bürger für ihren Konsum bezahlen müssen. Haarsträubende durchschnittliche 15% Zins werden den Konsumenten aufgehalst. Dadurch dass sich der Zins neulich auch noch nach der bezahlten Kreditmenge errechnet, nutzen immer mehr US-Bürger solche Karten. Die Bürger leben tatsächlich auf Pump wie noch niemals zuvor und sie sind insgesammt gesehen Insolvent. Während die durchshnittlichen Löhne der US-Bürger sich real auf dem Stand der 60er-Jahre befinden, nimmt die Belastung durch Zinsen dramatisch zu.

Paul Krugman, Karikatur
Während die US-Notenbank eine Niedrigzinspolitik betreibt wie kaum jemals zuvor, enstehen den US-Bürgern über Kaufkraftverlust und hohe Kreditgebühren bei den Banken, real wegen der grossen Menge über Kreditkarte gekauften Produkte, eine gemittelte Inflation von nun 8-10%. Für den Durchschnittsbürger ist es inzwischen egal, wie tief die Notenbankzinsen sind, sie werden indirekt über die korrupte Zinspolitik der kreditgebenden Banken ruiniert.
Die korrupte und dysfunktionale Politik, welche Krugman beschreibt, macht aus den USA einen “Adlerhorst” für Superreiche, während der insolvent gewordene Mittelstand und vor allem die Armen US-Amerikaner dramatischen Zeiten entgegen eilen.

USA: Der Adlerhorst für Superreiche
Wer nun annimmt, dass der wirtschaftliche Abstieg der USA für Europa weniger dramatische Auswirkungen erfährt, der irrt gewaltig. Noch immer ist die USA die grösste Volkswirtschaft der Welt, zum Beispiel wird jedes fünfte Produkt welches die Chinesen exportieren, von US-Bürgern gekauft. Gerade jene Länder mit dem höchsten Globalisierungsgrad in Europa, werden die Auswirkungen des inneren Zerfalls der USA schmerzhaft miterfahren müssen.
Noch schlimmer aber als das ist, die USA werden unter dem nächsten Präsidenten (welcher höchst wahrscheinlich nicht mehr Barack Obama heisst) zu einer potentiellen Gefahr für den Weltfrieden werden. Der Aufstieg Chinas ist den Konservativen ein Dorn im Auge. Ich nehme an, dass die USA seinen Niedergang über Kanonenbootpolitik stoppen wird, mit verheerenden Folgen für die ganze Welt. Das Geld der Superreichen liegt für einen ausgedehnten Krieg jedenfalls bereit, im Fall von Gefahren für die USA, waren die Vermögenden in den USA stets bereit gewesen (unter politischem Druck) im Namen des Patriotismus sehr viel Geld zu spenden.
Bereits Heute geht in China die Angst um, dass der gigantische Flugzeugträger USS George Washington nicht zufällig im Chinesischen Meer operiert. Der Kampf um die letzten Billiglohnländer, so etwa Vietnam, kann durchaus zu ernsthafen Zwischenfällen führen.
Die CIA (so berichtete etwa die Washingtonpost) verwende in Afghanistan seit dem Jahr 2001 das Mittel korruptiver Bestechung. “They’ll pay whoever they think can help them. That has been the CIA attitude since 2001.” Wo immer Bestechung als Hilfreich erscheint (also praktisch immer in diesem Land), würde Information mit Geld erkauft. Die Zeitungen vermelden Geldflüsse in Milliardenhöhe, wobei viele der einflussreichsten Afghanen damit inzwischen in Dubai einen zweiten Wohnsitz eingerichtet hätten.
Die USA wenden alleine in Afghanistan Milliardensummen im Sinne einer militärischen Taktik auf, welche eine künstlich herbeigeführte Reichtumsumverteilung zugunsten der ihnen genehmen Eliten herbeiführen soll. Dieses Vorgehen spiegelt vortrefflich auch das, was in den USA selbst seit Jahrzehnten stattfindet; die Notenbankpolitik ist immer mehr dazu da um den Reichsten Geld zu drucken, während der Mittelstand und die Armen leer ausgehen. Die Bankenrettungspakete (Die Bankenrettungspakete gingen an die neoliberalen Arier der Ökonomie) hatten Weltweit vorwiegend die Taschen der Reichsten gefüllt, was die Reichtumsstatistiken 2009 der USA und auch Europas (vor allem in England) bestätigen.
Um ihren Einfluss in der Welt zu erhalten, haben die alten Industrienationen für ihre Eliten mehr als eine Billion US$ ‘gedruckt’, auf Kosten der Staatsverschuldung, bezahlen müssen das die nächsten Generationen. Die gestern durch Notenbankchef Bernanke angekündigten ungewöhnlichen Massnahmen, um die Wirtschaft der USA zu stützen, können durchaus als vorangekündigte wiederholte Geldspritze für die Reichsten interpretiert werden.
Besonders abstossend erscheint der Vorschlag Bernankes “die Fed könnte die Wortwahl ihrer Pressemitteilungen ändern, um die Märkte zu beeinflussen”. Kenner der Materie wissen nämlich, dass die Fed die Wortwahl ihrer Pressemitteilungen bereits Heute genaustens zugunsten des Vertrauens in die Märkte genaustens überlegt. Bereits Greenspan operierte mit psychologischen Tricks, um den Aktienmarkt zu stützen.
Was kann diese Ankündigung also noch anderes bedeuten als dass die Mittel der Täuschung und Manipulation von Statistiken massiv ausgeweitet werden soll , um die Investoren zu beruhigen.
Der “Aufkauf” langlaufender Staatsanleihen, um die damit verbundenen Zinsen zu drücken, die Zinszahlungen der Fed auf Bankreserven verringern, sind alles Vorschläge die voraussichtlich wiederholt den Reichsten zugute kommen. Die Banken würden keineswegs mehr Kredite vergeben, so wie dies Bernanke vorgaukelt. Die Tiefzinspolitik führt zum Auftrieb an den Börsen, weil Banken duch tiefe Zinsen ihr Geld eben genau in die Wertpapiermärkte werfen und nicht für die Kreditvergabe verwenden.
Aber auch der Aktienmarkt ist nur noch für Grossinvestoren von Bedeutung, weil diese über die Mittel des ‘Highspeed’ -Computerhandels verfügen. Ohne Grossrechner weniger Gewinnerwartung, das schafft Heute den Reichen weitere Vorteile gegenüber den Kleinanlegern. Banken sollen die Märkte mit Krediten versorgen, so die Theorie der Ökonomen, tatsächlich wird dort das ‘billige Geld’ für andere Geschäfte eingesetzt, vor allem in die Spekulation am Wertpapiermarkt. Der Beweis hierzu: Die Gewinne der Grossbanken steigen und fallen auffallend heftig im Gleichtakt mit dem Börsenverlauf.
Die Weltwirtschaft, so wie sie sich Heute präsentiert, ist ein heute weitgehend von den Vorgängen in den USA abhängiger Markt.
Die Geldpolitik der US-Notenbank und die Geldpolitik der CIA im Ausland, sind eng miteinander verwandt. Die etwa 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt sind einem unsäglich grausamen undemokratischen Wettbewerbspiel ausgesetzt, das immer mehr mit den gezinkten Karten abläuft, um die Eliten vor potentiell übermässigen Verlusten zu schützten. Es existiert in Wirklichkeit keine ‘freie Marktwirtschaft’, sondern einer Diktatur des Lobbyismus mächtiger Investoren und sogenannter ‘Denkfabriken’ aus den USA.
Die gegenwärtige Weltwirtschaft ist keine Gemeinschaft zugunsten weltweiter Demokratie und nachhaltiger Entwicklung, vielmehr handelt es sich um eine Gemeinschaft von Staaten, welche von einer parasitären Import/Exportindustrie leben. Parasiten können für sich selbst sehr wohl in einer demokratisch erscheinenden Scheinwelt existieren, so etwa wie die Europäischen Könige im Mittelalter durchaus eine demokratieähnliche Diskussionskultur führten.
Aber mehr als 1 Milliarde Menschen leiden unter Hunger, 3 Milliarden Menschen leben unter der Armutsgrenze. Für mich besteht daher kein Zweifel, dass die Urheberschaft hierzu jener neoimperialistischen Masslosigkeit entspringt die auch die Finanzkrise ausgelöst hatte und zudem auch indirekt oder direkt zu den letzten beiden Weltkriegen mit ihren nationalistischen Exzessen geführt hatte.
Parasiten pflegen zu plündern, um selbst existieren zu können; derzeit werden vor allem die Erdressourcen geplündert und Billiglohnländer angezapft um iPods dem ‘gemeinen Volk’ Europas und der USA’ bezahlbar zu machen. Gleichzeitig verläuft unter dem Motto Sozialabbau eine Taktik, um lästige Resteinflüsse demokratischen Gedankengutes aus der Zeit der französischen Revolution wegzuschleifen. China, als aufstrebende Wirtschaftsmacht kommt hierzu wie gerufen, der Beweis ist nach den zweifelhaften Resultaten unter Diktator Pinochet in Chile erbracht, nämlich dass der Markt Demokratie nur dort benötigt, wo er dem Krebsgeschwür einer zu ‘Wertpapier’ verwandelten Moral dienen könnte.
Aus den liberalen Idealen des Bürgertums, welches sich in nationalen Varianten aus der französischen Revolution und aus der Amerikanischen gebildet hatte, schälte sich über die letzten 200 Jahre eine libertäre unproduktive und korrupte Weltbürgerschaft von Superreichen heraus, welcher von vielen Ökonomen als ‘Markt’ bezeichnet wird.
So, lieber Nobelreisträger Paulchen Klugspan, es ist noch schlimmer als ihnen lieb ist. Die USA besitzt weniger eine “Dysfunktionale korrupte politische Kultur” als eben eine “Strukturell verantwortungslose patriarchal- infantile korrupte politische Lobby-Kultur”. Aber Sie können sich trösten Herr Klugspan, die Ideologie ist inzwischen Weltweit verbreitet, die Sache ist zu einem Selbstläufer geworden. Die parasitäre Ideologie des libertären Marktes (Marktradikalismus gegen unten, Rettungspaket-Sozialismus für die Reichen) konnte sich erfolgreich vermehren, bis hin zum ehemaligen Erzfeind Nordvietnam. Die Parasiten kennen keinen Plan B auch nicht Meister Klugspan, dagegen wartet Mister Bond noch immer auf weitere Opfer… wo der Parasit sich nährt, gehts destruktiv weiter.
Es bleiben aber vermutlich nur noch wenige Jahre, bis das Wachstum der Weltwirtschaft aus fundamentalen Gründen auf sehr lange Zeit gar nicht mehr möglich ist. Die libertäre Idologie wird sich dann als golbalisiertes Werkzeug von Sensemann erweisen, der vollzogene Sozialabbau und das Einbringen von Renten und anderer materieller Sicherheiten in die Spekulationsbörsen, als Hindernis zur Neuordung nach der Katastrophe.
Diese Krise wird voraussichtlich durch neue Formen religiöser Werte verstärkt, welche die Merkmale der Demokratie, welche rationell und am universalten Humanismus orientierte Werte spiegeln, zerrütten und zermalmen. Die Menschen in den USA undEuropa werden wohl kaum den Faschismus suchen anhand der jüngeren Geschichte, aber sie werden seinem noch düsteren Vorgänger verfallen, einem irrationalem Glauben und Mystifizismus.
Die Grundlagen zur Errichtung einer Kultur-Inquisition sind bereits vorhanden, siehe zum Beispiel die Minarettinitiative, welche inzwischen selbst in den USA angenommen werden könnte. Eine Gegenbwegung könnte allenfalls aus den Erfahrungen der politisch noch immer aktiven 68-Generation entstehen, sobald es diesen Strömungen gelingt, sich aus den Fesseln der Kommerzialisierung abzulösen.
Der “Missbrauch”, als Neuwort der Neuzeit gilt mehr als woanders dorthin zu übertragen, wo er den Bürgern weniger bewusst ist, der Missbrauch der von unseren Vorfahren geschaffenen Demokratie zugunsten einer in der Weltgeschichte einmaligen parasitären Wachstumspolitik, welche Milliarden von Menschen dem Hungertod oder der Lohnsklaverei in absolutistischen Systemen zutreibt. Pro produziertem iPod ein hungerndes Erdenkind und ein ‘dankbarer’ ‘denaturalisierter’ chinesischer Billiglohnarbeiter, was ich hier im engen Raum des Blog nicht (mehr) zu beweisen trachte.




Der Begriff Wettbewerbsfähigkeit wird üblicherweise mit der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft eines Landes oder einer Region verbunden. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, die Wettbewerbsfähigkeit der EU usw.
Es gibt unzählige Publikationen in der Presse und Stellungsnahmen aus der Politik, welche auf den Begriff Wettbewerb im Sinne für die Wirtschaft eingehen.
Die Wirtschaftswissenschaftler (Ökonomen) setzen Heute die Wettbewerbsfähigkeit mit dem Marktverhalten eines Landes oder einer Wirtschaftsregion in Bezug zur Fähigkeit, unter dem globalisierten Markt Wirtschaftswachstum erzielen zu können.
Betrachtet man die ganze Welt, so ist mit der Umsetzung der ‘wirtschaftlichen Globalisierung’ ein weltumspannender Warenaustausch entstanden, welcher gegenüber der Entwicklung in den Binnenmärkten einen immer grösseren Stellenwert einnimmt. Weltweit ist ein komplexes Netz gegenseitiger Abhängigkeiten entstanden; so ist zum Beispiel die USA und China wirtschaftlich gegenseitig abhängig geworden.
Nur die wenigsten Ökonomen scheinen sich mit der Frage zu beschäftigen, ob sich eine solche gegenseitige Abhängigkeit tatsächlich über den freien Wettbewerb zwischen der Wirtschaft beider Länder gebildet hat.
In Wirklichkeit ist die gegenseitige Abhängigkeit durch den Willen der USA entstanden, unter Inkaufnahme seiner eigenen Deindustrialisierung, die kommunistischen Systeme durch aggressive Marktliberalisierung zu zähmen und zu beherrschen. Auf der anderen Seite trägt die Exportwirtschaft Chinas aber noch Heute jenen bürokratisch kontrollierten Experimentalcharakter einer sozialistischen Marktwirtschaft, wie ihn der schlaue Diktator Dèng Xiǎopíng einst augedacht hatte.
Der bisher grösste internationale Handelsaustausch in der Geschichte führte nicht zum Zusammenbruch der Chinesisch-kommunistischen Partei, aber zu einem gigantischen Aussenhandelsdefizit der USA und dessen eigener Deindustrialisierung.
Hinter der aufgeblasenen Finanzindustrie des Westens stand (und steht nach den Rettungspaketen wieder) der Versuch, das bisherige Vertrauen der Märkte (also der Investoren) an die Supermacht USA dahingehend auszunutzen, eine riesige Menge nur auf Papier vorhandener (virtueller) Werte als reguläres Zahlungsmittel anzuerkennen. Die Welt wird Heute viel mehr über virtuelle Werte als über reale Werte dominiert und kontrolliert. Hinter den virtuellen Werten des Westens steht die Supermacht USA, der Markt hat zwangsläufig daran zu glauben.
Die Chinesische Partei entschloss sich daher dazu, dieses Spiel mitzumachen und über Jahre hinweg den geringen Wert ihrer eigenen Währung klaglos hinzunehmen. Es steht wohl die klassische Taktik asiatischer Philosophie dahinter, über hartnäckige Nachgiebigkeit und Biegsamkeit, dem Gegner solange auszuweichen bis ein günstiger Zeitpunkt zur Erreichung eines Zieles gekommen ist.
Die Chinesen finanzierten den Aufbau ihrer Industrie keineswegs alleine über die US$ welche sie von den US-Konsumenten erhielten (das hätte nie ausgereicht), vielmehr wurden die chinesischen Bauern zur Abgabe von Lebensmitteln in den die Exporte produzierenden Süden gezwungen, das diente dazu die Arbeitskräfte im Süden zu versorgen. Anstelle die US$ in ihren Markt zu den Arbeitskräften eindringen zu lassen, bunkerten die Chinesen die US$ aus dem Exporterlös, so dass sie Heute über Billionen der US-Wäährung verfügen. Das Wort Wettbewerb ist im Zusammenhang mit China nichts als ein raffiniert verpacktes Märchen, das Wort Wirtschaftskrieg das passendere Wort.
Wie lange es die USA noch durchhalten können, die notwendige Monopolstellung ihrer Währung durchzuhalten und mit ihrer aufgeblasenen Finanzindustrie (praktisch ohne realen Eigenwert) die Warenströme der Welt zu kontrollieren, ist auch keine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Hier liegt dem Vertrauen des Marktes in den Wert des US$, das Wissen über die überlegene Waffengewalt der US-Streitkräfte zugrunde.
Je globalisierter eine Nation oder Region geworden sind, desto mehr wird die Innenpolitik von den Anforderungen des Marktes geformt, welcher wie wir oben gesehen haben, keineswegs nur durch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit beeinflusst wird.
In den USA wurde der Begriff Wirtschaftsliberalisierung während der Präsidentschaften der letzten Jahrzehnte im ‘kalten Krieg’ als Kampfansage gegen die UDSSR eingesetzt. Wirtschaftsliberalisierung wurde unter dem Ökonomen Milton Friedman mit der höchstmöglich erreichbaren Freiheit des Individuums in Bezug gebracht.
Milton Friedman erhielt deshalb nach dem Zusammenbruch der UDSSR und der eingeführten Wirtschaftsliberslisierung in Russland, von George W. Bush den Friedenspreis der USA ausgehändigt. In den USA wurde das Finanzministerium seit dem Ende des WK II zum politischen Instrument umfunktioniert, um den unter dem Begriff Wirtschaftsliberalisierung subsummierten Freiheitsbegriff in die Welt zu verbreiten.
Hinter der Freizügigkeit der USA, die Marktliberalisierung selbst bei politischen Gegnern einzuführen (wie dem Irak oder China), steht letztlich aber nicht ein im humanistischen Sinne geformter Glaube an die Befreiung des Individuum durch ‘freien Wettbewerb’, sondern der Glaube an die Schlagfähigkeit der US-Streitkräfte und an der damit verbundenen grundsätzlichen Marktdominanz.
Während die erfolgreiche Wirtschaftsliberalisierung in Europa unter dem Marshall -Plan gemäss den Freiheitsidealen jener Zeit noch in eine Soziale Marktwirtschaft mündete, setzten die Ideologen des Neoliberalismus später die Idee einer durchgehenden wirtschaftlichen Deregulierung der Weltwirtschaft um. Damit einhergehend wurde ein neuer Begriff eingeführt, den der Privatisierung. Das soziale Ziel, die Befreiung des Individuums von Diktatur zu erreichen, wurde nach dem (erfolgreichen) Chile-Experiment wieder aufgegeben.
Wie bestens über den Vietnamkrieg, bis Irakkrieg und zuletzt in Afghanistan ersichtlich, setzte die USA zur Umsetzung der ‘Freiheitsideale’ nicht nur auf politische Überzeugungskraft um den neoliberalen Wirtschaftsliberalismus umzusetzen. Was Richard Nixon unter seinem Berater Henry Kissinger noch misslungen war (Die Transformation Vietnams zugunsten des Wirtschaftsliberalismus), schien dann unter US-Präsidenten Ronald Reagan zu einer Erfolgsgeschichte zu werden. Tatsächlich glaubten schliesslich auch die DDR-Bürger, dass ALLEINE die Umsetzung des Wirtschaftsliberalismus in der DDR unabdingbar für die Entwicklung der individuellen Freiheit wäre.
Der damals von Michail Gorbatchow verwendete Satz “Wer zu spät kommt den bestraft das Leben”, machte nicht nur die Resignation der UDSSR gegenüber dem Wirtschaftsliberalismus klar, er verweist auch auf die vielen verpassten Chancen des Sovjet-Kommunismus. Gleichzeitig aber bildete seine Bekenntnis die Grundlage für den grossen Triumpfzug Ronald Reagans und seiner libertären Berater, zu denen als wichtigster Vertreter Miton Friedman gehörte.
Aber vom Westen kaum beachtet, führte der Satz Gorbatchows zu einer Initialzündung unter den führenden Parteifunktionären in China. Deng Xhiao Ping dachte keineswegs an Aufgabe, als er die Grundlagen zu den Wirtschaftsreformen in China schuf. Die Chinesen hatten klar erkannt, dass Wirtschaftsliberalisierung und der Begriff Freiheit keine wirklich verwandten Begriffe sind. Milton Friedman selbst bewies es mit dem Chile-Experiment unter Diktator Pinochet (Chicago Boys), dass keineswegs eine nach westlichem Muster umfassende individuelle Freiheit entstehen muss, nachdem in eine Diktatur der Marktliberalismus eingeführt wurde.
Der soziale Wettbewerb ist keineswegs identisch mit den Wettbewerbszielen der Wirtschaft. Die Neubewertung sozialer Gruppen untereinander über den sozialen Wettbewerb, basiert nicht nur anhand materieller Vergleiche. Wenn Frauen in Arabischen Ländern die soziale Aufwertung der Frauen gegenüber den Männern verlangen, dann können sie ihren höheren Status nicht mit Geld erkaufen.
Sozialer Wettbwerb finden zwischen den Nationen Heute kaum mehr statt, weil dazu das Bekenntnis der Politiker zum Sozialausgleich zwischen den Nationen notwendig wäre, die Regulierung der Finanzwirtschaft durch eine internationale Organisation, welche die soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft zum Ziel hätte.
Zumindest Demokratien müssten sich aus reinem Selbsterhaltungstrieb darum kümmern müssen, dass sich zwischen Arm und Reich durch den sozial unregulierten Wettbewerb nicht zu grosser Gräben öffnen. Mit Sicherheit hatte der Zusammenbruch der UDSSR den Willen der Politiker zum Sozialausgleich erlahmen lassen und das Wort Privatisierung zum Kultstatus erheben lassen, es ‘drohte’ dem Westen ja auch keine ernst zu nehmende ’sozialistische’ Gegenwelt mehr. Seit dem Zusammenbruch der UDSSR wurde in praktisch allen westlichen Ländern nur noch Sozialabbau und nicht mehr ‘Sozialaufbau’ betrieben, das Wort ‘Sozialaufbau’ ist sogar im Deutschen vollkommen Inexistent.
Deutschland beweist derzeit vorzüglich, dass die Erhöhung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit nicht zu mehr Freiheit einer breiten Bevölkerungsschicht führen muss, vielmehr kommt es infolge Lohndumping und Sozialabbau über seine Landesgrenzen hinaus zur Zersetzung der Mittelschicht bis hin zu Demokratiegefährdung in Europa und zu einem massiven Vermögensanstieg der Superreichen.
Vielen westlichen Politikern ist die Soziologie und den darauf basierenden Forschungsarbeiten wenig geläufig. Statt sich mit Sozialpolitik im Sinne der Soziologie und Nachhaltigkeit zu befassen, diskutieren sie lieber über die neusten Verlautbarungen des US Notenbankchef Bernanke. Dieser verfügt über die besondere Fähigkeit das alle Welt durch die militärischen Machtpotenz der USA gestützt, an den realen Wert seiner neugeprägten, aber inzwischen fast wertloser US$ glaubt.
Die Soziologie begründet den gegenwärtig hohen Wert des US$ kaum wie die Ökonomen anhand der (real)wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der USA, vielmehr dadurch, dass sich hinter jedem US$ ein Stück Erinnerung an Hirsohima, den Zusammenbruch der UDSSR und dem Tod Saddam Husseins verbirgt. Wenn Heute der Flugzeugträger George Washington im ‘chinesischen Meer zusammen mit einer gigantischen Kriegsflotte aufkreuzt, so prägen sich im jedem einzelnen Marktinvestor die Bedeutung von US-Dollars wieder etwas intensivierter ein.


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